Diplomarbeit, 2007
56 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. FRAGMENTIERUNG IM FALLE EINES PRODUKTIONSFAKTORS
2.1. Ricardo-Modell in einer kleinen, offenen Volkswirtschaft
2.1.1. Ohne Fragmentierung
2.1.2. Mit Fragmentierung
2.2. Zwei Länder – Ricardo – Modell
3. FRAGMENTIERUNG IM FALLE ZWEIER HOMOGENER PRODUKTIONSFAKTOREN
3.1. Linear-limitationale Produktionsfunktionen
3.1.1. Einführung der Fragmentierung
3.1.2. Spezialisierung auf ein Fragment im Inland
3.1.3. Produktion beider Fragmente im Inland
3.1.4. Komplette Produktionsverlagerung des fragmentierten Gutes ins Ausland
3.2. Substitutionale Produktionsfunktionen
3.2.1. Das Heckscher-Ohlin-Modell in einer kleinen, offenen Volkswirtschaft
3.2.2. Zwei Länder – Heckscher - Ohlin – Modell
4. FRAGMENTIERUNG IM FALLE SEKTORSPEZIFISCHEN KAPITALS
4.1. Ohne Beschränkung der Aufteilung der Produktionsstandorte
4.1.1. Ohne Outsourcing
4.1.2. Mit Outsourcing
4.2. Bei Beschränkung der Aufteilung der Produktionsstandorte
4.2.1. Der Ein – Firmen – Fall
4.2.2. Der Mehr-Firmen-Fall
4.2.2.1. Der kritische Lohnanstieg
4.2.2.2. Die Lohnänderungsraten
4.2.2.3. Gleichgewichtsbetrachtungen
4.2.3. Auswirkungen verschiedener Faktoren auf die Wohlfahrt
5. ZUSAMMENFASSUNG UND GESAMTÜBERBLICK
Die Arbeit untersucht die theoretischen Auswirkungen der vertikalen Globalisierung, konkret der Fragmentierung von Produktionsprozessen über Landesgrenzen hinweg, auf die wohlfahrtsökonomischen Bedingungen und Arbeitsmärkte in verschiedenen Modellwelten.
1. Einleitung
Globalisierung ist heutzutage zu einem Schlagwort in den Medien geworden. Die aktuelle wissenschaftliche Diskussion spaltet die Globalisierung in zwei Teilbereiche. Einerseits wird hierbei die horizontale Globalisierung betrachtet, bei der die immer weiter steigende Bedeutung des Nord-Süd-Handels thematisiert wird (z.B. bei Davis (1998). Andererseits wird die vertikale Globalisierung untersucht, bei der es um die Zerlegung (Fragmentierung) von Produktionsprozessen über Landesgrenzen hinaus geht. Diese vertikale Globalisierung soll Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sein.
Wie wichtig dieses Thema ist, zeigt sich in den Dimensionen, die diese vertikale Globalisierung heute angenommen hat. So hat der Handel mit Fragmenten bereits im Jahr 2000 einen Anteil von 30 % am Gesamthandelsvolumen erreicht (vgl. Burda/Dluhosch 2000, S. 5). Die Entwicklung dieses Anteils ist hierbei weiterhin steigend (vgl. Burda/Dluhosch 2000, S. 2). Besonders in den Medien der Industrieländer wird diese Form der Globalisierung hierbei keineswegs als rein positives Phänomen empfunden.
Die hierbei oftmals angestellte, einfache Rechnung lautet: Wenn sich für die produzierenden Unternehmen eines Hochlohnlandes die Möglichkeit ergibt, die Waren auch in einem Land mit geringeren Löhnen zu produzieren, wird es diese Möglichkeit nutzen. Dem Hochlohnland bleiben nur zwei Möglichkeiten: Unterbeschäftigung oder eine drastische Senkung des Inlandslohnes. Beides führt in dieser einfachen Rechnung zu einer Wohlfahrtseinbuße für die Arbeitnehmer des betroffenen Landes und zeitgleich durch die Ausnutzung der niedrigeren Auslandslöhne zu Wohlstandszuwächsen bei den Kapitaleignern. Verschärfend kommt in dieser einfachen Betrachtung hinzu, dass die Nutznießer der Globalisierung große, multinationale Unternehmen sind, die ihre Wohlfahrt somit auf „dem Rücken des kleinen Mannes“ immer weiter steigern.
1. EINLEITUNG: Definiert die vertikale Globalisierung als Zerlegung von Produktionsprozessen und skizziert die Fragestellung bezüglich der Auswirkungen auf Wohlfahrt und Lohnniveau.
2. FRAGMENTIERUNG IM FALLE EINES PRODUKTIONSFAKTORS: Analysiert mittels eines einfachen Ricardianischen Modells, dass Fragmentierung die inländische Wohlfahrt verbessern kann, jedoch bei veränderten Terms of Trade auch Wohlfahrtseinbußen möglich sind.
3. FRAGMENTIERUNG IM FALLE ZWEIER HOMOGENER PRODUKTIONSFAKTOREN: Untersucht im Heckscher-Ohlin-Modell, wie die Faktorausstattung über Gewinner und Verlierer der Fragmentierung entscheidet, wobei besonders Lohn-Zins-Verhältnisse betrachtet werden.
4. FRAGMENTIERUNG IM FALLE SEKTORSPEZIFISCHEN KAPITALS: Betrachtet Modelle mit Outsourcing-Optionen für Firmen, wobei die Entscheidung zur Verlagerung endogen bestimmt wird und sogar zu einem Absinken des Inlandslohns unter das ausländische Niveau führen kann.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND GESAMTÜBERBLICK: Fasst zusammen, dass die Auswirkungen der Fragmentierung stark von den spezifischen Modellannahmen und der nationalen Faktorausstattung abhängen und komplexe Umverteilungseffekte aufweisen.
Fragmentierung, Globalisierung, Outsourcing, Internationaler Handel, Wohlfahrtseffekte, Produktionsprozesse, Arbeitsmarkt, Heckscher-Ohlin-Modell, Ricardo-Modell, Lohnniveau, Kapitalrendite, Sektorspezifisches Kapital, Faktorausstattung, Handelsvorteile, Produktionsverlagerung.
Die Arbeit analysiert die theoretischen Auswirkungen der vertikalen Fragmentierung von Produktionsprozessen auf die Wohlfahrt und Arbeitsmärkte von Volkswirtschaften.
Die zentralen Felder sind die Auswirkungen von Fragmentierung auf die Lohnentwicklung, die Verteilung von Wohlstand zwischen Arbeitnehmern und Kapitaleignern sowie die Standortentscheidungen multinationaler Firmen.
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die in der öffentlichen Diskussion oft einfache Rechnung, dass Globalisierung zwangsläufig zu Wohlfahrtsverlusten für Arbeitnehmer führt, durch wissenschaftliche Modelle bestätigt wird.
Es werden klassische und moderne außenwirtschaftstheoretische Modelle wie das Ricardianische Modell, das Heckscher-Ohlin-Modell und Modelle mit sektorspezifischem Kapital und Outsourcing-Optionen verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Stufen: Fragmentierung mit einem Produktionsfaktor, mit zwei homogenen Faktoren und mit sektorspezifischem Kapital unter Berücksichtigung von Outsourcing-Entscheidungen.
Zu den prägenden Fachbegriffen gehören Fragmentierung, Outsourcing, Wohlfahrtseffekte, Faktorausstattung und Inlandslohn.
Ja, in Modellen mit sektorspezifischem Kapital und einer Quasi-Marktmacht der Firmen kann die Produktionsentscheidung dazu führen, dass der Inlandslohn tatsächlich unter das Niveau des Auslandslohns sinkt.
Nein, während die Gesamtwohlfahrt einer Volkswirtschaft tendenziell steigen kann, kommt es oft zu einer Umverteilung, bei der die Lohnbezieher deutliche Verluste erleiden können.
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