Magisterarbeit, 2002
129 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
1. Einführung in das Thema
2. Vorgehensweise und Methodik
II. Wandel der internationalen Strukturbedingungen und dessen Implikationen für das Außenverhalten der USA nach Ende des Ost-West-Konflikts
1. Theoretische Grundlage: Der Neo-Realismus
2. Staatliche Handlungsdispositionen unter den Bedingungen struktureller Anarchie
3. Position und Handlungsdisposition der USA im internationalen System nach 1990
4. Implikationen der systemischen Perspektive für die amerikanische Russlandpolitik
III. Die innerstaatlichen Bedingungen der amerikanischen Russlandpolitik
1. Staatsräson: Staatliche Handlungsmaximen in der internationalen Umwelt
2. Der Neo-Institutionalismus
2.1 Bezug zur Arbeit und Forschungsperspektive
2.2 Die drei Varianten des Neo-Institutionalismus
2.2.1 Der Rational-Choice Institutionalismus
2.2.1.1 Agenturtheorie / Principal-Agent-Problem
2.2.1.2 Die Transaktionskostentheorie
2.2.2 Der historische Institutionalismus
2.2.2.1 Der historisch-ökonomische Ansatz
2.2.2.2 Der historisch-soziologische Ansatz
2.2.3 Der soziologische Institutionalismus
3. Implikationen und Relevanz der subsystemischen Perspektive für die Russlandpolitik der USA
3.1 Der Rational-Choice Ansatz
3.2 Der historische Ansatz
3.3 Der soziologische Ansatz
4. Hypothesenbildung
IV. Die Russlandpolitik der USA seit 1990
1. Die Demokratisierung Russlands – ein nationales Sicherheitsinteresse für die USA
1.1 Das politische System Russlands seit 1990 – zwischen Demokratie und Autoritarismus
1.2 Russlands wirtschaftliche Entwicklung seit 1990
1.3 Ausblick und außenpolitische Perspektive
2. Primat der Sicherheitspolitik
2.1 Militärische Sicherheit
2.1.1 Rüstungskontroll- und Nonproliferationspolitik
2.1.2 Die amerikanische National Missile Defense (NMD)
2.1.3 Implikationen von NMD für das amerikanisch-russische Verhältnis
2.1.4 „Stuck in the Cold War?“
2.2 Politische / regionale Sicherheit
2.2.1 Regionale Krisen seit 1990
2.2.1.1 Der Zweite Golfkrieg (1990-91)
2.2.1.2 Die Krisen auf dem Balkan (1992-99)
2.2.2 Die NATO-Osterweiterung
2.3 Ökonomische Sicherheit: U.S. Caspian Policy
3. Die wirtschaftspolitische Agenda
3.1 Die bilateralen Handelsbeziehungen
3.2 Demokratisierung durch Auslandshilfe?
V. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Außenpolitik der USA gegenüber Russland im Zeitraum von 1991 bis Ende 2001. Das primäre Ziel besteht darin, die Ziele, Erfolge und Misserfolge dieser Politik zu bewerten, wobei sowohl die externen strukturellen Bedingungen des internationalen Systems als auch die innerstaatlichen Bedingungsfaktoren untersucht werden.
II.3 Position und Handlungsdisposition der USA im internationalen System nach 1990
Wie an früherer Stelle beschrieben, ist es bei der Analyse von Außenpolitik erforderlich, sich der aktuellen Konfiguration des internationalen Systems zu vergegenwärtigen, in die der zu untersuchende Akteur eingebunden ist, da sich aus ihr Handlungsoptionen bzw. –zwänge ergeben. Der strukturelle Realismus hat als eine der ersten Theorien versucht, die gewandelten Strukturen internationaler Politik nach dem Ende des Ost-West-Konflikts mittels seines Analyseinstrumentariums zu erfassen und zu erklären.
Wie waren die Strukturen während des bipolaren Strukturkonflikts und wie sehen sie heute aus? Welche Position nehmen die USA im gegenwärtigen internationalen Systems ein und wie ist ihre Machtposition im Vergleich zu Russland? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die amerikanische Russlandpolitik? Diese Fragen sollen in diesem Kapitel anhand eines diachronischen Vergleichs geklärt werden, der die Zeit vor und nach dem Wandel im internationalen System beleuchtet und dann Verhaltenshypothesen für die USA generiert.
Die Vereinigten Staaten und die UdSSR gingen 1945 als Hauptsiegermächte aus dem 2. Weltkrieg hervor. Der Konflikt zwischen den beiden Mächten entstand bereits 1917, als beide Seiten ihre rivalisierenden staatlichen Organisationsformen und Ideologien, also demokratisch-kapitalistische versus sozialistische Weltordnung, mit einem universellen Geltungs- und Führungsanspruch verbanden. Jedoch wurde dieser Konflikt durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, in dem man sich gegen einen gemeinsamen Gegner verbünden musste. Nach 1945 wurde das Internationale System dann jedoch vier jahrzehntelang durch den Konflikt der beiden einzigen Supermächte dominiert. Ausgetragen wurde er zwischen den transnationalen sozio-ökonomischen und politischen Systemen, die an die jeweilige Supermacht gebunden waren.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der amerikanischen Russlandpolitik nach 1990 und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
II. Wandel der internationalen Strukturbedingungen und dessen Implikationen für das Außenverhalten der USA nach Ende des Ost-West-Konflikts: Theoretische Herleitung der US-Außenpolitik aus neorealistischer Perspektive und Analyse der systemischen Machtkonfiguration.
III. Die innerstaatlichen Bedingungen der amerikanischen Russlandpolitik: Untersuchung der internen, gesellschaftlichen und institutionellen Prozesse, die das außenpolitische Handeln maßgeblich beeinflussen.
IV. Die Russlandpolitik der USA seit 1990: Empirische Analyse zentraler Politikfelder wie Demokratisierung, Sicherheitspolitik und wirtschaftliche Agenda.
V. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich der Kontinuität und des Wandels in der amerikanischen Russlandstrategie.
USA, Russland, Außenpolitik, Post-Cold-War, Neo-Realismus, Neo-Institutionalismus, Demokratisierung, Sicherheitspolitik, NMD, NATO-Osterweiterung, U.S. Caspian Policy, Machtasymmetrie, Containment, Systemtransformation, Institutionelle Beharrlichkeit.
Die Magisterarbeit untersucht die amerikanische Außenpolitik gegenüber Russland im Zeitraum von 1991 bis Ende 2001, wobei sie versucht, sowohl strukturelle systemische als auch innenpolitische Faktoren zu berücksichtigen.
Zu den Schwerpunkten gehören die systemische Machtposition der USA, die Rolle innerstaatlicher Institutionen, die Demokratisierungsförderung in Russland, sicherheitspolitische Konfliktfelder wie NMD und NATO-Erweiterung sowie ökonomische Interessen im Kaspischen Raum.
Das Ziel ist eine deskriptiv-analytische Aufarbeitung der amerikanischen Russlandpolitik, um ihre widersprüchlichen Entwicklungslinien und die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Handeln zu erklären.
Die Arbeit nutzt einen komplementären Ansatz, der den systemischen Neo-Realismus mit dem subsystemischen Neo-Institutionalismus verbindet, um sowohl externe als auch interne Erklärungsfaktoren abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse der internationalen Bedingungen (Neo-Realismus) und der innerstaatlichen Bedingungen (Neo-Institutionalismus) sowie eine empirische Überprüfung dieser Ansätze anhand konkreter Fallstudien der Russlandpolitik.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Neo-Containment, Machtasymmetrie, institutionelle Beharrlichkeit, nationale Sicherheitsinteressen und die Transformation von Institutionen.
Der Auszug deutet an, dass der 11. September 2001 als Zäsur diente, die zwar kurzfristig eine neue strategische Partnerschaft im "Kampf gegen den Terror" ermöglichte, aber die grundlegende institutionelle Beharrlichkeit der amerikanischen Außenpolitik nicht sofort vollständig aufbrach.
Sie kritisiert die Auslandshilfe als "policy-failure", da sie oft an den realen sozialen Bedingungen in Russland vorbeiging und von Eliten missbraucht wurde, anstatt langfristig tragfähige demokratische Strukturen zu festigen.
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