Forschungsarbeit, 2007
175 Seiten
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1 Inklusion vs. Integration
2.2 Begriffswirrwarr – Integration, Inclusion, Inklusion, Diversity Studies
2.3 Die entwicklungslogische Didaktik
2.4 Behinderung
2.4.1 Behinderung aus salutogenetischer Perspektive betrachtet
2.4.2 Behinderungsbedingte Traumaverarbeitung in Spiralphasen
2.4.3 Selbsthilfe
2.5 Empowerment
3. Das Problem der Inklusion
3.1 Entwicklungsneuropsychologische Aspekte
3.1.1 Struktur des Gehirns
3.1.2 Postnatale Gehirnentwicklung
3.2 Die kindliche Denkentwicklung
4. Inklusionsethik
4.1 Eine Begriffsbestimmung des Ethischen
4.2 Begründung einer Ethik
4.3 Versuch einer Inklusionsethik
4.4 Methodisches Vorgehen im inklusiven Unterricht
4.5 Was passiert mit den Schwerst- und Schwerstmehrfachbehinderungserfahrenen?
5. Erster Exkurs: Der Tag, an dem auch mein rechter Arm sich selbstständig macht
5.1 Abschließender Exkurs und Klärung der Motivlage
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den theoretischen Grundlagen der Inklusion von behinderungserfahrenen Schülerinnen und Schülern auseinander, wobei der Autor eigene Erfahrungen mit schwerer Behinderung und den institutionellen Gegebenheiten des Sonderschulsystems verarbeitet. Ziel ist es, durch die Reflexion von Entwicklungspsychologie, Inklusionsethik und pädagogischen Ansätzen eine theoretische Fundierung für ein inklusives Schulsystem zu schaffen, das auf Selbstbestimmung und echter Teilhabe basiert.
2.1 Inklusion vs. Integration
„Menschen, die wir behindert nennen, schließen sich seit 1968 in immer mehr Städten zu Krüppel- und Behinderteninitiativen, Eltern behinderter Kinder zu älteren Initiativen zusammen und kämpften gegen die gerade erst in qualitativer und quantitativer Hinsicht ausgeweiteten sonderpädagogischen Einrichtungen. Nicht pädagogische Sonderbehandlung in speziellen Einrichtungen sondern Integration in allen regulären Lern-, Wohn- und Lebenszusammenhänge war ihre zentrale Forderung“ (ROHRMANN 2004, 19).
„Der Weg zur Überwindung der institutionalisierten Ausgrenzung Behinderter geht unausweichlich über folgende Stationen: 1. Akzeptanz des Grundsatzes der ‚Nichtaussonderung’ in unserer Gesellschaft als totales Prinzip; und 2. Schaffung der notwendigen Bedingungen für die Verwirklichung dieses totalen Prinzips. Halbwahrheiten führen nicht auf diesen Weg. Sie verharren in alten Sackgassen und führen in neue: Wer nur einige behinderte Kinder in die Regelschule bringen will, ist auf dem Holzwege. Wer behinderte Kinder in die Regelschule bringen will, sogenannte lernbehinderte und verhaltensauffällige aber aus der Klasse ausgrenzen will, befindet sich nicht auf dem Weg zur Überwindung der institutionalisierten Ausgrenzung“ (STEINER 1996, 202).
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine eigene Behinderungserfahrung nach einem schweren Unfall und die daraus resultierende Notwendigkeit, sich wissenschaftlich und theoretisch mit Inklusion zu beschäftigen.
2. Begriffsklärungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Inklusion und Integration sowie die Komplexität der Behindertenproblematik aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet.
3. Das Problem der Inklusion: Dieses Kapitel betrachtet die neuropsychologischen Voraussetzungen für Lernen und die Entwicklung des Kindes im Kontext der schulischen Bildung.
4. Inklusionsethik: Es wird der Versuch unternommen, eine ethische Grundlage für Inklusion zu formulieren, die den Menschen als Subjekt in seiner Einzigartigkeit achtet.
5. Erster Exkurs: Der Tag, an dem auch mein rechter Arm sich selbstständig macht: Der Autor reflektiert anhand einer persönlichen Geschichte die Unzulänglichkeiten der medizinischen Versorgung im Kontext seiner Behinderung.
Inklusion, Integration, Sonderpädagogik, Behinderung, Empowerment, Salutogenese, Schulentwicklung, Neuropsychologie, Inklusionsethik, Teilhabe, Selbsthilfe, Behinderungserfahrenheit, Bildungsreform, Zukunftswerkstatt, Selbstbestimmung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Herleitung und ethischen Begründung von inklusiver Bildung für behinderungserfahrene Menschen, ausgehend von der persönlichen Betroffenheit des Autors.
Die Arbeit umfasst Inklusion, Schulentwicklung, Neuropsychologie, Inklusionsethik sowie das Konzept des Empowerments.
Das Ziel ist es, das Sonderschulsystem kritisch zu hinterfragen und eine fundierte Theorie für eine wirklich inklusive Pädagogik zu entwickeln, die Barrieren abbaut.
Der Autor nutzt Literaturanalysen, systemtheoretische Ansätze, Erkenntnisse der Neuropsychologie sowie das Modell der Krisenverarbeitung und die Methode der Zukunftswerkstatt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Problematik der Inklusion aus neuropsychologischer Sicht, die Entwicklung einer Inklusionsethik sowie die Analyse von Empowerment und methodischem Vorgehen.
Wesentliche Begriffe sind Inklusion, Empowerment, Behinderungserfahrenheit, entwicklungslogische Didaktik und das Ziel der uneingeschränkten gesellschaftlichen Teilhabe.
Die Biografie dient als Ausgangspunkt für die Reflexion des Sonderschulsystems und macht die theoretischen Ausführungen durch persönliche Erfahrungen authentisch.
Inklusion ist nach Auffassung des Autors die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft, ohne dass sie in Kategorien von "behindert" oder "nicht behindert" deklassiert werden.
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