Examensarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Vorgehensweise
1.2. Forschungsstand und Quellenlage
2. Carl Diem und der Aufbau des Sports nach 1945
2.1. Die Ausgangssituation für den Aufbau des Sports unter den Besatzungsmächten
2.1.1. Die Entnazifizierung
2.1.2. Die Entnazifizierung bei Carl Diem
2.2. Carl Diem und die Entstehung einer einheitlichen Sportorganisation
2.2.1. Der Streit zwischen Turnen und „Sport“
2.2.2. Die Sportorganisationen der Weimarer Republik
2.2.2.1. Der Arbeitersport nach 1945
2.2.2.2. Der bürgerliche Sport
2.2.2.3. Der „konfessionelle“ Sport
2.2.3. Die Sportkonferenzen auf dem Weg zum Deutschen Sport Bund
2.2.3.1. Die erste Sportkonferenz in Frankfurt
2.2.3.2. Die Gründung der Sportarbeitsgemeinschaft (SPAG)
2.2.3.3. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sport (ADS)
2.2.3.4. Die Gründung des Deutschen Sportbundes (DSB)
2.3. Carl Diem und die Gründung des NOK
2.4. Carl Diem und der Aufbau der Sporthochschule Köln
2.4.1. Erste Schritte der Sportlehrerausbildung
2.4.2. Die Entstehung einer Sporthochschule
2.5. Carl Diem als Sportreferent des Bundesregierung
2.6. Carl Diems Bild in der Presse zwischen 1947-1952
2.6.1. Systematische Analyse der Darstellung Diems
2.6.2. Analyse der Zeitungsartikel in der Forschungsliteratur
3. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Rolle von Carl Diem beim Wiederaufbau des deutschen Sports nach 1945. Sie geht der Forschungsfrage nach, ob Diem als Impulsgeber und Weichensteller für die neue Sportorganisation fungierte oder durch seine NS-Vergangenheit als „Bremsklotz“ wirkte, und analysiert hierfür seine Beteiligung an wichtigen Sportorganisationen sowie seine öffentliche Wahrnehmung.
Die Entnazifizierung bei Carl Diem
Die Entnazifizierung bei Carl Diem verlief relativ reibungslos. Dies erscheint aufgrund seiner hohen Stellung im NSRL und seines Amtes als Organisator der Olympischen Spiele von 1936 zunächst verwunderlich. Die Bestimmungen verwehrten allen ehemaligen Funktionären im NSRL die Mitarbeit am Aufbau des Vereinswesens in führender Position.
Doch wie in Kapitel 2.4.1 noch dargestellt wird, konnte Carl Diem in Berlin trotz eingehender Überprüfung direkt nach Kriegsende als „Reichssportfelddirektor“ unter russischer Besatzung arbeiten. Als im Sommer die Briten das Reichssportfeld von der Roten Armee übernahmen, konnte Diem zwar nicht mehr als Verwalter des Reichssportfeldes tätig sein, aber die von ihm initiierte Sportlehrerausbildung konnte fortgeführt werden. Auch als die Sportlehrerausbildung in die Berliner Universität integriert wurde, wirkte Diem - nun als Honorarprofessor – unbehelligt.
So brachte die „doppelte“ Überprüfung durch die sowjetischen und britischen Besatzer in Berlin, die sich durch die Verschiebung der Sektorengrenze zugunsten der Westalliierten bedingte, keine Ergebnisse. Auch später bei den ersten Schritten zum Deutschen Sportbund und bei der Übernahme der Leitung der Sporthochschule Köln wurde von alliierter Seite nicht interveniert.
Das positive Bild Diems bei den Alliierten hatte wahrscheinlich mehrere Gründe. Personen ohne NSDAP-Mitgliedschaft und besonders Verfolgte oder Geschädigte durch das NS-Regime galten als unbedenklich. Diem betonte häufig, nie Parteimitglied der NSDAP gewesen zu sein. Außerdem musste er sein Amt als Prorektor der Hochschule für Leibesübungen in Berlin bei der Machtübernahme 1933 aufgeben. Auch das Amt des Generalsekretärs des DRA verlor Diem im Zuge der Gleichschaltung, ohne dass ihm ein entsprechender Ersatz angeboten wurde.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse öffentliche Wahrnehmung Carl Diems in der frühen Nachkriegszeit und definiert das Ziel der Arbeit, seine Rolle zwischen "Impulsgeber" und "Bremsklotz" zu untersuchen.
2. Carl Diem und der Aufbau des Sports nach 1945: Dieses Hauptkapitel analysiert die komplexen Rahmenbedingungen des Sportaufbaus, die Entnazifizierung Diems, die Gründung zentraler Sportorganisationen (DSB, NOK) sowie Diems Rolle als Sportreferent und sein Bild in der zeitgenössischen Presse.
3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Diem trotz seiner Rolle als Impulsgeber beim Aufbau von Institutionen durch seine NS-Belastung und seine umstrittenen Positionen zugleich eine belastende Figur war, deren Einflussnahme oft als hinderlich wahrgenommen wurde.
4. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dokumentation der verwendeten Archivalien, Fachliteratur und der herangezogenen Periodica für die wissenschaftliche Untersuchung.
Carl Diem, Nachkriegssport, Entnazifizierung, Deutscher Sportbund, Nationales Olympisches Komitee, Sporthochschule Köln, Sportgeschichte, Kontinuitätsproblem, Sportreferent, Sportpolitik, Alliierte Besatzung, Sportorganisation, Presseanalyse, Nationalsozialismus, Sportwissenschaft
Die Arbeit untersucht die sporthistorische Rolle von Dr. Carl Diem während des Wiederaufbaus des organisierten Sports in Deutschland zwischen 1945 und den frühen 1950er Jahren.
Zentrale Themen sind die Entnazifizierung, die Gründung des Deutschen Sportbundes, die Entstehung des Nationalen Olympischen Komitees, der Aufbau der Sporthochschule Köln sowie die mediale Wahrnehmung Diems.
Die Arbeit klärt, ob Carl Diem in der Nachkriegszeit als konstruktiver Wegbereiter und Impulsgeber für den Sportaufbau oder aufgrund seiner NS-Vergangenheit als "Bremsklotz" fungierte.
Der Autor verwendet eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primärquellen (Entnazifizierungsakten, Archivbestände, Briefwechsel) und einer systematischen Untersuchung von zeitgenössischen Presseberichten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Ausgangssituation unter den Alliierten, die verschiedenen Etappen der organisatorischen Einigung des deutschen Sports sowie eine detaillierte Auswertung von Diems Einfluss auf wichtige Sportinstitutionen.
Wichtige Begriffe sind Carl Diem, Sportgeschichte, Entnazifizierung, DSB, NOK, Sporthochschule Köln und das Kontinuitätsproblem im deutschen Sport nach 1945.
Diem wurde trotz seiner hohen Funktionen im NS-Sport (NSRL) als unbelastet eingestuft, was ihm die leitende Arbeit beim Sportaufbau und der Sporthochschule Köln ermöglichte, obwohl es intern kritische Stimmen und Verzögerungen gab.
Der "Fall Diem" bezeichnete den langjährigen Konflikt um die Person Diems, der von Kritikern (insbesondere Heinrich Sorg) als NS-belastet und militaristisch wahrgenommen wurde, während Befürworter ihn als unersetzlichen Fachmann für den Sportaufbau sahen.
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