Diplomarbeit, 2006
159 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Abgrenzung der Problemstellung
1.3 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit
1.4 Literaturlage und Aufbau der Arbeit
2 Einordnung des Expertenstandards als Qualitätsinstrument und Rahmenbedingungen bei Implementierung
2.1 Externe Qualitätsentwicklung
2.1.1 Bedarf von externer Qualitätsentwicklung in der Pflege
2.1.2 Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege
2.1.3 Die Entwicklung von nationalen Standards
2.2 Abgrenzung von Standards, Leitlinien und Richtlinien
2.3 Monodisziplinarität von nationalen Expertenstandards
2.4 Evidence - based Nursing als Basis für professionelles pflegerisches Handeln
2.5 Wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen bei Implementierung
2.5.1 Ökonomische Implikationen im Krankenhaussektor
2.5.2 Qualität unter juristischen Aspekten
2.6 Grenzen in der Entwicklung von Expertenstandards
2.7 Zusammenfassung
3 Prozesshafte Implementierung von expertenbasierter Dekubitusprophylaxe in einem betriebswirtschaftlichen und pflegerisch - qualitativen Kontext
3.1 Definition von Dekubitusprophylaxe
3.2 Relevanz der Dekubitusprophylaxe
3.3 Betriebliche Einflussfaktoren und Qualitätskonzepte der Pflege
3.3.1 Der Expertenstandard unter Berücksichtigung von betrieblichen Gesichtspunkten und bestehenden Qualitätsmethoden der Pflege
3.3.2 Der Pflegeprozess und die Implementierung des Expertenstandards
3.4 Implementierungsprozesse der Pflege
3.4.1 Das Phasenschema des DNQP zur Implementierung
3.4.2 Definition des Phasenmodells
3.4.3 Die vier Phasen der Implementierung
3.4.3.1 Fortbildungen
3.4.3.2 Anpassung des Expertenstandards an die Zielgruppe
3.4.3.3 Einführung des Expertenstandards
3.4.3.4 Datenerhebung mittels Auditinstrument
3.5 Wirkungen von Expertenstandards bei Implementierung im betriebswirtschaftlichen Prozessmanagementkontext
3.5.1 Thematische Hinführung
3.5.2 Definition von Prozessen
3.5.3 Der Expertenstandard im Produktionsprozess des Krankenhauses
3.6 Zusammenfassung
4 Pflegerisches Innovations-, Veränderungs- und Projektmanagement bei Implementierung des Expertenstandards
4.1 Die Einführung des Expertenstandards als Innovation in der Pflege
4.2 Die Inhouse - Vermarktung von Expertenstandards als ein Innovationsprodukt
4.3 Veränderungsmanagement im Zuge der Implementierung
4.3.1 Der Expertenstandard als Veränderung im pflegerischen Kontext
4.3.2 Der Umgang mit Veränderungen und Bewältigungsstrategien bei Implementierung
4.4 Theoretische Einordnung des Projektmanagements und Lösungsansätze zur Implementierung
4.4.1 Theoretische Grundlagen
4.4.2 Beispielhafter Projektplan zur Umsetzung des Expertenstandards
4.5 Zusammenfassung
5 Empirische Erhebung zur Implementierung des Expertenstandards
5.1 Forschungsproblem und methodisches Vorgehen
5.1.1 Auswahl des Untersuchungsdesigns
5.1.2 Methode der Datensammlung
5.1.3 Akquirierung der befragten Einrichtungen und Durchführung der Erhebung
5.1.4 Auswertung der Erhebung
5.2 Ergebnisse der schriftlichen Befragung
5.2.1 Vorstellung der implementierenden Einrichtungen und Beschreibung der verantwortlichen Personen
5.2.2 Wissensmanagement
5.2.3 Anpassung und projekthafte Umsetzung des Expertenstandards
5.2.4 Durchführung des Audits
5.2.5 Reflexion der Implementierung
5.3 Zusammenfassung der relevantesten Ergebnisse
6 Gesamtergebnisse und Empfehlungen zur Implementierung
6.1 Zusammenfassung und Diskussion
6.2 Empfehlungen für die Implementierung
6.3 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Implementierung des nationalen Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ in die betriebliche Praxis von Krankenhäusern. Ziel ist es, durch eine fundierte Literaturanalyse und eine empirische Erhebung in ausgewählten Kliniken Faktoren zu identifizieren, die ein erfolgreiches Gelingen der Implementierung fördern, sowie Hindernisse aufzuzeigen, denen Pflegemanager in diesem Prozess begegnen.
3.1 Definition von Dekubitusprophylaxe
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, nimmt das Thema Dekubitus und Dekubitusprophylaxe einen sehr breiten Raum in der Fachliteratur der letzten Jahre ein. Nach unserer Beobachtung wurde wohl kaum einem anderen Thema so viel Beachtung entgegengebracht. Daraus lässt sich unserer Ansicht nach ableiten, dass die Entstehung von Dekubitalulzera für die Berufsgruppe der Pflegenden das Pflegeproblem schlechthin zu sein scheint und dass das Auftreten beziehungsweise Nicht-Auftreten von Dekubitalulzera in Einrichtungen des Gesundheitswesens Vermutungen über deren pflegerische Qualität anstellen lässt. Sogar vom „Schreckensgespenst der Pflege“ ist zu lesen. Jedoch auch in unserer pflegerischen Praxis konnten wir übereinstimmend feststellen, dass das Thema Dekubitusprophylaxe für uns und unsere Kolleginnen und Kollegen von überaus hoher Wichtigkeit ist. Im Folgenden werden wir zunächst klären, welche Bedeutungen hinter den einzelnen Wortbestandteilen „Dekubitus“ und „Prophylaxe“ stehen, um anschließendend auf vorhandene Definitionen zur Dekubitusprophylaxe eingehen zu können. Auf eine differenzierte Darstellung der Pathogenese oder Stadieneinteilung wurde bewusst aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
Der Dekubitus, auch Druckgeschwür genannt, leitet sich aus dem lateinischen „decumbere“ und „decubitum“ ab und bedeutet „sich niederlegen“, beziehungsweise „wund liegen“. Es kommt zu einer Schädigung der Haut infolge eines länger anhaltenden Drucks. Dabei werden pflegediagnostisch vier Dekubitusstadien unterschieden. Unter Prophylaxe ist die Verhütung von Krankheiten zu verstehen, beziehungsweise die Prävention, das Zuvorkommen oder die Vorbeugung. Dabei kann man die Prophylaxe in die drei Stufen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprophylaxe einteilen. Daraus ableitend lässt sich festhalten, dass die Dekubitusprophylaxe eine pflegerische Intervention zur Verhütung von Dekubitalulzera ist, die man planen, durchführen, dokumentieren und auf ihre Eignung hin evaluieren muss.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema Dekubitusprophylaxe als relevantes Arbeitsfeld für das Pflegemanagement und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Implementierung.
2 Einordnung des Expertenstandards als Qualitätsinstrument und Rahmenbedingungen bei Implementierung: Dieses Kapitel verortet Expertenstandards theoretisch als Qualitätsinstrumente, diskutiert den Evidence-based Nursing-Ansatz und analysiert die rechtlichen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
3 Prozesshafte Implementierung von expertenbasierter Dekubitusprophylaxe in einem betriebswirtschaftlichen und pflegerisch - qualitativen Kontext: Das Kapitel verknüpft pflegerische Anforderungen mit betriebswirtschaftlichen Prozessmanagement-Konzepten und erläutert das vierphasige Implementierungsmodell des DNQP.
4 Pflegerisches Innovations-, Veränderungs- und Projektmanagement bei Implementierung des Expertenstandards: Hier werden methodische Aspekte des Veränderungsmanagements und Projektmanagements erörtert, um die Einführung der Standards als komplexe Innovation professionell zu begleiten.
5 Empirische Erhebung zur Implementierung des Expertenstandards: Dieser empirische Teil präsentiert Ergebnisse aus einer Befragung von 20 Kliniken und analysiert die praktischen Erfahrungen der Einrichtungen bei der Standardumsetzung.
6 Gesamtergebnisse und Empfehlungen zur Implementierung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Erfolgsfaktoren und gibt thesenhafte Empfehlungen für die Praxis.
Dekubitusprophylaxe, Expertenstandard, Implementierung, Pflegequalität, Pflegemanagement, Prozessmanagement, Qualitätsentwicklung, Evidence-based Nursing, Veränderungsmanagement, Projektmanagement, Patientenversorgung, Dekubitalulzera, Pflegeprozess, Krankenhausmanagement, Innovation.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie nationale Expertenstandards, am Beispiel der Dekubitusprophylaxe, erfolgreich in die betriebliche Praxis von Krankenhäusern implementiert werden können.
Die zentralen Themen umfassen die Qualitätssicherung in der Pflege, das Innovations- und Projektmanagement, die Implementierung wissenschaftlicher Standards sowie die wirtschaftlichen und juristischen Rahmenbedingungen in Kliniken.
Das Ziel ist es, den Implementierungsprozess des Expertenstandards zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Pflegefachkräfte und Pflegemanager dieses Instrument effizient und nachhaltig in den klinischen Alltag integrieren können.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie einer explorativen empirischen Erhebung mittels teilstandardisierter Fragebögen in 20 Kliniken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Expertenstandards, die Analyse von Implementierungsprozessen im betriebswirtschaftlichen Kontext sowie die Auswertung empirischer Erfahrungen aus der Praxis.
Die wichtigsten Begriffe sind Dekubitusprophylaxe, Expertenstandard, Implementierung, Pflegemanagement, Prozessmanagement und Qualitätsentwicklung.
Sie agieren als Mediatoren und Fachkräfte, die den „Bottom-up“-Implementierungsprozess auf Stationsebene moderieren, unterstützen und die Verbindung zwischen Managementvorgaben und pflegerischer Praxis sicherstellen.
Das Magische Dreieck aus Qualität, Zeit und Kosten verdeutlicht die Zielkonflikte, die bei der Einführung eines Standards auftreten. Eine Erweiterung der Zeit für die Implementierung erhöht zwar die Kosten, steigert aber die Qualität und die Leistung des Projektergebnisses.
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