Diplomarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,0
1 Vorwort
2 Was ist Jugend?
2.1 Jugend als klar definierter Altersabschnitt
2.2 Definitionsgrundlage
3 Das Problem
4 Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen
4.1 Kinder und Verschuldung
4.2 Jugendliche und Verschuldung
4.3 Verschuldung trotz gesetzlichen Minderjährigenschutzes
4.4 Schulden aufgrund tatsächlichen Handelns
5 Einnahmen junger Menschen im Durchschnitt
5.1 Das Taschengeld
5.2 Zur aktuellen Gelderziehung
5.3 Ökonomische Sozialisation
6 Sparverhalten
6.1 Sparziele
7 Ausgaben junger Menschen
7.1 Ausgaben nach Häufigkeit und Betrag in Produktkategorien
7.2 Welche Konsumgüter besitzen junge Menschen?
7.3 Das Handy
8 Konsummuster
8.1 Rationales Konsumverhalten
8.2 Demonstratives Konsumverhalten
8.3 Kompensatorisches Konsumverhalten und Kaufsucht
9 Zur Ver- und Überschuldung
9.1 Verschuldung junger Menschen
9.2 Überschuldung junger Menschen
9.3 Wofür verschulden sich junge Menschen?
9.4 Ursachen und Folgen der Verschuldung
10 Prävention
11 Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht den Start in das Erwachsenenleben unter dem Aspekt der Ver- und Überschuldung bei jungen Menschen im Alter zwischen 10 und 24 Jahren. Ziel ist es, die soziologischen und ökonomischen Ursachen der Verschuldung zu analysieren, dabei verschiedene Konsummuster zu differenzieren und präventive Ansätze zu diskutieren.
8.3 Kompensatorisches Konsumverhalten und Kaufsucht
Kaufsucht, ein steigendes Phänomen in Deutschland, resultiert in vielen Fällen aus kompensatorischem Konsumverhalten, welches neben den verschiedenen Jugendstudien von Lange auch im Besonderen von Scherhorn und Reisch in umfangreichen Studien untersucht wurde (vgl. Reisch, L.: 2004, Scherhorn, G.: 2001).
Kompensatorisches Konsumverhalten meint im Rahmen dieser Arbeit ein Kaufverhalten, welches die Funktion erfüllen soll, dem Käufer über Probleme und Stresssituationen hinwegzuhelfen. Es geht nicht darum, was gekauft wird, der Kaufvorgang selbst ist der entscheidende Moment, welcher Befriedigung verschafft. Frustrationen, Konflikte, Niederlagen oder Missgeschicke bspw. führen bei kompensatorisch konsumierenden Menschen zu immer weiteren Käufen, voller Erwartung, dass der Akt des Kaufens ihm eine ausgleichende Befriedigung verschaffen wird (vgl.: Scherhorn, G.: 2001, S. 5).
In den meisten Fällen läuft kompensatorisches Kaufen nicht bewusst ab sondern eher wie eine Art der Selbsthilfe. Etwas von aussen soll helfen, die innere Leere zu füllen- die vielfältige Warenwelt verspricht genau dies.
1 Vorwort: Einleitung in die Thematik der Veränderung von Konsummustern junger Menschen und die daraus resultierende Notwendigkeit, Verschuldung wissenschaftlich zu betrachten.
2 Was ist Jugend?: Definition und soziologische Eingrenzung des Jugendalters als Phase des Umbruchs und der Entwicklung.
3 Das Problem: Darstellung der Ausgangslage: Warum Verschuldung bei Jugendlichen trotz rechtlicher Hürden ein zunehmend kritisches Wirtschaftsthema ist.
4 Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen: Analyse der Geschäftsfähigkeit, des Jugendschutzes und der Haftung von Minderjährigen bei der Verschuldung.
5 Einnahmen junger Menschen im Durchschnitt: Untersuchung der finanziellen Ressourcen durch Taschengeld, Nebenjobs und staatliche Zuwendungen.
6 Sparverhalten: Erörterung der Sparmotive und der Rolle der elterlichen Erziehung bei der Bildung finanzieller Rücklagen.
7 Ausgaben junger Menschen: Analyse des Ausgabeverhaltens, der Produktkategorien und des Einflusses von Statusmerkmalen.
8 Konsummuster: Differenzierung zwischen rationalem, demonstrativem und kompensatorischem Konsumverhalten.
9 Zur Ver- und Überschuldung: Auseinandersetzung mit der Definition von Überschuldung, den Verschuldungsanlässen und den soziopsychologischen Ursachen.
10 Prävention: Vorstellung pädagogischer Ansätze und Projekte zur Finanzbildung und Schuldenprävention.
11 Schlussbetrachtung: Fazit und Ausblick auf die Verantwortung von Schule und Politik bei der Schuldenprävention.
Verschuldung, Überschuldung, Jugendsozialarbeit, Konsummuster, Taschengeld, Finanzkompetenz, Handy, Schuldenprävention, Sozialisation, Wirtschaftsverhalten, Kaufsucht, Jugend, Rechtsfähigkeit.
Die Arbeit analysiert die Ver- und Überschuldung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und untersucht die soziologischen, rechtlichen und psychologischen Hintergründe dieses Phänomens.
Neben den Einnahmequellen und dem Konsumverhalten steht die Frage im Vordergrund, welche Faktoren (z.B. Erziehung, Werbung, psychische Faktoren) junge Menschen in eine Schuldenfalle führen können.
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Verschuldung zu klären, Zusammenhänge zwischen Lebensumständen und Konsum zu verdeutlichen und Ansätze für eine wirksame Prävention aufzuzeigen.
Der Autor führt eine Literatur- und Studienanalyse durch, in der er aktuelle Forschungsergebnisse (wie Jugendstudien und wirtschaftswissenschaftliche Berichte) zusammenführt und kritisch bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Einnahmen, des Spar- und Konsumverhaltens sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen, um ein umfassendes Bild der finanziellen Situation junger Menschen zu zeichnen.
Zentrale Begriffe sind Jugendverschuldung, Konsummuster, ökonomische Sozialisation, Finanzbildung und Prävention.
Das Handy wird als ein zentraler "Kostenfaktor" identifiziert, da die abstrakten Kosten für Tarife und Zusatzdienste für junge Menschen schwer einschätzbar sind, was oft zu unvorhersehbaren Schulden führt.
Demonstrativer Konsum dient der Außenwirkung und Statussteigerung in der Peergroup, während kompensatorischer Konsum als (oft unbewusste) Strategie zur Bewältigung von Stress, Frustration oder innerer Leere dient.
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