Magisterarbeit, 2005
114 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
I) Immanuel Kant
1) Der skeptische Zweifel David Humes
1.1) Die Aufhebung des Zweifels in der kopernikanischen Wende
2) Analytische und synthetische Urteile
2.1) Analytische Urteile
2.2) Synthetische Urteile a posteriori
2.3) Synthetische Urteile a priori ... und die Möglichkeit der Metaphysik
3) Form und Inhalt — zur Struktur des menschlichen Erkenntnisvermögens
3.1) Form und Inhalt der Sinnlichkeit
3.2) Form und Inhalt des Urteils
3.2.1) Der Begriff als Inhalt des Urteils
3.2.2) Der Erfahrungsbegriff
3.2.3) Die Verwendung des Begriffs im Urteil; höherer und niederer Begriff
3.3) Urteil und Begriff, oder die Vorstellung in der Vorstellung — die zwei Seiten einer Medaille?
3.4) Die Form des Urteils — zur Funktion der Einheit unter den Vorstellungen
3.5) Die möglichen Urteilsformen
4) Das konstruktive Denken
5) Zur Darlegung der Objektivität der Kategorien in der transzendentalen Deduktion der reinen Verstandesbegriffe
6) Zusammenfassung der Urteilslehre Kants
II) Gottlob Frege
7) Die Problemlage: Das Logizismusprojekt und die Unvollkommenheit der Sprache
8) Funktion und Argument — zur Neustrukturierung des Urteils
9) Sinn und Bedeutung sprachlicher Ausdrücke
9.1) Sinn und Bedeutung von Eigennamen
9.1.1) Zur Objektivität der Sinnrelation von Eigennamen
9.2) Der Gedanke als Sinn des Satzes
9.2.1) Das dritte Reich: Zur Seinsform der Gedanken
9.3) Sinn und Bedeutung der Funktion
9.3.1) Sinn der Funktion
9.3.2) Bedeutung der Funktion
10) Zum Verhältnis von Gegenstand und Begriff
10.1) Merkmal und Eigenschaft
10.2) Begriffe erster und zweiter Ordnung
10.3) Gegenstand, Begriff und das Reich der Bedeutungen
III) Abschließender Vergleich der Auffassungen von Kant und Frege
IV) Ausblick: Wittgenstein und die Grenzen der Sprache
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Urteilslehren von Immanuel Kant und Gottlob Frege aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive. Ziel ist es, die unterschiedlichen Modelle der Urteilsstrukturierung (Subjekt-Prädikat bei Kant vs. Funktion-Argument bei Frege) und deren Konsequenzen für die Erkenntnistheorie zu analysieren, um ihre Verträglichkeit oder Gegensätzlichkeit zu prüfen.
1.1) Die Aufhebung des Zweifels in der kopernikanischen Wende
Die Konsequenzen, die Hume aus seinen Überlegungen zieht, sind deswegen falsch, weil er schon zur Erklärung des Begriffs der notwendigen Verknüpfung von der bis dato üblichen Vorstellung ausgeht, „alle unsere Erkenntniß müsse sich nach den Gegenständen richten.“ Unter dieser Voraussetzung, so Kant, müssen „alle Versuche über sie [die Gegenstände] a priori etwas durch Begriffe auszumachen, wodurch unsere Erkenntniß erweitert würde“ scheitern. Ein Gesetz wie das der Kausalität kann, mit anderen Worten, als eine Bedingung, unter der alle Gegenstände der Erfahrung `immer schon´ stehen, nicht aus der Erfahrung abgeleitet werden. Geht man davon aus, dass sich unsere gesamte Erkenntnis einschließlich der Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten tatsächlich nur aus der Erfahrung ableiten lässt, so ist es nicht möglich, zwingend zu behaupten, dass alle Vorgänge in der Natur immer und notwendig in einem Verhältnis von Ursache und Wirkung stehen. Dass aber eine solche Behauptung eine Erkenntnis a priori ist und als solche nicht von der Erfahrung abgeleitet sein kann, das begründet Kant folgendermaßen:
„Erfahrung giebt niemals ihren Urtheilen wahre oder strenge, sondern nur angenommene und comparative Allgemeinheit (durch Induction), so daß es eigentlich heißen muß: so viel wir bisher wahrgenommen haben, findet sich von dieser oder jener Regel keine Ausnahme. Wird also ein Urtheil in strenger Allgemeinheit gedacht, d. i. so, daß gar keine Ausnahme als möglich verstattet wird, so ist es nicht von der Erfahrung abgeleitet, sondern schlechterdings a priori gültig.“
Einleitung: Einführung in die erkenntnistheoretischen Ansätze von Kant und Frege und deren Bedeutung für die Philosophie.
I) Immanuel Kant: Detaillierte Darstellung der kantischen Erkenntnistheorie, beginnend bei Humes Skeptizismus, über die Analyse synthetischer Urteile a priori bis hin zur transzendentalen Deduktion.
II) Gottlob Frege: Erläuterung von Freges logizistischem Projekt, der Strukturierung des Urteils in Funktion und Argument sowie der Lehre von Sinn und Bedeutung.
III) Abschließender Vergleich der Auffassungen von Kant und Frege: Gegenüberstellung der beiden philosophischen Ansätze, insbesondere in Bezug auf ihre Logikkonzeptionen und das Verständnis von Objektivität.
IV) Ausblick: Wittgenstein und die Grenzen der Sprache: Kurze Skizzierung von Wittgensteins Kritik an den sprachphilosophischen Voraussetzungen von Kant und Frege.
Immanuel Kant, Gottlob Frege, Urteilslehre, Erkenntnistheorie, synthetische Urteile, a priori, Logizismus, Funktion und Argument, transzendentaler Idealismus, Sinn und Bedeutung, Objektivität, logische Kategorien, Sprachphilosophie.
Die Arbeit vergleicht die erkenntnistheoretischen Modelle von Kant und Frege, insbesondere wie beide Philosophen die Struktur des Urteils und das Verhältnis von Denken und Wirklichkeit bestimmen.
Die zentralen Themen sind Kants Theorie des transzendentalen Idealismus, Freges Logizismus sowie die jeweils zugrunde liegenden Auffassungen von Urteilsstruktur und Bedeutung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob Kants Subjekt-Prädikat-Modell und Freges Funktions-Argument-Modell grundlegend unvereinbar sind oder ob sie in Teilbereichen miteinander korrespondieren.
Die Arbeit nutzt eine komparative philosophische Analyse, indem sie die primären Schriften beider Denker sowie relevante Kommentarliteratur untersucht und gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Darlegung von Kants Urteilslehre, eine Analyse von Freges Semantik (Sinn/Bedeutung) und einen abschließenden Vergleich beider Positionen.
Wichtige Begriffe sind Urteil, Sinn, Bedeutung, a priori, Kategorien, Funktion, Argument und transzendentale Apperzeption.
Für Frege ist der Sinn ein objektiver Inhalt, der im "dritten Reich" existiert, während Kant Begriffe als Verstandesleistungen betrachtet, die aus Vorstellungen synthetisiert werden.
Sie stellt für Kant den notwendigen Perspektivwechsel dar, um die Möglichkeit synthetischer Urteile a priori zu erklären, indem er das erkennende Subjekt als aktiv strukturierend definiert.
Frege hält die natürliche Sprache für unzulänglich bei der Darstellung komplexer logischer Beziehungen und entwickelt deshalb sein eigenes Notationssystem (die Begriffsschrift).
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