Diplomarbeit, 2007
72 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Informationseffekte
2.1 Der Modellrahmen von Chen (1999)
2.1.1 Erläuterung der Basisannahmen und des Modellaufbaus
2.1.2 Der Sichteinlagenvertrag
2.2 Rationales Herdenverhalten – Ursache systemweiter Bankenkrisen
2.3 Das Einlagensicherungssystem
2.4 Zusammenfassung der Modellergebnisse
3 Dominoeffekte durch Interbankeneinlagen
3.1 Der Modellrahmen von Dasgupta (2004)
3.1.1 Erläuterung der Basisannahmen und des Modellaufbaus
3.1.2 Die Auszahlungen
3.1.3 Die Spielbeschreibung
3.2 Das Gleichgewicht
3.2.1 Das Gleichgewicht im statischen Spiel
3.2.2 Das Gleichgewicht im dynamischen Spiel
3.3 Ansteckung verursacht durch Interbankeneinlagen
3.4 Optimale Höhe der Interbankeneinlagen
3.5 Zusammenfassung der Modellergebnisse
4 Dominoeffekte durch das Interbanken-Zahlungssystem
4.1 Der Modellrahmen von Freixas et al. (2000)
4.1.1 Erläuterung der Basisannahmen und des Modellaufbaus
4.1.2 Das Reiseverhalten der Individuen
4.1.3 Die optimalen Strategien der Individuen
4.2 Risiken im Interbanken-Zahlungssystem
4.3 Interventionsmaßnahmen seitens der Zentralbank
4.4 Zusammenfassung der Modellergebnisse
5 Vermögenseffekte
5.1 Der Modellrahmen von Goldstein und Pauzner (2004)
5.2 Das Gleichgewicht
5.2.1 Das Gleichgewicht in Land 2
5.2.2 Das Gleichgewicht in Land 1
5.3 Ansteckung verursacht durch Portfoliodiversifikation
5.4 Korrelation zwischen den Investitionserträgen
5.5 Modellerweiterung
5.6 Zusammenfassung der Modellergebnisse
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert theoretische Übertragungsmechanismen, durch die sich der Zusammenbruch einzelner Kreditinstitute auf das gesamte Bankensystem ausbreiten kann, um hieraus geeignete Interventionsmaßnahmen zur Stabilitätssicherung abzuleiten.
Die langfristigen Investitionsobjekte
Jede Bank investiert in t = 0 die gesamten Depositen in ein langfristiges Investitionsobjekt. Der Ertrag dieses Investitionsobjektes ist abhängig von der Zufallsvariablen a , welche die wirtschaftlichen Aussichten des gesamten Bankensektors widerspiegelt. Wird die Investition bis zum Ende der Laufzeit in t = 2 gehalten, so führt jede in t = 0 investierte Einheit mit der Wahrscheinlichkeit (1-a) zu einem hohen Ergebnis von R. Mit der Wahrscheinlichkeit a wird jedoch nur ein geringes Ergebnis in Höhe von r realisiert. Es sei R > 1 > r ≥ 0. Des Weiteren wird angenommen, dass die Banken unterschiedliche Investitionsobjekte wählen, die in t = 2 alle denselben erwarteten Ertrag generieren.
Bei einer vorzeitigen Liquidation der Investitionsobjekte liefert jede in t = 0 investierte Einheit einen Rückzahlungsbetrag von einer Einheit in t = 1.
Die Zufallsvariable a kann zwei Werte annehmen: a_g, wenn die wirtschaftlichen Aussichten des Bankensektors positiv sind und a_b bei schlechten Zukunftsaussichten. Die beiden Werte erfüllen die Bedingung 1 > a_b > a_g > 0, das bedeutet je schlechter die wirtschaftliche Aussicht und je größer der Wert der Zufallsvariablen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die langfristigen Investitionsobjekte nur ein geringen Ertrag erzielen.
Der Erwartungswert der Zufallsvariablen zum Zeitpunkt 0 errechnet sich als a_0 = eta_0 * a_b + (1 - eta_0) * a_g, wobei eta_0 die a priori Wahrscheinlichkeit für schlechte Zukunftsaussichten des Bankensystems darstellt.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das systemische Risiko und legt die Zielsetzung fest, Mechanismen der Ansteckung zwischen Kreditinstituten zu untersuchen.
2 Informationseffekte: Dieses Kapitel erläutert, wie Informationsasymmetrien zwischen Einlegern zu panikinduzierten Bankenläufen führen können und wie Einlagensicherungssysteme dagegen wirken.
3 Dominoeffekte durch Interbankeneinlagen: Es wird analysiert, wie Kreditbeziehungen zwischen Banken als Übertragungswege für Liquiditätsschocks fungieren und wie sich dies auf die Stabilität auswirkt.
4 Dominoeffekte durch das Interbanken-Zahlungssystem: Dieser Teil betrachtet die Ansteckungsgefahren in komplexen Zahlungssystemen und diskutiert die Rolle der Zentralbank bei der Vermeidung systemweiter Krisen.
5 Vermögenseffekte: Das Kapitel untersucht, wie sich Krisen über Portfoliodiversifikationen zwischen Ländern ausbreiten können, selbst wenn keine direkten Kreditbeziehungen existieren.
6 Fazit: Die Arbeit fasst die Wirkungsmechanismen zusammen und betont, dass Interventionsmaßnahmen spezifisch an die Struktur des jeweiligen Bankensystems angepasst werden müssen.
Systemisches Risiko, Bankenkrise, Bank Run, Ansteckung, Interbankeneinlagen, Einlagensicherung, Liquiditätsschock, Portfoliodiversifikation, Zentralbank, Finanzstabilität, Informationsasymmetrie, Vermögensrealeffekte, Kreditstruktur, Liquiditätsrisiko, Bankenregulierung
Die Arbeit untersucht verschiedene theoretische Mechanismen, die dazu führen, dass ein Schock bei einem einzelnen Kreditinstitut eine Kettenreaktion auslöst, die das gesamte Bankensystem destabilisieren kann.
Die zentralen Themen sind Ansteckungseffekte (Contagion), die Rolle von Interbankenverflechtungen, Informationsasymmetrien bei Einlegern sowie die Auswirkungen der Portfoliodiversifikation auf die Systemstabilität.
Ziel ist es, die spezifischen Ansteckungsmechanismen zu analysieren, die zu einer systemweiten Krise führen, um daraus fundierte regulatorische Interventionsmaßnahmen zur Sicherung der Systemstabilität abzuleiten.
Es werden verschiedene ökonomische Modelle (u.a. von Chen, Dasgupta, Freixas et al., Goldstein/Pauzner) analysiert, um die Auswirkungen unterschiedlicher Marktstrukturen und Externalitäten auf die Bankenstabilität formal herzuleiten.
Der Hauptteil behandelt theoretische Modelle zu Informationseffekten, Dominoeffekten durch Kreditverflechtungen und Zahlungssysteme sowie Vermögenseffekte bei internationaler Diversifikation, jeweils mit Fokus auf Gleichgewichtsanalysen und Stabilitätseigenschaften.
Systemisches Risiko, Bank Run, Ansteckung (Contagion), Interbankenverflechtungen, Einlagensicherung, Liquiditätsschocks und Portfoliodiversifikation stehen im Zentrum der Arbeit.
Bei "Credit Chain Lending" gewährt jede Bank nur der vorgelagerten Bank einen Kredit, während beim "Diversified Lending" alle Banken wechselseitig über Kreditbeziehungen verbunden sind, was die Verteilung von Verlusten unterschiedlich beeinflusst.
Aufgrund ihrer zentralen Rolle im Interbankenmarkt können diese Banken als "Too big to Fail" eingestuft werden, da ihr Zusammenbruch weitreichende Ansteckungsfolgen für das gesamte restliche System nach sich zieht.
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