Diplomarbeit, 1997
205 Seiten, Note: 1.0
Einleitung
I Wahrscheinlichkeitstheoretische Grundlagen
1 Diffusionsprozesse in der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie
2 Einführung in die stochastische Analysis
3 Finanzmathematische Modelle
Ornstein-Uhlenbeck-Prozeß
Vasicek-Modell
Cox-Ingersoll-Ross-Modell
Verallgemeinertes Cox-Ingersoll-Ross-Modell
II Statistische Schätzverfahren für Diffusionsprozesse
4 Schätzverfahren für Volatilität und Drift bei Diffusionsprozessen
Die Volatilitätsschätzung
Maximum-Likelihood-Schätzer basierend auf dem kontinuierlichen Ansatz
Maximum-Likelihood-Schätzer basierend auf Übergangsdichten
5 Approximationsverfahren für Übergangsdichten
Diffusionsapproximation
Kalman-Bucy Filter
6 Martingalschätzfunktionen
Einfache Martingalschätzfunktionen
Optimale Martingalschätzfunktionen
III Anwendung der statistischen Verfahren
7 Verbindung von Theorie und Praxis
Modellkontrolle mittels Diskretisierung der SDE
Modellkontrollverfahren von Pedersen
Programmbeschreibung
8 Untersuchung simulierter Datensätze
Schätzergebnisse beim Ornstein-Uhlenbeck-Prozeß
Schätzergebnisse beim Vasicek-Modell
Schätzergebnisse beim CIR-Modell
Schätzergebnisse beim verallgemeinerten CIR-Modell
Simultane σ-γ-Schätzung im verallgemeinerten CIR-Modell
9 Untersuchung finanzwirtschaftlicher Datensätze
Die Bedeutung des Beobachtungshorizonts T
Vergleiche zwischen Vasicek- und CIR-Modell
Renditewerte des REX bei 5-jährigen Anleihen
6-Monats-LIBOR
Swap-Satz für 7-jährige Anleihen
Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, moderne statistische Schätzverfahren für verschiedene Klassen von Diffusionsprozessen systematisch zu evaluieren und auf reale finanzmathematische Datensätze anzuwenden, um insbesondere den Effekt der Mean-Reversion in Rentenmärkten zu untersuchen.
Die Bedeutung des Beobachtungshorizonts T
Der Wahl des Beobachtungszeitraums T kommt insbesondere bei den Schätzern aus der einfachen Martingalschätzfunktion eine große Bedeutung zu. Dort tritt, vgl. Tabelle 6.1, das T in Form von Δ = T/n in den Schätzern auf. Die Bedeutung des Schätzwerts ist damit direkt mit T gekoppelt, was bei der Interpretation der Schätzwerte zu beachten ist. Der finanzwirtschaftliche Hintergrund der Daten führt auf eine Wahl von T als Anzahl der Jahre, der Monate oder der Tage.
Konkret bedeutet das z.B. für einen Datensatz mit 1501 Daten, daß T = 6 [Jahre], 72 [Monate] oder 1500 [Tage] sein kann. Da das Δ und die Schätzwerte in die Modellkontrollverfahren eingehen, ist bei den QQ-Plots deren Abhängigkeit von T zu prüfen.
Es hat sich bei allen Untersuchungen der finanzwirtschaftlichen Datensätze gezeigt, daß sich σ und α stark in Abhängigkeit von T verändern, der Quotient -β/α aber nahezu konstant ist. Dieses Ergebnis ist aufgrund der Formeln in 8.1 für σ und in Tabelle 8.1 für α sowie β klar, denn Nachrechnen zeigt: Sind T1 und T2 zwei Beobachtungshorizonte, so gelten für die Schätzwerte σ_i, α_i und β_i, i = 1,2: σ2 = sqrt(T1/T2) σ1, α2 = T1/T2 α1, β2 = T1/T2 β1.
Kapitel 1: Einführung in Diffusionsprozesse im Rahmen der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie unter Voraussetzung von Markov-Prozessen.
Kapitel 2: Vermittlung der mathematischen Grundlagen der stochastischen Analysis und des Ito-Kalküls, die für die Modellierung und Schätzung erforderlich sind.
Kapitel 3: Vorstellung wichtiger Mean-Reversion-Modelle wie Ornstein-Uhlenbeck, Vasicek und CIR zur Beschreibung von Zinsentwicklungen.
Kapitel 4: Systematische Herleitung statistischer Schätzverfahren für Volatilitäts- und Driftparameter bei Diffusionsprozessen.
Kapitel 5: Detaillierte Darstellung von Approximationsverfahren wie der Diffusionsapproximation zur Bestimmung von Übergangsdichten.
Kapitel 6: Einführung in Martingalschätzfunktionen als Alternative zur Maximum-Likelihood-Schätzung zur Parameterschätzung.
Kapitel 7: Anwendung der theoretischen Modelle auf die Praxis mittels Modellkontrollverfahren und Vorstellung der implementierten C-Programme.
Kapitel 8: Detaillierte Untersuchung und statistische Auswertung der zuvor entwickelten Verfahren anhand simulierter Datensätze.
Kapitel 9: Praktische Anwendung der Schätz- und Kontrollverfahren auf reale finanzwirtschaftliche Daten (REX, Pfandbriefe, LIBOR, Swap-Sätze).
Diffusionsprozesse, Stochastische Analysis, Mean-Reversion, Finanzmathematik, Maximum-Likelihood-Schätzer, Martingalschätzfunktionen, Ornstein-Uhlenbeck-Prozeß, Vasicek-Modell, Cox-Ingersoll-Ross-Modell, Modellkontrollverfahren, QQ-Plot, Volatilität, Driftparameter, Simulation.
Die Arbeit behandelt die statistische Analyse und Parameterschätzung von Diffusionsprozessen, insbesondere solcher, die ein Mean-Reversion-Verhalten aufweisen und in der Finanzmathematik für Zinsmodelle eingesetzt werden.
Die Arbeit deckt die stochastische Modellierung, die Herleitung statistischer Schätzverfahren, numerische Simulationsmethoden für stochastische Prozesse und die empirische Anwendung auf Finanzmarktdaten ab.
Ziel ist es, moderne Schätzverfahren für Diffusionsprozesse systematisch zu vergleichen, für diese neue Algorithmen (z.B. simultane Schätzung) zu entwickeln und deren Praxistauglichkeit an realen Finanzdaten zu prüfen.
Es werden Methoden der stochastischen Analysis (Ito-Kalkül), der mathematischen Statistik (Maximum-Likelihood, Martingalschätzfunktionen) und numerische Verfahren zur Approximation von Übergangsdichten verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Schätzverfahren (Teil II) und deren praktische Implementierung sowie Anwendung auf simulierte und reale Datensätze (Teil III).
Mean-Reversion, Finanzmathematik, Diffusionsprozesse, Martingalschätzfunktionen und statistische Modellkontrolle.
Er dient als fundamentaler Spezialfall, an dem viele der Schätzverfahren (wie MLS oder Martingalschätzfunktionen) aufgrund seiner analytischen Handhabbarkeit exemplarisch demonstriert werden können.
Der Beobachtungszeitraum beeinflusst die Schätzer maßgeblich. Da die Volatilität und der Drift über die Zeit skalieren, korrelieren die Schätzwerte direkt mit der Länge des gewählten Zeitintervalls, was bei der Modellierung von Zinssätzen unbedingt berücksichtigt werden muss.
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