Examensarbeit, 2003
126 Seiten, Note: 2,3
1 Vorbemerkung
2 Einleitung / Problemstellung
3 Legitimation des Faches Sport in der Grundschule
3.1 Legitimation von Zielen und Aufgaben des Sportunterrichts
3.2 Legitimation von Zielen und Aufgaben des Schwimmunterrichts
4 Situation des Faches Sport in der Grundschule
4.1 Grundschulsport zwischen Anspruch und Wirklichkeit
4.2 Situation des Sportunterrichts an Grundschulen
4.3 Situation des Schwimmunterrichts an Grundschulen
5 Sportlehrerqualifikation in der Grundschule
5.1 Zur Situation der Sportlehrerausbildung für die Grundschule
5.2 Sportlehrerfort- und Weiterbildung
5.2.1 Zur Situation der Sportlehrerfortbildung
5.2.2 Zur Situation der Sportlehrerweiterbildung
6 Die Lebensphase Kindheit
6.1 Veränderte Lebensbedingungen der Kinder im Grundschulalter
6.2 Bewegungsmangel und seine Folgen für die Kinder
6.3 Notwendigkeit des Sportunterrichts in der Grundschule
7 Fragestellungen
8 EMPIRISCHER TEIL
9 Konzeption der Untersuchung
9.1 Befragungsgruppe
9.2 Fragebögen
9.3 Testlauf
9.4 Realisierung der Untersuchung
9.5 Praktische Probleme bei der Datenerhebung
9.6 Auswertungsmethode und Ergebnisdarstellung
10 Untersuchungsergebnisse
10.1 Ergebnisse der Schulleiterbefragung
10.2 Ergebnisse der Grundschulehrerbefragung
10.2.1 Schwimmfähigkeit der Kinder
10.2.2 Fachspezifische Qualifikationen der Lehrkräfte und ihre Einstellung zur aktuellen Situation im Schwimmunterricht
10.2.3 Organisatorische Gegebenheiten des Schwimmunterrichts
11 Folgerung für den allgemeinen Sportunterricht der Grundschulkinder
12 Folgerungen für die Sportlehrerfort- und Weiterbildung
12.1 Notwendigkeit von qualitativen Weiterbildungen für Grundschullehrer im Bereich Sport unter besonderem Aspekt des Schwimmens
12.2 Exemplarisches Beispiel zur Förderung des Schwimmsports in der Grundschule: Projekt Düsseldorf „Schwimmen macht Schule“
13 Entstehung des Bochumer Projektes in Form eines Arbeitskreises „Lernwerkstatt Schwimmen“
13.1 Modellhaftes Konzept für die Sportlehrerfort- und Weiterbildung in der Grundschule für den Bereich Schwimmen
14 Zusammenfassung / Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, eine aktuelle Bestandsaufnahme der Situation des Schwimmunterrichts an Bochumer Grundschulen durchzuführen. Dabei wird untersucht, inwieweit organisatorische Rahmenbedingungen und die Qualifikation der Lehrkräfte die Schwimmfähigkeit der Kinder beeinflussen, um auf dieser Basis Handlungsempfehlungen für zukünftige Projekte zur Verbesserung des Schwimmunterrichts zu entwickeln.
3 Legitimation des Faches Sport in der Grundschule
Da der Schwimmunterricht in den normalen Sportunterricht eingebettet und somit nur ein Teil von ihm ist, muss zunächst der allgemeine Schulsport betrachtet und im Anschluss der Bezug zum Schwimmunterricht hergestellt werden.
3.1 Legitimation von Zielen und Aufgaben des Sportunterrichts
Nicht erst seit den Diskussionen um die Stundenkürzungen des Faches oder der Abschaffung als viertes Abiturfach muss sich das Fach Sport immer wieder selbst legitimieren. Schon im historischen Rückblick stand das Fach Sport unter Legitimationszwang, wobei oft versucht wurde, die Eigenständigkeit des Faches in den Vordergrund zu rücken (vgl. SPINNLER 1995, S. 159-168). Zunächst wird der Begriff Legitimation definiert, denn jedes unterrichtete Fach in der Schule bedarf seiner Rechtfertigung.
„ <<Legitimieren>> heißt Handlungen, Entscheidungen oder Forderungen zu begründen, zu rechtfertigen, als rechtmäßig auszuweisen“ (SCHERLER 1994, S. 5).
Seit 1999 gibt es in Nordrhein-Westfalen neue Richtlinien und Lehrpläne für den Sport in der Grundschule. Neue oder weiterentwickelte Richtlinien beweisen, dass sich auch die Institution Schule Veränderungen anpasst. Ein kurzer Abriss über die Legitimationen von Schulsport im historischen Rückblick bei SPINNLER zeigt, dass sich die Veränderungen im Schulsport meistens an die jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen angepasst haben (vgl. SPINNLER 1995, S. 159ff).
BALZ versuchte den aktuellen Schulsport mittels der folgenden drei Argumente zu legitimieren (vgl. BALZ 2000a, S. 38f). Er unterteilt die Legitimation des Schulsports dabei in innerschulische und außerschulische Begründungen, wobei letztere erneut in innersportliche und außersportliche unterschieden wird (vgl. Abb.2). Dabei zu beachten ist, dass keine Begründung allein ausreichend ist, sondern nur im Zusammenhang mit den anderen ihre Gültigkeit erhält. Eine ähnliche Legitimation führte bereits Mitte der 90er Jahre SCHERLER an (vgl. SCHERLER 1994, S. 5ff und SCHERLER 1995, S. 44ff).
1 Vorbemerkung: Hinweise zur geschlechtsneutralen Sprachverwendung in der Arbeit.
2 Einleitung / Problemstellung: Darstellung der Ausgangslage basierend auf Untersuchungen zur Schwimmfähigkeit und der Notwendigkeit einer aktuellen Bestandsaufnahme.
3 Legitimation des Faches Sport in der Grundschule: Erörterung der theoretischen Begründungen für den Schulsport und die spezifische Bedeutung der Teildisziplin Schwimmen.
4 Situation des Faches Sport in der Grundschule: Kritische Auseinandersetzung mit der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Schulsport sowie im Schwimmunterricht.
5 Sportlehrerqualifikation in der Grundschule: Überblick über die Ausbildungssituation und die Relevanz von Fort- und Weiterbildungen für fachfremd unterrichtende Lehrer.
6 Die Lebensphase Kindheit: Diskussion der veränderten Lebensumstände von Kindern und deren Auswirkungen auf die motorische Entwicklung und den Bewegungsbedarf.
7 Fragestellungen: Formulierung der zentralen Untersuchungsfragen hinsichtlich Qualifikation und Schwimmfähigkeit.
8 EMPIRISCHER TEIL: Einleitung in den empirischen Abschnitt der Arbeit.
9 Konzeption der Untersuchung: Beschreibung des methodischen Aufbaus, der Befragungsgruppe und der Datenerhebung.
10 Untersuchungsergebnisse: Präsentation und Analyse der Ergebnisse aus der Schulleiter- und Lehrerbefragung.
11 Folgerung für den allgemeinen Sportunterricht der Grundschulkinder: Darstellung von Lösungsansätzen wie Sportförderunterricht und bewegte Schule.
12 Folgerungen für die Sportlehrerfort- und Weiterbildung: Ableitung von Anforderungen an künftige Qualifizierungsmaßnahmen.
13 Entstehung des Bochumer Projektes in Form eines Arbeitskreises „Lernwerkstatt Schwimmen“: Dokumentation der Projektentwicklung und Vorstellung eines modellhaften Konzepts.
14 Zusammenfassung / Ausblick: Fazit der Untersuchungsergebnisse und Perspektiven für einen effektiveren Schwimmunterricht.
Schulsport, Grundschule, Schwimmunterricht, Schwimmfähigkeit, Lehrerqualifikation, Fortbildung, Weiterbildung, Bewegungsmangel, Kindheit, Sportförderunterricht, Rettungsfähigkeit, Bochum, Didaktik, empirische Untersuchung, Bewegungsförderung
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation des Schwimmunterrichts an Bochumer Grundschulen, wobei besonders die Diskrepanz zwischen curricularen Ansprüchen und der praktischen Umsetzung im Fokus steht.
Neben der Schwimmfähigkeit der Kinder stehen die Qualifikation der Lehrkräfte, die organisatorischen Rahmenbedingungen des Schwimmunterrichts sowie die Bedeutung von Fortbildungen im Zentrum der Untersuchung.
Das Ziel ist die Erstellung einer Bestandsaufnahme, um Defizite im Bereich des Bochumer Grundschulschwimmens aufzuzeigen und ein visionäres Konzept für die Lehrerfortbildung zu entwickeln.
Es wurde eine empirische Bestandsaufnahme mittels schriftlicher Fragebögen an Schulleitungen und Sportlehrkräften aller Bochumer Grundschulen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Legitimation, Lebensphase Kindheit) und einen umfangreichen empirischen Teil mit der Analyse von Befragungsergebnissen zu Qualifikation, Anfahrt und Wasserzeiten.
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Schulsport-Misere, Schwimmfähigkeit, fachfremder Unterricht, Rettungsfähigkeit, Bewegungsmangel und das Modell der Lehrerfortbildung.
Die überwältigende Mehrheit der befragten Lehrkräfte hält eine solche Initiative für sehr sinnvoll und fordert insbesondere mehr und bessere Fortbildungsmöglichkeiten.
Ein zentrales Problem ist der hohe Anteil an fachfremd unterrichtenden Lehrkräften, die oft lediglich über den Nachweis der Rettungsfähigkeit verfügen, aber nicht über eine umfassende didaktisch-methodische Ausbildung im Schwimmen.
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