Diplomarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 2,4
1. Kapitel: Einleitung
2. Kapitel: Gewalt
2.1 Der Gewaltbegriff
2.2 Arten von Gewalt
2.3 Langfristige Gewaltentwicklung
3. Kapitel: Medien
3.1 Wirklichkeitskonstruktion und Massenmedien
3.2 Geschichte der Medienwirkungsforschung
3.3 Methoden der Medienwirkungsforschung
3.3.1 Felduntersuchungen
3.3.2 Laborstudien
3.3.3 Die Vielseherforschung
3.3.4 Metaanalysen
3.3.5 Inhaltsanalysen
3.3.6 Problemgruppenanalysen
3.4 Medienwirkung
4. Kapitel: Gewaltdarstellungen in den Medien
4.1 Reale und fiktionale Gewaltangebote
4.2 Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen
4.2.1 Gewaltprofilstudie von Groebel und Gleich
4.2.2 Gewaltdarstellungsstudie von Merten
5. Kapitel: Die Wirkungen medialer Gewalt
5.1 Theorien zur Wirkung von Gewaltdarstellungen
5.1.1 Katharsisthese
5.1.2 Stimulusthese
5.1.3 Habitualisierungsthese
5.1.4 Imitationsthese
5.1.5 Suggestionsthese
5.1.6 Kultivierungsthese
5.2 Theorien der schwachen Wirkungen und der Wirkungslosigkeit
5.3 Befunde zur Wirkung medialer Gewaltdarstellungen
5.3.1 Jürgen Raithel (2002)
5.3.2 Christel Hopf (1999)
5.3.3 Jürgen Grimm (1994)
6. Kapitel: Zusammenfassung
Diese Diplomarbeit untersucht die Wirkung von medialen Gewaltdarstellungen auf Konsumenten, insbesondere auf Kinder und Jugendliche, und analysiert kritisch den aktuellen Forschungsstand sowie die Debatte um die sogenannte Nullhypothese.
3.1 Wirklichkeitskonstruktion und Massenmedien
Die Gesellschaft befindet sich bereits seit Jahrzehnten in einem Loslösungsprozess vom gesprochenen und gedruckten hin zum elektronischen Wort. Besonders das Fernsehen und seit Mitte der achtziger Jahre auch die Entwicklung des Computerbereichs haben deutlichen Einfluss auf das normale Alltagsleben genommen und deutliche Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur und der Lebensumstände des Menschen verursacht. Diese Tatsachen erhöhen natürlich das Augenmerk auf das Phänomen „neue Medien“ und setzen diese auch der Kritik aus, nicht nur ausschließlich von Kulturpessimisten.
Immer wenn Skandale in den Medien die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen (beispielsweise die Affäre um Uwe Barschel 1987, das Geiseldrama von Gladbeck 1988 oder der Krieg im Irak 2003), wird auch dem breiten Publikum bewusst, dass die Sicherheit von in Schrift, Ton und Bild dargestellten Fakten durchaus zweifelhaft sein kann. Es stellen sich Fragen nach Wahrheit, Lüge und Fiktion sowie nach Wirklichkeit und „inszenierter“ Wirklichkeit. Auch die Rolle von Reportern, und Journalisten als „Beobachter und Vermittler der Wirklichkeit“ wird hinterfragt, seitdem eine Reihe von Vorfällen im Bezug auf den unklaren Wahrheitsgehalt von Reportagen, Artikeln und Beiträgen bekannt geworden ist.
1. Kapitel: Einleitung: Einführung in die aktuelle Debatte um Mediengewalt und deren kontroverse Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.
2. Kapitel: Gewalt: Terminologische Bestimmung des Gewaltbegriffs, Unterscheidung verschiedener Gewaltarten und Betrachtung langfristiger Gewaltentwicklungen.
3. Kapitel: Medien: Analyse der Rolle von Massenmedien bei der Wirklichkeitskonstruktion sowie Übersicht über Methoden und Geschichte der Medienwirkungsforschung.
4. Kapitel: Gewaltdarstellungen in den Medien: Unterscheidung von realen und fiktionalen Gewaltangeboten sowie quantitative Analyse von Gewaltprofilen im deutschen Fernsehen.
5. Kapitel: Die Wirkungen medialer Gewalt: Detaillierte Diskussion verschiedener Wirkungs-Theorien sowie Vorstellung aktueller empirischer Studien zur Wirkung von Mediengewalt.
6. Kapitel: Zusammenfassung: Resümee der Diplomarbeit und Einordnung der Ergebnisse zur Bewertung der Nullhypothese.
Mediengewalt, Medienwirkungsforschung, Nullhypothese, Fernsehen, Gewaltkriminalität, Sozialisation, Katharsisthese, Stimulationsthese, Habitualisierung, Imitation, Kultivierung, Wirklichkeitskonstruktion, Jugendgewalt, Medienkonsum, Wirkungsforschung.
Die Arbeit analysiert die Debatte über den Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien auf reale Gewalttaten und bewertet den aktuellen wissenschaftlichen Stand.
Die Themen umfassen die Definition von Gewalt, die Entwicklung der Medienwirkungsforschung, die Analyse von Gewaltangeboten im TV und die Diskussion verschiedener theoretischer Wirkungsmodelle.
Das Ziel ist es, mittels aktueller Studien einen Überblick über die tatsächlichen Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen zu geben und die sogenannte Nullhypothese zu bewerten.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender inhaltsanalytischer und empirischer Studien sowie theoretischer Diskursanalysen aus der Medienwirkungsforschung.
Der Hauptteil behandelt die Klassifizierung von Gewalt, die Methoden der Wirkungsforschung, die Darstellung von Gewalt im deutschen Fernsehen sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit verschiedenen Medientheorien.
Die wichtigsten Begriffe sind Mediengewalt, Medienwirkungsforschung, Nullhypothese, Fernsehkonsum, Sozialisation und empirische Gewaltanalyse.
Die Nullhypothese (Theorie der Wirkungslosigkeit) wird als Gegenpol zu den Wirkungs-Theorien betrachtet; die Arbeit untersucht, ob diese Annahme angesichts aktueller Forschungsergebnisse noch haltbar ist.
Raithel fordert ein Lebensstilkonzept, um zu verdeutlichen, dass Medienkonsum und Gewaltneigung oft in einem komplexen Kontext stehen, anstatt einen rein monokausalen Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt zu unterstellen.
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