Diplomarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Engel in der Bibel
2.1. Altes Testament
2.1.1. Einleitendes
2.1.2. Die Boten Gottes
2.1.3. Seraphim und Cherubim
2.1.5. Raphael der persönliche Begleiter
2.2. Neues Testament
2.2.1. Engelbegegnungen
2.2.2. Der Dienst der Engel
2.2.3. Engel in den Briefen des NT
2.2.4. Die Engel der Apokalypse
2.2.5. Zusammenfassung
3. Das Engelbild der Theologen
3.1. Von der Bibel zu den ersten dogmatischen Fixierungen
3.2. Geordnete Engel
3.3. Protestantische Engel
4. Engel in Liturgie und kirchlicher Kunst im Kontext der Taufe
4.1. Einleitendes
4.2. Engel in der Taufliturgie
4.3. Engel in protestantischen Taufliedern
4.4. Engel in der christlichen Kunst im Kontext der Taufe
4.5. Der Taufengel
4.5.1. Historisches
4.5.2. Neue Zugänge zum Taufengel
4.5.3. Taufe und Schutzengel im Kontext moderner Religiosität
5. Engel in der Alltagskultur
5.1. Engel im Film
5.2. Der Schutzengel und sein Problem
5.3. Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein?
6. Engel im Kontext von Tod und Sterben
6.1. Ein leeres Symbol
6.2. Mögliche Inhalte
7. Schlußbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Engelvorstellungen in der Bibel, der theologischen Tradition und der zeitgenössischen Volksfrömmigkeit, mit einem besonderen Fokus auf den kirchlichen Umgang mit Engeln im Kontext der Taufe. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie das Symbol des Engels zur Versinnlichung der Transzendenz und zur Realitätsbewältigung in der Gegenwart genutzt werden kann, ohne in eine dogmatische oder esoterische Verehrung abzugleiten.
2.1.2. Die Boten Gottes
Gottes Boten begegnen Menschen in Situationen, die keinen Ausweg erkennen lassen. Sie öffnen Horizonte.
Auf der Flucht vor ihrer Herrin Sarai begegnet der schwangeren Hagar der הָהוְי אָךְ ְ לַמ an einer Wasserquelle in der Wüste (Gen 16,7 ff.). Dieser Engel kennt Hagar, er nennt sie beim Namen und fragt nach dem Woher und Wohin. Woher er kommt, sagt der Text nicht, wohin er geht, spielt keine Rolle, der Engel stellt sich nicht vor. Auch über sein Aussehen, sein Wesen erfahren die Leser nichts. Die Reaktion Hagars läßt zunächst vermuten, daß es sich um einen guten Bekannten handelt. Sie gibt ohne Furcht, Zögern oder Rückfrage Antwort. Die Worte des Engels zeigen aber deutlich, daß es sich hier um einen besondere Begegnung handelt. Hagar erhält die Anweisung zur Umkehr und die Verheißung reicher Nachkommenschaft. Wer kann solche Zusagen machen? Hagar weiß, in ihrer Not hat Gott zu ihr gesprochen. Die Worte des Engels sind Worte Gottes. Sie ruft den Namen Jahwes aus, den Namen des Gottes, der sie sieht. Später soll sich zeigen, daß dieser Gott auch hört. Wieder in der Wüste, Hagar in großer Verzweiflung, bekennt sich Gott zu seinem Wort und rettet Mutter und Kind (Gen 21,15ff.). Hier spricht der Engel Gottes vom Himmel her, er ist also eindeutig als himmlisches Wesen eingeführt.
1. Einleitung: Die Arbeit problematisiert das biblische Engelverständnis und zeigt auf, dass Engel als Chiffre für Gottes bewahrende Nähe dienen können.
2. Engel in der Bibel: Dieses Kapitel analysiert die Boten Gottes im Alten und Neuen Testament, wobei die Tendenz zur Individualisierung und die Funktion der Engel als Mittler im Mittelpunkt stehen.
3. Das Engelbild der Theologen: Es wird die dogmatische Entwicklung der Engellehre von den frühen Fixierungen bis zu modernen Ansätzen (z.B. Barth, Schleiermacher) dargelegt.
4. Engel in Liturgie und kirchlicher Kunst im Kontext der Taufe: Dieses Kapitel untersucht die spezifische Bedeutung von Engeln in der Taufliturgie und in der protestantischen Kunst, insbesondere der Tradition der Taufengel.
5. Engel in der Alltagskultur: Die Untersuchung beleuchtet die Rolle von Engeln als Schutzsymbole im Film und in der Musik, sowie das Konzept der "menschlichen Engel".
6. Engel im Kontext von Tod und Sterben: Das Kapitel reflektiert, wie Engel in der Trauerkultur als Symbole der Hoffnung oder als entleerte Symbole fungieren können.
7. Schlußbetrachtungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Engel als religiöse Symbole für die persönliche Erfahrung der Nähe Gottes dienen können, die theologisch konstruktiv genutzt werden sollte.
Engel, Taufengel, Theologie, Bibel, Gottesnähe, Transzendenz, Schutzengel, Religionspädagogik, Volksfrömmigkeit, Dogmatik, Liturgie, Symbolik, Heilsgeschichte, Moderne Religiosität, Sterbebegleitung.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Engelvorstellungen in biblischen Texten, der christlichen Theologie und der gelebten Volksfrömmigkeit, insbesondere in Bezug auf die Taufe.
Zu den Kernbereichen zählen die biblische Angelologie, die dogmatische Entwicklung, der Einsatz von Engeln in der Liturgie, die Kunstgeschichte der Taufengel sowie die heutige Bedeutung von Engeln im Alltag und bei Tod und Sterben.
Das Ziel ist es, Engel als "Versinnlichung des Transzendenten" zu untersuchen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kirche und Theologie dieses Symbol heute konstruktiv nutzen können, ohne in unkritische oder magische Vorstellungen zu verfallen.
Der Autor wählt einen hermeneutischen Ansatz, der die biblischen Texte sowie historische und zeitgenössische theologische Quellen analysiert und mit soziologischen und tiefenpsychologischen Perspektiven verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung biblischer Engelberichte, eine historische dogmatische Reflexion, eine Analyse von Engeln in der Taufe und Liturgie sowie eine Betrachtung der Rolle von Engeln in der heutigen Alltagskultur.
Zentrale Begriffe sind Engel, Taufengel, Gottesnähe, Transzendenz, Schutzengel, Symbolik und moderne Religiosität.
Taufengel sind spezifische, meist hölzerne Skulpturen, die in norddeutschen Dorfkirchen des 17. und 18. Jahrhunderts als Träger der Taufschale dienten und heute Gegenstand einer kulturellen Renaissance sind.
Während die Bibel den Fokus auf die Botschaft legt und der Engel als Bote zurücktritt, wird das Wort Engel heute in der Frömmigkeit stärker genutzt, um persönliche, religiös gedeutete Erfahrungen von Geborgenheit und Hilfe zu beschreiben.
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