Magisterarbeit, 2005
71 Seiten, Note: 2,2
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. DIE SAPIR-WHORF-HYPOTHESE
1.1 Der Einfluss von Wort-Kategorien
1.2 Der Einfluss der Grammatik
1.3 Ausblick
2. DER PHILOSOPHISCHE DISKURS: UNIVERSALISMUS VS. RELATIVISMUS
2.1 Kant: Das Sprachapriori
2.2 Herder: Kant-Kritik
2.3 Früher sprachlicher Relativismus: Wilhelm von Humboldt
2.4 Noam Chomsky: cartesianische Linguistik
2.5 Resultate
3. EMPIRISCHE ANSÄTZE
3.1 Lässt sich der Spracherwerb auf empirischem Weg erklären?
3.2 Bestätigt die Empirie einen sprachlichen Einfluss auf die Kognition?
4. SCHLUSS
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Sprache und Denken, ausgehend von der Sapir-Whorf-Hypothese, und analysiert deren Plausibilität sowohl auf philosophischer als auch auf empirischer Ebene, um die Frage nach der Beeinflussung der Kognition durch sprachliche Strukturen zu klären.
1. DIE SAPIR-WHORF-HYPOTHESE
„Wir gelangen daher zu einem neuen Relativitätsprinzip, das besagt, dass nicht alle Beobachter durch die gleichen physikalischen Sachverhalte zu einem gleichen Weltbild geführt werden, es sei denn, ihre linguistischen Hintergründe sind ähnlich oder können in irgendeiner Weise auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.“ Benjamin Lee Whorf
Prämisse für jede Art von abstraktem Denken ist die Aufteilung wahrgenommener Dinge in Klassen. Nur so kann die Flut an Eindrücken zweckmäßig geordnet und für weitere kognitive Prozesse verwendet werden. Erst eine Kategorisierung macht also menschliches Denken effektiv. Diese Klassen, so Whorf, resultieren jedoch nicht aus einer biologischen Veranlagung oder dem a priori gegebenen „gesunden Menschenverstand“, sondern sind Resultat des Wortschatzes und vor allem der Grammatik der jeweiligen Muttersprache. „Die Kategorien und Typen, die wir aus der phänomenalen Welt herausheben, finden wir nicht einfach in ihr – etwa weil sie jedem Beobachter in die Augen springen; ganz im Gegenteil präsentiert sich die Welt in einem kaleidoskopartigen Strom von Eindrücken, der durch unseren Geist organisiert werden muss – das aber heißt weitgehend: von dem linguistischen System in unserem Geist.“
Die Künstlichkeit der sprachlichen Kategorien zeige sich an der Unterschiedlichkeit der Kategorien und Benennungen in verschiedenen Sprachkreisen. So besitzen einige Sprachen nur eine Benennung für eine Objektklasse, die im indoeuropäischen „Standard Average European“ (SAE) durch verschiedene Bezeichnungen differenziert werden kann; oder umgekehrt gibt es in exotischen Sprachkreisen eine Vielzahl von Bezeichnungen für ein einziges SAE Wort.
1. DIE SAPIR-WHORF-HYPOTHESE: Dieses Kapitel stellt das sprachliche Relativitätsprinzip nach Benjamin Lee Whorf vor und untersucht, wie Wort-Kategorien und grammatische Strukturen das Weltbild des Menschen beeinflussen können.
2. DER PHILOSOPHISCHE DISKURS: UNIVERSALISMUS VS. RELATIVISMUS: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Debatte diskutiert, wobei die Positionen von Kant, Herder, Humboldt und Chomsky in Bezug auf die Konstitution des Denkens durch Sprache gegenübergestellt werden.
3. EMPIRISCHE ANSÄTZE: Dieses Kapitel verlagert den Schwerpunkt auf empirische Untersuchungen aus der Kognitionspsychologie und Neurologie, um zu prüfen, ob der Spracherwerb und kognitive Prozesse tatsächlich sprachlich determiniert sind.
4. SCHLUSS: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel und kommt zu dem Schluss, dass Sprache zwar einen Einfluss auf die Kognition hat, dieser jedoch keine unüberwindbaren kulturellen Barrieren schafft.
Sapir-Whorf-Hypothese, sprachliche Relativität, Kognition, Universalismus, Relativismus, Sprachphilosophie, Empirie, Spracherwerb, Grammatik, Universalgrammatik, Kategorisierung, Denken, Benjamin Lee Whorf, Noam Chomsky, Weltbild.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sprache und Denken unter dem Aspekt der sprachlichen Relativität.
Im Zentrum stehen die linguistische Theorie von Whorf, der philosophische Gegensatz zwischen Universalismus und Relativismus sowie empirische Ansätze zur Spracherwerbs- und Kognitionsforschung.
Ziel ist es, die Plausibilität der Hypothese, dass die Sprache unsere Kognition formt, durch eine philosophische und empirische Analyse kritisch zu prüfen.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse philosophischer Schriften sowie eine Auswertung empirischer Studien aus den Bereichen Kognitionspsychologie und Neurologie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Auseinandersetzung mit Denkern wie Kant und Chomsky sowie eine empirische Untersuchung, die moderne Ansätze wie die von Tomasello einbezieht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachliche Relativität, Sapir-Whorf-Hypothese, Kognition und Universalgrammatik maßgeblich geprägt.
Herder und Humboldt kritisieren die Annahme eines angeborenen, sprachunabhängigen Verstandes und argumentieren stattdessen, dass Sprache konstitutiv für den Erkenntnisprozess ist.
Die Neurologie zeigt, dass zwar spezifische Hirnareale mit der Sprachverarbeitung assoziiert sind, das Gehirn jedoch eine hohe Plastizität besitzt, was gegen eine rein deterministische biologische Festlegung auf bestimmte Grammatikstrukturen spricht.
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