Diplomarbeit, 2006
123 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Konzept der Dissoziativen Identitätsstörung
2.1 Dissoziation als psychischer Prozess
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 Dissoziationsfähigkeit als Grundvoraussetzung
2.1.3 Das Dissoziative Kontinuum
2.2 Klassifikationen dissoziativer Störungen nach DSM-IV-TR
2.2.1 Diagnosekriterien der Dissoziativen Amnesie
2.2.2 Diagnosekriterien der Dissoziativen Fugue
2.2.3 Diagnosekriterien der Depersonalisationsstörung
2.2.4 Diagnosekriterien der nicht- näher bezeichneten dissoziativen Störungen
2.3 Kriterien der Dissoziativen Identitätsstörung
2.4 Geschichtlicher Rückblick
2.5 Epidemiologische und demographische Daten
2.6 Kontroverse: Diskussion zur Iatrogenität
3 Dissoziation als Strategie der Trauma- Bewältigung und die Dissoziative Identitätsstörung als deren Folgestörung
3.1 Der Zusammenhang von Trauma, Missbrauch und Dissoziation
3.1.1 Kindesmisshandlung
3.1.1.1 Körperliche Misshandlung
3.1.1.2 Vernachlässigung
3.1.1.3 Emotionaler Missbrauch
3.1.1.4 Sexueller Missbrauch
3.1.2 Der Täterkreis
3.1.2.1 Der Familienkreis
3.1.2.2 Der Bekanntenkreis
3.1.2.3 Frauen als Täterinnen und Mittäterinnen
3.1.2.4 Organisiertes Verbrechen
3.1.2.5 Satanische Kulte und ritueller Missbrauch
3.2 Ätiologische Überlegungen
3.2.1 Weibliches Geschlecht
3.2.2 Das Trauma
3.2.3 Dissoziationsfähigkeit
3.2.4 Niemand hilft
3.3 Diagnose Dissoziative Identitätsstörung
3.3.1 Diagnostische Kriterien und Hinweise
3.3.1.1 Spezifische Merkmale zur Bestimmung von DIS
3.3.1.2 Unspezifische diagnostische Hinweise zum Vorliegen einer DIS
3.3.1.2.1 Psychiatrische Symptome
3.3.1.2.2 Psychosomatische Symptome
3.3.1.2.3 Zusätzliche Kriterien
3.3.2 Komorbidität und Differenzialdiagnose
3.3.3 Diagnoseinstrumente
3.4 Phänomenologie oder „Das normal- verrückte Leben DIS- Betroffener“
3.4.1 Das subjektive Ereben Betroffener
3.4.2 Die „alter- Persönlichkeiten“
3.4.2.1 Alltags- Persönlichkeit
3.4.2.2 Kinder- Persönlichkeiten
3.4.2.3 Verfolger- Persönlichkeiten
3.4.2.4 Beschützer- und Helfer- Persönlichkeiten
3.4.2.5 Weitere Persönlichkeitszustände
3.4.3 Das Persönlichkeits- System
3.4.4 Switchen
4 Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten
4.1 Möglichkeiten und Grenzen der Psychotherapie
4.1.1 Überblick zu den Behandlungsrichtlinien nach ISSD (1997)
4.1.2 Psychodynamisch- Imaginative Trauma- Therapie
4.1.2.1 Stabilisierung und Symptomreduktion
4.1.2.2 Arbeit mit Imaginationen und die Bearbeitung traumatischer Erfahrungen
4.1.2.3 Integrationsarbeit
4.1.2.4 Postintegrative Therapie und Rehabilitation
4.1.3 Ergänzende Therapien
4.1.3.1 Gruppentherapie
4.1.3.2 Stationäre Behandlung
4.1.3.3 Pharmakotherapie
4.1.3.4 Nonverbale Therapieansätze
4.2 Möglichkeiten und Grenzen der Sozialpädagogik/ Sozialen Arbeit
4.2.1 Sozialpädagogische Prinzipien und Angebote
4.2.1.1 Mögliche Kontaktbereiche und Anlaufstellen
4.2.1.2 Qualifikationsmerkmale, Grundhaltungen und Anforderung an SozialpädagogInnen im Umgang mit DIS
4.2.2 Sozialpädagogischer Handlungsbereich
4.2.2.1 Prävention
4.2.2.1.1 Primarprävention zur Kindesmisshandlung
4.2.2.1.2 Sekundäre und tertiäre Prävention zur Kindesmisshandlung
4.2.2.2 Öffentlichkeitsarbeit
4.2.2.3 Beratung und Begleitung
4.2.2.3.1 Beziehungsarbeit und soziales Netzwerk
4.2.2.3.2 Sicherheit und Stabilisierung
4.2.2.4 Krisenintervention
4.2.2.5 Begleitung im betreuten Wohnen
4.2.2.6 Bereich der Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen
5 Schlusswort
Die Diplomarbeit untersucht die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) als schwerwiegendes sozialpädagogisches Problem, das aus frühkindlichen Traumatisierungserfahrungen resultiert. Ziel ist es, ein Verständnis für das Störungsbild als Bewältigungsstrategie zu vermitteln und konkrete sozialpädagogische sowie psychotherapeutische Handlungsansätze für die Begleitung Betroffener aufzuzeigen.
3.1.2.5 Satanische Kulte und ritueller Missbrauch
Sehr viele DIS- Betroffene waren auch satanisch- rituellem beziehungsweise sadistisch- rituellem Missbrauch ausgesetzt, der nicht allein in organisierten Sekten, Kulten, satanischen Gruppierungen und in Bezug zu Satanismus (als Gegenbewegung zum Christentum eine Art „Antireligion“) stattfindet. Auch der Vater, der sich stets im gleichen Zimmer, zur gleichen Zeit und mit den selben Folterinstrumenten am Kind vergeht, übt laut Becker und Felsner (1997) Gewalt im Rahmen eines Rituals (pseudo- rituell bzw. „ritualisiert“) aus.
Sekten und Satanistengruppen wählen für ihre Rituale und Opferungen spezielle Orte, wie zum Beispiel Kellerräume, Kirchen oder Scheunen sowie „Kultstätten“ unter freiem Himmel (Friedhöfe und Opferstellen) aus. Mit schwarzen Kränzen, umgekehrten Kreuzen, Fackeln, offenem Feuer und Seilen, Ketten, Dolchen und Schwertern an den Wänden richten sie die Stätten für ihre Zwecke her. Als Gestalten in Masken und Umhängen, mit lauter Musik, rituellen Gesängen und Tänzen, magischen Symbolen, Sprüchen und Flüchen schüchtern sie ihre Opfer ein und versetzen sie in Todesangst. Das Szenario wirkt zudem besonders bedrohlich, da die Opfer glauben an einer Art heiligen Handlung teilzunehmen, für die sie speziell ausgewählt wurden und der sie völlig hilflos ausgeliefert sind (vgl. Becker/ Felsner 1997).
Die Rituale selbst sind von extremster Folter geprägt und enden nicht selten mit dem Opfertod. In Orgien und schwarzen Messen werden den Opfern Alkohol und Drogen verabreicht, auf unterschiedliche Weise schlimmste Verletzungen zugefügt und meist von allen Gruppenmitgliedern in jeglicher Form sexuell missbraucht. In der Regel werden die Opfer selbst zu Gewalttaten und Morden gezwungen und machen sich so zu MittäterInnen, was ihr oft jahrelanges Schweigen begründet (vgl. Huber 2004, S.86).
1 Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihr persönliches Interesse an der Thematik und skizziert das Störungsbild als eine Form der Identitätsspaltung, die eine besondere Herausforderung für die soziale Arbeit darstellt.
2 Konzept der Dissoziativen Identitätsstörung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Dissoziation ein, behandelt Klassifikationen nach dem DSM-IV-TR und diskutiert die geschichtliche Entwicklung sowie die wissenschaftliche Kontroverse um die Iatrogenität.
3 Dissoziation als Strategie der Trauma- Bewältigung und die Dissoziative Identitätsstörung als deren Folgestörung: Der Hauptteil analysiert den Zusammenhang zwischen Traumata und der Ausbildung dissoziativer Strukturen, beschreibt verschiedene Formen von Missbrauch sowie die Phänomenologie des Alltagslebens Betroffener.
4 Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten: Hier werden psychotherapeutische Ansätze und die sozialpädagogischen Handlungsfelder bei der Begleitung von DIS-Betroffenen detailliert vorgestellt, einschließlich Prävention, Krisenintervention und Selbsthilfe.
5 Schlusswort: Das Fazit fasst die Relevanz einer interdisziplinären Zusammenarbeit zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung sowie fachlicher Qualifizierung im psychosozialen Bereich.
Dissoziative Identitätsstörung, DIS, Dissoziation, Traumata, Kindesmisshandlung, Persönlichkeitsspaltung, Persönlichkeitszustände, Switching, Psychotherapie, Sozialpädagogik, Iatrogenität, Posttraumatische Belastungsstörung, Krisenintervention, Identität, Überlebensstrategie.
Die Arbeit analysiert die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) aus einer sozialpädagogischen Perspektive und betrachtet sie als notwendige, wenn auch dysfunktional gewordene Überlebensstrategie nach schwerer frühkindlicher Traumatisierung.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Dissoziationskonzepts, die ätiologische Bedeutung von Missbrauchserfahrungen, die Phänomenologie des multiplen Systems sowie konkrete Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten.
Das Ziel ist die Sensibilisierung professioneller Helfer für die komplexen Bedürfnisse von DIS-Betroffenen, um eine kompetente und professionelle Begleitung in Alltag und Krise zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychiatrischer, klinischer und sozialpädagogischer Fachpublikationen und stellt die Forschungsergebnisse in den Kontext der praktischen sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursachen (Trauma/Missbrauch), die Analyse der Persönlichkeitsstrukturen (alter-Persönlichkeiten) sowie die detaillierte Beschreibung therapeutischer und sozialpädagogischer Interventionsformen.
Wichtige Begriffe sind Dissoziation, Trauma, Multiple Persönlichkeit, Schutzmechanismen, Kooperation, Integration und sozialpädagogische Begleitung.
Im Gegensatz zu Schizophrenen, die sich meist fremdbestimmt fühlen und Stimmen externen Ursprungs wahrnehmen, erleben DIS-Betroffene ihre verschiedenen Persönlichkeitsanteile als „innere“ Identitäten, die jeweils eigene Lebensgeschichten und Funktionen besitzen.
Die Sozialpädagogik übernimmt eine ergänzende, stabilisierende Funktion zur Therapie, indem sie äußere Lebensbedingungen strukturiert, Sicherheit fördert, präventive Aufgaben wahrnimmt und die Teilhabe am Alltag unterstützt.
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