Magisterarbeit, 2006
131 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung der Untersuchung
1.2. Methodik der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Die Wohnsituation der Arbeiter im ausgehenden 19. Jahrhundert
2.1. Die Situation der Arbeiter und die soziale Frage
2.2. Die Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert
2.3. Modelle des Arbeiterwohnbaus
2.3.1. Die Entstehung des „wilhelminischen Wohngürtels“ in Berlin
2.3.2. Der Bau von Werkswohnsiedlungen im Ruhrgebiet
2.4. Alternativen zum klassischen Arbeiterwohnbau
2.4.1. Das Modell der Gartenstadt
2.4.2. Die Gartenstadtbewegung in Deutschland
3. Die Entwicklung der Stadt Bergisch Gladbach
3.1. Die Entwicklung Bergisch Gladbachs vor 1856
3.2. Die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1856
3.2.1. Die strukturelle Entwicklung Bergisch Gladbachs
3.2.2. Die Herausbildung des Stadtzentrums in Bergisch Gladbach
3.2.3. Neue siedlungsgeographische Problemstellungen
3.3. Die Papierfabrikantenfamilie Zanders
3.4. Das kommunale Engagement Bergisch Gladbacher Fabrikanten
3.5. Die Bauzonenordung in Bergisch Gladbach
3.5.1. Die dreistufige Bauzonenordnung nach Richard Zanders
3.5.2. Die modifizierte Bauzonenordnung des Regierungspräsidiums
3.6. Die Förderung des Kleinwohnungsbaus in Bergisch Gladbach
3.6.1. Darlehen der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz
3.6.2. Die Wohnbauförderung der Firma J.W. Zanders
4. Die Entstehung der „Gartensiedlung Gronauer Wald“
4.1. Die Idee der „Gartensiedlung Gronauer Wald“
4.2. Konzeption der Einfamilienhaussiedlung Gronauer Wald
4.3. Die Planungsphase der Siedlung
4.4. Die Verkaufsbedingungen für die Grundstücke im Gronauer Wald
4.5. Die Planung der Wohnhäuser
4.5.1. Die Architekten der Wohnhäuser im „Gronauer Wald“
4.5.1.1. Architekt Ludwig Bopp
4.5.1.2. Architekt Oskar Lindemann
4.5.1.3. Architekt Peter Will
4.6. Die erste Bauphase im Gronauer Wald 1898 – 1906
4.7. Das Jahr 1906: Die Zäsur in der Entwicklung der Wohnsiedlung
4.8. Die Gründung der „Gemeinnützigen Gartensiedlungsgesellschaft
4.8.1. Die Struktur der Gemeinnützigen Gartensiedlungsgesellschaft
4.8.2. Die „Gemeinnützige Ansiedlergenossenschaft Gronauer Wald“
4.9. Die Bautätigkeit im „Gronauer Wald“ nach der Neuorganisation
4.10. Die „dritte Bauphase“ nach dem Zweiten Weltkrieg
4.11. Allgemeine Resonanz auf die „Gartensiedlung Gronauer Wald“
5. Die Grund- und Aufrissgestaltung in der Gronauer Waldsiedlung
5.1. Die Bauphasen in der Gronauer Waldsiedlung
5.2. Die Struktur der Straßen und Wege
5.3. Der Zustand der Gebäude in der Gronauer Waldsiedlung
6. Schutz und Erhaltung in der Gronauer Waldsiedlung
6.1. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Denkmalschutzes
6.1.1. Definition Denkmal
6.1.2. Definition Denkmalbereich
6.1.3. Der Schutz von Orten und Siedlungen
6.2. Schutz und Erhaltung der Wohngebäude im Gronauer Wald
7. Satzung zur Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes
8. Vorschlag für einen Rundgang durch die Gronauerwaldsiedlung
9. Die Gartensiedlung „Gronauer Wald“: Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Gronauer Waldsiedlung in Bergisch Gladbach im zeithistorischen Kontext der Industrialisierung. Ziel ist es, die städtebauliche Bedeutung dieses beispielhaften Reformprojekts zu beleuchten und Handlungsinstrumente für den nachhaltigen Erhalt ihres historischen Erscheinungsbildes zu diskutieren, insbesondere unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.
4.1. Die Idee der „Gartensiedlung Gronauer Wald“
Wie bereits in Kapitel 3.2.3 erläutert, galten mit Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1856 für Bergisch Gladbach die Gesetze, Verordnungen und Regelungen für den Städtebau. Die Rahmengesetze förderten die engere Bebauung mit mehrstöckigen Mietswohnhäusern, die auch eine Hinterhofbebauung vorsahen. Das althergebrachte Einfamilienhaus drohte mehr und mehr vom Mehrfamilien-Mietshaus verdrängt zu werden. Die „Sitte des Alleinwohnens“ drohte zu verkommen, wie es Anna Zanders in der Schrift „Die Entwicklung des Bau und Wohnungswesens in Bergisch Gladbach“ aus dem Jahre 1914 formulierte. Innerhalb eines Zeitraumes von 20 Jahren erhöhte sich der Bodenpreis in Bergisch Gladbach um das Doppelte.
Unter diesen Bedingungen war es für den gewöhnlichen Arbeiter nahezu unmöglich geworden, sich ein Einfamilienhaus zu leisten. Am Ende dieses Entwicklungskomplexes befürchtete man in Bergisch Gladbach die Entstehung von Massenmietshäusern, eine Entwicklung, welche schon viele groß gewordene Industrieorte erfahren durften.
Das Fabrikantenehepaar Anna und Richard Zanders wollte die traditionellen Wohnverhältnisse, das eine Familie in einem Einfamilienhaus lebt, erhalten. Dass sich Anna und Richard Zanders verstärkt für die Wohnverhältnisse der Arbeiter und Angestellten interessierten, hatte verschiedene Gründe: So sprachen sittliche und moralische Gründe gegen das Massenmietshaus. In einem Mietshaus würde eine Familie auf wenige Räume zusammengedrängt. Für Familien wäre es so unmöglich, dass erwachsene Söhne und Töchter bis zur Verheiratung mit im Haushalt leben würden.
1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der Forschungsfragen sowie der methodischen Herangehensweise.
2. Die Wohnsituation der Arbeiter im ausgehenden 19. Jahrhundert: Analyse der sozialen Bedingungen und zeitgenössischer Wohnmodelle wie Gartenstädte.
3. Die Entwicklung der Stadt Bergisch Gladbach: Darstellung der historischen Entwicklung zur Industriestadt und der regulatorischen Rahmenbedingungen des Wohnungsbaus.
4. Die Entstehung der „Gartensiedlung Gronauer Wald“: Detaillierte Betrachtung der Planungs- und Baugeschichte der Siedlung und ihrer Akteure.
5. Die Grund- und Aufrissgestaltung in der Gronauer Waldsiedlung: Bestandsaufnahme der Siedlungsstruktur und der städtebaulichen Entwicklung.
6. Schutz und Erhaltung in der Gronauer Waldsiedlung: Diskussion denkmalrechtlicher Rahmenbedingungen und Konzepte zur Siedlungserhaltung.
7. Satzung zur Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes: Vorstellung eines Entwurfs für ein konkretes Schutzinstrument.
8. Vorschlag für einen Rundgang durch die Gronauerwaldsiedlung: Leitfaden für eine Begehung zur Veranschaulichung der historischen Bausubstanz.
9. Die Gartensiedlung „Gronauer Wald“: Zusammenfassung und Ausblick: Abschlussbetrachtung der Forschungsergebnisse und Bewertung der Entwicklungspotenziale.
Bergisch Gladbach, Gronauer Waldsiedlung, Arbeiterwohnungsbau, Industriegeschichte, Richard Zanders, Einfamilienhaus, Denkmalpflege, Gartenstadt, Stadtentwicklung, Sozialreform, Bauzonenordnung, Siedlungsgeographie, Denkmalschutzgesetz.
Die Magisterarbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Gronauer Waldsiedlung in Bergisch Gladbach und diskutiert Konzepte zu ihrem Erhalt als historisches Siedlungsensemble.
Die zentralen Felder sind die Geschichte des Arbeiterwohnungsbaus im 19. Jahrhundert, die Stadtentwicklung von Bergisch Gladbach sowie die denkmalpflegerische Bewertung von Wohnsiedlungen.
Das Hauptziel besteht darin, die Siedlungsstruktur zu analysieren und ein Schutzkonzept zu erarbeiten, das den historischen Charakter der Gronauer Waldsiedlung langfristig bewahrt.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Quellen-, Archiv- und Literaturanalyse, ergänzt durch Ortsbegehungen und qualitative Gespräche mit Zeitzeugen und Experten.
Der Hauptteil befasst sich mit den zeithistorischen Wohnmodellen, der spezifischen Entwicklung Bergisch Gladbachs durch die Industrialisierung sowie der detaillierten Planung und Realisierung der Gartensiedlung.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Arbeiterwohnungsbau, Gartenstadtmodell, Denkmalpflege, Richard Zanders und Stadtentwicklung.
Die Familie Zanders war als bedeutende Unternehmerfamilie maßgeblich an der Industrialisierung Bergisch Gladbachs beteiligt und initiierte als sozial engagierte Fabrikanten das Projekt der Gronauer Waldsiedlung als Gegenentwurf zur Mietskasernenbauweise.
Sie gilt als überregional bedeutsames Modellprojekt des reformorientierten Kleinwohnungsbaus und als „Vorläufer der Deutschen Gartenstadtbewegung“, das trotz baulicher Veränderungen seine kleinteilige Grundstruktur weitgehend bewahren konnte.
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