Diplomarbeit, 2007
92 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMBESCHREIBUNG
1.2 DIE NOTWENDIGKEIT EINES FRÜHWARNSYSTEMS
2. SOZIALE BEHINDERUNG
2.1 DAS NEUSEELÄNDISCHE PROJEKT
2.2 SOZIALE GESUNDHEIT
3. BINDUNGSTHEORIE
3.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
3.1.1 Bindung
3.1.2 Exploration
3.1.3 Innere Arbeitsmodelle
3.2 GRUNDLAGEN DER BINDUNGSTHEORIE
3.2.1 Die Entstehung von Bindungsmustern
3.2.2 Das Konzept der Feinfühligkeit
3.2.3 Merkmale eines sicheren Bindungsverhaltens
3.3 DIE BEDEUTUNG DER ELTERN-KIND-BINDUNG FÜR DIE GESUNDE ENTWICKLUNG DES KINDES
3.4 BINDUNGSSTÖRUNGEN
3.4.1 Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters
3.4.2 Bindungsstörungen des Kindesalters mit Enthemmung
3.5 STÖRUNGEN DER ELTERN-KIND-BEZIEHUNG
3.6 BINDUNGSMUSTER
3.6.1 Fremde Situation
3.6.2 Statistische Verteilung der Bindungsmuster A,B,C,D
3.6.3 Bindungsmuster und ihre Bedeutung als Risiko- oder Schutzfaktoren
3.6.4 Die Kontinuität von Bindungsmustern
3.6.5 Weitergabe von Bindungsmustern zwischen den Generationen
3.7 ERKENNTNISSE DER BINDUNGSTHEORIE ZUM THEMA BEZIEHUNGSFÖRDERUNG UND PRÄVENTION VON SOZIALER BEHINDERUNG
4. RESILIENZ
4.1 WAS BEDEUTET RESILIENZ?
4.1.1 Protektive Faktoren
4.1.2 Risikofaktoren
4.2 DIE ENTWICKLUNG VON RESILIENZ
4.2.1 Entwicklungsmodell zur Entstehung von Resilienz nach Werner
4.3 WAS RESILIENTE KINDER AUSZEICHNET
4.4 WAS IST RESILIENZFORSCHUNG?
4.4.1 Hintergründe
4.4.2 Inhalte / Schwerpunkte
4.5 ANFRAGEN AN DIE RESILENZFORSCHUNG UND AUSSICHTEN
4.6 RESILIENZ UND BEHINDERUNG
4.6.1 Resilienz bei Kindern mit Down Syndrom
4.7 DIE KAUAI-STUDIE VON EMMY E. WERNER
4.7.1 Vorstellung der Studie
4.7.2 Die Risikogruppe
4.7.3 Ergebnisse der Studie in Bezug auf das Thema der Arbeit
4.8 DIE MANNHEIMER LÄNGSSCHNITTSTUDIE
4.8.1 Vorstellung der Studie
4.8.2 Ergebnisse in Bezug auf das Thema der Arbeit
4.9 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE BEIDER STUDIEN UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT
4.10 RESILIENZ IM KLEINKINDALTER
4.10.1 Protektive frühe Förderung
5. PRÄVENTION
5.1 EINLEITUNG DES PRAKTISCHEN TEILS
5.2 BEZIEHUNGSGESTALTUNG
5.3 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE BERATUNG
5.3.1 Zielgruppe jugendliche Mütter
5.3.2 Frühe und beziehungsfördernde Intervention
5.3.3 Entwicklungspsychologische Beratung für junge Eltern
5.4 STEEPTM (STEPS TOWARD EFFECTIVE ENJOYABLE PARENTING)
5.4.3 Aufbau und Ablauf des STEEPTM-Programms
5.5 ELTERNBERATUNGSSTELLE POTSDAM: VOM SÄUGLING ZUM KLEINKIND
5.5.1 Das Projekt
5.5.2 Ergebnisse
5.5.3 Ziele der Beratung
6. KONSEQUENZEN
7. FAZIT
8. LITERATUR
Die Diplomarbeit untersucht die präventive Bedeutung von früher Bindung und Resilienz zur Vermeidung sozialer Behinderung, insbesondere durch die Analyse der Eltern-Kind-Beziehung und die Vorstellung praktischer Interventionsprogramme.
1. Einleitung
Es war einmal ein kleiner Junge, der entstammt einer, wie wir heute sagen würden, Hochrisikofamilie. Seine allein stehende Mutter verstirbt kurz nach der Entbindung an den Folgen einer schweren Geburt, der Vater ist unbekannt. Sein Werden scheint vorprogrammiert zu sein.
„Da sah man wieder, wie wahr das Wort ist, dass Kleider Leute machen: bisher in ein Tuch gehüllt und in sonst nichts, hätte Oliver ebenso gut das Kind eines Adeligen wie das eines Bettlers sein können, aber jetzt, wo er in dem alten Kattunsteckkissen untergebracht war, dessen Farbe in langjährigem Dienst zu einem hässlichen Gelb verschossen war, sah man ihm sofort das Waisenkind des Arbeitshauses an, das nur dazu da war, durch die Welt geknufft zu werden, verspottet und verachtet von jedermann und von niemand bemitleidet. Oliver schrie aus vollem Halse. Hätte er gewusst, dass er ein Waise war und nur der Barmherzigkeit von Kirchenvorstehern ausgeliefert, hätte er wahrscheinlich noch viel lauter geschrieen.“ (Dickens 1982, 11)
Dieser Junge muss zunächst ohne jegliche Mutterliebe und eine feste Bezugsperson heranwachsen. Er wächst in einem Heim auf, „wo niemals der Strahl eines freundlichen Blickes die Finsternis seiner ersten Kinderjahre erhellt hatte.“ (ebd. 16) An seinem neunten Geburtstag ist Oliver Twist ein
„schwaches, blässliches und im Wachstum zurückgebliebenes Kind. Dennoch lebte, ob von Natur oder als Erbschaft seiner Vorfahren, in Olivers Brust ein kräftiger energischer Geist, der dank der Diät des Hauses Raum genug hatte, sich noch weiter zu entfalten.“ (ebd. 12)
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik in der frühen Kindheit und Begründung für die Notwendigkeit präventiver Frühwarnsysteme.
2. SOZIALE BEHINDERUNG: Definition des Begriffs soziale Behinderung als soziale Bedingtheit von Entwicklungsdefiziten unter Einbeziehung von Risikodimensionen.
3. BINDUNGSTHEORIE: Erläuterung der bindungstheoretischen Grundlagen, Bindungsmustern und deren Bedeutung für die gesunde Entwicklung.
4. RESILIENZ: Analyse der Resilienzforschung als Ergänzung zur Bindungstheorie durch die Untersuchung von Risiko- und Schutzfaktoren.
5. PRÄVENTION: Vorstellung konkreter, bindungstheoretisch fundierter Interventionsprogramme wie STEEP™ und die Beratungsstelle Potsdam.
6. KONSEQUENZEN: Darstellung der sozioökonomischen Vorteile präventiver Arbeit und Notwendigkeit verbindlicher Kooperationen.
7. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der Relevanz von Bindung und Resilienz für die zukünftige pädagogische Praxis.
Bindungstheorie, Resilienz, soziale Behinderung, Frühprävention, Eltern-Kind-Beziehung, Feinfühligkeit, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Frühförderung, STEEP, Entwicklungspsychologische Beratung, Soziale Gesundheit, Bindungsstörungen, Kindheit, Kindeswohl.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von früher Bindung und Resilienz als Schutzfaktoren, um soziale Behinderungen durch eine optimierte Beziehungsgestaltung zwischen Müttern und Kindern präventiv zu vermeiden.
Die zentralen Felder umfassen die Bindungstheorie, die Resilienzforschung sowie praktische Konzepte zur Prävention und Intervention in frühen Lebensphasen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Beziehungsförderung und gezielte Präventionsprogramme die kindliche Resilienz gestärkt und drohende soziale Behinderungen abgewendet werden können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien (z.B. Kauai-Studie, Mannheimer Längsschnittstudie) und der Evaluierung praktischer Interventionsansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Bindung, Resilienz) und praktische Anwendungsbeispiele, wie die Entwicklungspsychologische Beratung oder das STEEP™-Programm.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Bindungstheorie, Resilienz, Prävention, Frühförderung und Eltern-Kind-Interaktion definiert.
STEEP™ ist ein detailliert strukturiertes, ressourcenorientiertes Programm, das Familien über einen Zeitraum von zwei Jahren aufsuchend begleitet und Videoanalysen zur Förderung der Feinfühligkeit nutzt.
Soziale Behinderung wird nicht als biologisches Defizit, sondern als soziale Bedingtheit von Entwicklungsstörungen verstanden, die aus einer reizarmen oder vernachlässigenden Umwelt resultieren.
Die Videoanalyse dient dazu, Eltern die Perspektive ihres Kindes unmittelbar und bildhaft zu verdeutlichen, um feinfühliges Verhalten zu stärken und positive Interaktionen bewusst zu machen.
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