Diplomarbeit, 2007
89 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Inhaltliche Ausgestaltung, rechtliche Umsetzung und praktische Realisierung der Basler Eigenkapitalempfehlung
1.1 Inhaltliche Ausgestaltung
1.1.1 Motivation für die Neufassung
1.1.2 Wesentliche Änderungen gegenüber dem Grundsatz I
1.1.3 Der Standardansatz
1.1.4 Der auf internen Ratings basierende Ansatz
1.2 Rechtliche Umsetzung
1.2.1 Umsetzung auf internationaler Ebene
1.2.2 Umsetzung auf europäischer Ebene
1.2.3 Umsetzung auf nationaler Ebene
1.3 Realisierung des IRBA in deutschen Kreditinstituten
2 Kritik an der Basler Eigenkapitalempfehlung und Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens für die Analyse des Auswahlproblems zwischen den Kreditrisikomessansätzen nach Säule I
2.1 Kritik an der Basler Eigenkapitalempfehlung
2.1.1 Anreizstruktur und Komplexität des Regelwerks
2.1.2 Unterschiedliche Anwendung im internationalen Kontext
2.1.3 Die Gefahr der Prozyklizität
2.2 Entwicklung eines Ansatzes für die Analyse des Auswahlproblems zwischen den Kreditrisikomessansätzen
2.2.1 Konzeptionelle Grundlagen der Balanced Scorecard
2.2.2 Entwicklung einer Scorecard für das Auswahlproblem
2.2.2.1 Klärung der strategischen Grundlagen
2.2.2.2 Bestimmung der vier Perspektiven und Festlegung von Teilzielen
2.2.2.3 Aufbau von Ursache-Wirkungs-Beziehungen
3 Beurteilung der beiden Messansätze für das Kreditrisiko auf Basis der entwickelten Scorecard
3.1 Beurteilung der Ansätze aus der Risikoperspektive
3.1.1 Beitrag zur Risikoidentifikation und -differenzierung
3.1.2 Nutzen für die risikogerechte Konditionengestaltung
3.1.3 Nutzen für ein aktives Kreditportfoliomanagement
3.2 Beurteilung der Ansätze aus der internen Prozessperspektive
3.2.1 Anforderungen an die Prozesse und Nutzen für das Risikomanagement
3.2.2 Zusammenspiel mit den Anforderungen an den ICAAP
3.3 Beurteilung der Ansätze aus der Kundenperspektive
3.3.1 Nutzenstiftung für den Kunden
3.3.2 Beitrag zur Verbesserung der Informationsbasis über den Kunden
3.4 Beurteilung der Ansätze aus der Finanzperspektive
3.4.1 Auswirkungen auf die (regulatorischen) Eigenkapitalanforderungen
3.4.2 Höhe der Implementierungs- und Folgekosten
Fazit
Die Arbeit analysiert die aufsichtlich zulässigen Kreditrisikomessansätze (Standardansatz vs. IRB-Ansatz) nach Säule I der Basler Eigenkapitalempfehlung (Basel II). Ziel ist es, ein systematisches Bewertungsmodell in Form einer Balanced Scorecard zu entwickeln, das Banken als Heuristik dient, um unter Berücksichtigung bankindividueller Faktoren eine fundierte Entscheidung für einen der Ansätze zu treffen.
2.2.2.1 Klärung der strategischen Grundlagen
In diesem Kapitel geht es darum, die Grundlagen für ein Zielsystem zu entwickeln, in das die Teilziele der vier Perspektiven eingebettet werden können. Konkret stellt sich die Frage, ob ein Oberziel für alle deutschen Banken als dominant angenommen werden kann. Dieser erste Schritt ist notwendig, da der deutsche Bankenmarkt durch eine Drei-Säulen-Struktur gekennzeichnet ist, in der Geschäftsbanken, Kreditgenossenschaften und öffentlich-rechtliche Institute im Wettbewerb miteinander stehen.
Zumindest formal unterscheiden sich die verfolgten Primärziele aufgrund gesetzlicher Grundaufträge und Satzungsbestimmungen erheblich. Während für die erwerbswirtschaftlich orientierten privaten Geschäftsbanken als dominantes Ziel die langfristige Gewinnmaximierung empirisch belegt werden kann, steht die Strategieformulierung bei öffentlich-rechtlichen Sparkassen unter dem Primat des Gemeinnützigkeitsprinzips. Kreditgenossenschaften hingegen handeln überwiegend unter dem satzungsmäßigen Primärziel der Förderung ihrer Mitglieder.
Es scheint zunächst nicht möglich, ein gemeinsames Oberziel für die Institute aller drei Gruppen zu formulieren. Süchting stellt jedoch fest, dass sich sowohl in Vorschriften zur Rechnungslegung als auch in Satzungen für die beiden letztgenannten Bankengruppen Grundsätze erkennen lassen, die nicht an eine zufällige, sondern an eine regelmäßige Gewinnerzielung geknüpft sind. Hinzu kommt, dass sowohl Sparkassen als auch Kreditgenossenschaften aufgrund der besonderen rechtlichen Ausgestaltung ihres Eigenkapitals auf Gewinnthesaurierung angewiesen sind, um ihren Grundaufträgen der kommunalen und gewerblichen Finanzierung dauerhaft nachkommen zu können.
1 Inhaltliche Ausgestaltung, rechtliche Umsetzung und praktische Realisierung der Basler Eigenkapitalempfehlung: Einführung in die Basler Rahmenvereinbarung (Basel II), die methodischen Ansätze sowie den Stand der Umsetzung in deutschen Kreditinstituten.
2 Kritik an der Basler Eigenkapitalempfehlung und Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens für die Analyse des Auswahlproblems zwischen den Kreditrisikomessansätzen nach Säule I: Analyse der Kritikpunkte aus Industrie und Wissenschaft sowie Konstruktion eines Bewertungsmodells basierend auf der Balanced Scorecard.
3 Beurteilung der beiden Messansätze für das Kreditrisiko auf Basis der entwickelten Scorecard: Systematische Bewertung des Standard- und IRB-Ansatzes entlang der vier Scorecard-Perspektiven Finanzen, Risiken, interne Prozesse und Kunden.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Wahl des Ansatzes bankindividuell erfolgen muss, wobei der IRB-Ansatz hinsichtlich seiner Eignung für das Risikomanagement dem Standardansatz überlegen ist.
Basel II, Kreditrisiko, Standardansatz, IRB-Ansatz, Balanced Scorecard, Risikomanagement, regulatorische Eigenkapitalanforderungen, ICAAP, Wertorientierte Unternehmensführung, Risikoidentifikation, Prozyklizität, Bankenaufsicht, MaRisk, Solvabilitätsverordnung, Kreditportfoliomanagement.
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der kritischen Analyse der Kreditrisikomessansätze (Standardansatz und auf internen Ratings basierender Ansatz) unter Basel II und wie Banken das Auswahlproblem zwischen diesen Ansätzen lösen können.
Zentrale Themen sind die regulatorischen Anforderungen des Basler Akkords, die Kritik daran, die Methoden der Risikomessung sowie die strategische Bewertung dieser Methoden mittels einer Balanced Scorecard.
Das Ziel ist es, keine feste Lösung vorzugeben, sondern eine Heuristik (auf Basis der Balanced Scorecard) zu entwickeln, mit der Banken die für sie optimale Wahl zwischen den Messansätzen analysieren können.
Es wird ein konzeptioneller Rahmen in Anlehnung an das Modell der Balanced Scorecard entwickelt, um die Ansätze anhand von vier Perspektiven (Finanzen, Risiken, interne Prozesse, Kunden) systematisch zu reflektieren.
Im Hauptteil wird zunächst die Kritik an Basel II (z.B. Komplexität, Prozyklizität) beleuchtet, anschließend wird der konzeptionelle Rahmen (Scorecard) aufgebaut und im dritten Teil auf die Messansätze angewendet.
Die zentralen Schlagworte sind Basel II, Kreditrisiko, Standardansatz, IRB-Ansatz, Balanced Scorecard und Risikomanagement.
Er bietet Vorteile durch eine bessere Risikoidentifikation und -steuerung, erfordert aber hohe Investitionen in Datenhistorien, IT-Systeme und Implementierung, was insbesondere kleinere Institute vor Herausforderungen stellt.
Sie dient als strukturiertes Bewertungsmodell, um nicht nur aufsichtliche Anforderungen (Eigenkapital), sondern auch strategische Aspekte wie Risikomanagement-Qualität und Kundenbindung in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.
Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung für alle Institute. Die Entscheidung hängt stark von der individuellen Portfoliostruktur, der Unternehmensgröße und der bereits vorhandenen Risikomanagement-Expertise ab.
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