Diplomarbeit, 2007
137 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung und Fragestellung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Legitimität
2.2 Das Konzept politischer Unterstützung
2.3 Anwendung des Konzepts auf die Europäische Union
3. Zum Begriff Vertrauen
3.1 Politisches und soziales Vertrauen
3.2 Abgrenzung des Vertrauens innerhalb des Konzepts politischer Unterstützung
4. Das Unterstützungsobjekt: Die Europäische Union
4.1 Das politische System der Europäischen Union
4.2 Legitimitätsbedarf
4.3 Demokratische politische Kultur in der EU?
4.4 Die politische Gemeinschaft der EU und die europäische Identität
4.5. Vertrauen in die EU
5. Die Entstehung von Einstellungen zur Europäischen Union. Interessen oder Identität?
5.1 Zweckrational
5.2 Wertrational
5.3 National
5.4 Europäisch
5.5 Schlussbemerkungen
5.6 Thesen
6. Empirische Fragen, Hypothesen und Vorgehen
6.1 Dimensionen
6.2 Empirische Hypothesen zu den einzelnen Determinanten.
6.2.1 ökonomische Determinanten
6.2.2 Politische und kulturelle Determinanten
6.3 Länderauswahl
7. Empirische Umsetzung
7.1 Vorgehen
7.2 Das Vertrauen in die Europäische Union in Zahlen
7.3 Die inhaltliche Bestimmung des Vertrauens. Ergebnisse der Faktoranalyse.
7.4 Das Regressionsmodell
7.4.1 Auswahl der erklärenden Variablen
7.4.2 Ergebnisse der Regressionsanalyse: Die Determinanten des Vertrauens
8. Länderprofile
8.1 Westdeutschland
8.1.1 Verteilungen
8.1.2 Dimensionen
8.1.3 Determinanten
8.2 Ostdeutschland
8.2.1 Verteilungen
8.2.2 Dimensionen
8.2.3 Determinanten
8.3 Belgien
8.3.1 Verteilungen
8.3.2 Dimensionen
8.3.3 Determinanten
8.4 Luxemburg
8.4.1 Verteilungen
8.4.2 Dimensionen
8.4.3 Determinanten
8.5 Österreich
8.5.1 Verteilungen
8.5.2 Dimensionen
8.5.3 Determinanten
8.6 Frankreich
8.7.1 Verteilungen
8.7.2 Dimensionen
8.7.3 Determinanten
8.7 Großbritannien
8.8.1 Verteilungen
8.8.2 Dimensionen
8.8.3 Determinanten
8.8 Schweden
8.9.1 Verteilungen
8.9.2 Dimensionen
8.9.3 Determinanten
8.9 Griechenland
8.6.1 Verteilungen
8.6.2 Dimensionen
8.6.3 Determinanten
8.10 Portugal
8.10.1 Verteilungen
8.10.2 Dimensionen
8.10.3 Determinanten
8.11 Tschechien
8.11.1 Verteilungen
8.11.2 Dimensionen
8.11.3 Determinanten
8.12 Ungarn
8.12.1 Verteilungen
8.12.2 Dimensionen
8.12.3 Determinanten
8.13 Slowakei
8.13.1 Verteilungen
8.13.2 Dimensionen
8.13.2 Determinanten
8.14 Polen
8.14.1 Verteilungen
8.14.2 Dimensionen
8.14.3 Determinanten
9. Beantwortung der Hypothesen
10. Quelle des Vertrauens: Werte oder Kalkül?
11. Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Vertrauen der Bürger in die Europäische Union als politisches System. Dabei liegt der Fokus auf der Bestimmung der Determinanten dieses Vertrauens und der Frage, ob es sich um eine zweckrationale oder wertrationale Einstellung handelt, die aus der Identifikation mit der europäischen Gemeinschaft resultiert.
4.1 Das politische System der Europäischen Union
Die Europäische Union ist ein junges, supranationales politisches System, dessen Klassifikation nicht nur Politikwissenschaftlern Kopfzerbrechen bereitet. Um eine Erklärung wetteifern seit Jahrzehnten verschiedene Integrationsschulen. Stellvertretend genannt seien, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, 1. der Funktionalismus und der Neofunktionalismus bzw. supranationale Institutionalismus (Haas, 1958, 1964; Lindberg/Scheingold, 1970), berühmt für die Entdeckung der sog. still oder Effekts14; 2. der Intergouvernmentalismus (Hoffmann, 1966) und der liberale Intergouvernmentalismus (Hoffmann/Keohane, 1991; Moravcsik, 1993, 1998, 1999); 3. Der Mehrebenenansatz (Eising/Kohler-Koch, 1999; Grande/Jachtenfuchs, 2000) sowie 4. der Neo-Institutionalismus (Scharpf, 1999).
Schlagwortartig wird zumeist vom „dynamischen Mehrebenensystem”15 mit „variabler Geometrie”16 gesprochen. Davor war schlicht vom ominösen „Gebäude sui generis” die Rede (Kohler-Koch 1992, Jachtenfuchs/Kohler-Koch 1996, Bach 2000). Manche entdecken in der EU konsoziative oder konkordanzdemokratische Züge17. Begrifflichkeiten dieser Art sind alle nur einer engeren Gruppe von Experten geläufig. Die Bevölkerung kann sich keinen Reim darauf machen, und die populären Vorstellungen, was die Europäische Union nun eigentlich ist (und sein soll) sind vage gehalten und wohl sehr differenziert. Sie wird gewiss mit offenen Grenzen, Reisefreiheit, Frieden, dem Binnenmarkt oder dem Euro assoziiert, die Struktur und Wirkungsweise des politischen Systems bleiben aber im Dunkeln, und auch das Interesse daran lässt zu wünschen übrig, im Vergleich zur gewohnten nationalen Ebene (anders z.B. Ray, 2003:273).
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die zunehmende Politisierung der EU ein und hinterfragt, ob dem institutionellen Wandel ein politisch-kultureller Wandel in Form von Regimevertrauen folgt.
2.Theoretischer Hintergrund: Hier wird das Konzept der politischen Unterstützung nach David Easton vorgestellt, um es auf das europäische Mehrebenensystem anzuwenden.
3. Zum Begriff Vertrauen: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen sozialem und politischem Vertrauen, wobei das Regimevertrauen als abhängige Variable für die weitere Untersuchung festgelegt wird.
4. Das Unterstützungsobjekt: Die Europäische Union: Dieses Kapitel analysiert die EU als politisches System und beleuchtet den Legitimitätsbedarf sowie die Rolle der europäischen Identität.
5. Die Entstehung von Einstellungen zur Europäischen Union. Interessen oder Identität?: Eine Auseinandersetzung mit den theoretischen Ansätzen, ob Einstellungen eher zweckrational (ökonomisch) oder wertrational (identitätsbasiert) begründet sind.
6. Empirische Fragen, Hypothesen und Vorgehen: Das Kapitel leitet die Forschungsfragen ab, stellt konkrete Hypothesen zu Determinanten auf und begründet die Länderauswahl für die empirische Analyse.
7. Empirische Umsetzung: Hier wird das methodische Vorgehen (Faktoranalyse, Regressionsmodell) dargelegt und die empirische Basis aus Eurobarometer- und EVS-Daten beschrieben.
8. Länderprofile: Detaillierte Analyse der Ergebnisse für die einzelnen untersuchten Länder, unterteilt in Verteilungen, Dimensionen und Determinanten.
9. Beantwortung der Hypothesen: Systematische Auswertung der aufgestellten Hypothesen auf Basis der erhobenen Daten.
10. Quelle des Vertrauens: Werte oder Kalkül?: Ein zusammenfassendes Fazit über das Verhältnis von ökonomischen und politischen Faktoren für das Vertrauen in die EU.
11. Schlusswort: Abschließende Reflexion über die Stabilität der europäischen politischen Ordnung und die Bedeutung der Performanz für die Zukunft der EU.
Europäische Union, Vertrauen, Politische Unterstützung, Legitimität, Politische Kultur, Europäische Identität, Demokratiezufriedenheit, Regressionsanalyse, Eurobarometer, European Values Survey, Politische Ökonomie, Mehrebenensystem, Regimevertrauen, Politische Partizipation, Institutionenvertrauen.
Die Arbeit untersucht, warum Menschen der Europäischen Union vertrauen oder ihr misstrauen, und welche Faktoren – seien es wirtschaftliche Vorteile oder politische Einstellungen – dabei die entscheidende Rolle spielen.
Die Untersuchung deckt die theoretischen Grundlagen der politischen Unterstützung, die Rolle der europäischen Identität, die Bedeutung nationaler politischer Kulturen und die empirische Analyse von Vertrauensdeterminanten in verschiedenen EU-Staaten ab.
Das Ziel ist es, die Determinanten des Vertrauens in die EU zu identifizieren und empirisch zu belegen, in welchem Maße dieses Vertrauen auf rationalen Nutzenkalkulationen oder auf tiefer verankerten politischen und kulturellen Einstellungen basiert.
Der Autor verwendet eine quantitative Sekundäranalyse von Eurobarometer- und European Values Survey (EVS)-Daten. Methodisch kommen Faktoranalysen zur Dimensionenprüfung und multiple Regressionsanalysen zur Identifikation der Determinanten zum Einsatz.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Vertrauensbegriffs und der EU als politisches System, die Aufstellung empirischer Hypothesen, die Beschreibung des Vorgehens und eine detaillierte Analyse der Ergebnisse für verschiedene Länderprofile.
Zentrale Begriffe sind Vertrauen, Politische Unterstützung, Europäische Union, Legitimität, Politische Kultur, Europäische Identität und Determinantenanalyse.
Die Ergebnisse zeigen, dass exklusive nationale Identitäten eher negativ mit dem Vertrauen in die EU korrelieren. Die Identifikation mit der politischen Gemeinschaft der EU ist oft schwach ausgeprägt und den nationalen Loyalitäten untergeordnet.
Dies hängt stark vom nationalen Kontext ab. Länder, in denen das nationale politische System als leistungsfähig wahrgenommen wird, zeigen oft ein stabileres Vertrauen in die europäischen Institutionen, während in anderen Regionen das Vertrauen stärker von der direkten wirtschaftlichen Performanz abhängig ist.
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