Diplomarbeit, 2007
70 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
2.1 Krankheit
2.2 Gesundheit
3 Theoretische Krankheitsmodelle
3.1 Das biomedizinische Modell
3.2 Das psychosomatische Krankheitsmodell
3.3 Das Stress-Coping-Krankheitsmodell
4 Entstehungshintergrund
5 Konzept der Salutogenese
5.1 Die salutogenetische Fragestellung
5.2 Kritik am Gesundheitswesen
5.3 Der Ansatz der Salutogenese
5.3.1 Das Gesundheits – Krankheits – Kontinuum
5.3.2 Stressoren und Widerstandsressourcen
5.3.3 Das Kohärenzgefühl
5.3.4 Entwicklung des Kohärenzgefühls im Verlauf des Lebens
5.4 Auswirkungen auf die Gesundheit
6 Sozialpädagogische Relevanz
7 Empire und Kritik
8 Zusammenfassung/Resümee
Die Arbeit untersucht das Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky als theoretische Alternative zum traditionellen pathogenetischen Verständnis von Gesundheit. Ziel ist es, den notwendigen Perspektivwechsel in der medizinischen und sozialpädagogischen Praxis zu verdeutlichen, bei dem nicht das Defizit, sondern die Entstehung von Gesundheit sowie die Stärkung individueller Ressourcen in den Mittelpunkt rückt.
5.3.3 Das Kohärenzgefühl
Generalisierte Widerstandsfaktoren sind individuelle, kulturelle und soziale Faktoren, die Spannungsbewältigung ermöglichen. Dem gegenüber steht das Kohärenzgefühl (sense of Coherence, SOC), welches eine globale Orientierung darstellt, sozusagen ein Einstellungsmuster (intrinsischer Wert), die Welt in einer bestimmten Weise zu sehen. Antonovsky genauer Wortlaut: „… eine globale Orientierung, die das Ausmaß ausdrückt, in dem man ein durchdringendes, überdauerndes aber dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, dass die eigene interne und externe Umwelt vorhersagbar ist und das es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass sich die Dinge so entwickeln werden, wie vernünftigerweise erwartet werden kann.“ Coherence kann dabei mit Zusammenhang, Stimmigkeit, zusammenhalten, Halt haben, assoziiert werden und Sense mit Sinn, Gefühl, Verständnis oder Bedeutung.
Entsprechende Konstitutionen (z.B. generalisierte Widerstandsressourcen) und individuelle Lebenserfahrungen sind verantwortlich für das Kohärenzgefühl. Mit der Bezeichnung dynamisch wird hervorgehoben, dass diese Grundeinstellung zum Leben fortwährend mit neuen Lebenserfahrungen konfrontiert und von diesen beeinflusst wird. Die Ausprägung des Kohärenzgefühls beeinflusst wiederum die Art der Lebenserfahrungen, welches dazu führt, dass die Lebenserfahrungen in der Regel die Grundhaltungen bestätigen und diese damit relativ stabil werden. Antonovsky spricht von einer dispositionalen Orientierung und einem damit relativ überdauernden Merkmal. Man könnte sagen, je häufiger eine Person die Erfahrung macht, dass sie Stress nicht wehrlos ausgesetzt ist, und dies wird so wahrscheinlicher je mehr Widerstandsressourcen sie zur Verfügung hat, umso mehr bildet sich eine Überzeugung heraus, dass das Leben in individuellen Bereichen sinnvoll, überschaubar und handhabbar ist.
1 Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und Einführung in die Fragestellung zur pathogenetischen versus salutogenetischen Orientierung.
2 Begriffserklärung: Definition von Krankheit und Gesundheit als Grundlage für das weitere Verständnis.
3 Theoretische Krankheitsmodelle: Kurzer Überblick über biomedizinische, psychosomatische und Stress-Coping-Modelle zur Abgrenzung.
4 Entstehungshintergrund: Biografische und wissenschaftliche Hintergründe zu Aaron Antonovsky und der Entwicklung seines Ansatzes.
5 Konzept der Salutogenese: Detaillierte Erläuterung des Modells, der salutogenetischen Fragestellung sowie der Kernkomponenten wie Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, Widerstandsressourcen und Kohärenzgefühl.
6 Sozialpädagogische Relevanz: Erörterung der Bedeutung salutogenetischer Ansätze für die soziale Arbeit, insbesondere durch Ressourcenaktivierung und soziale Netzwerke.
7 Empire und Kritik: Diskussion der wissenschaftlichen Validität, transkulturellen Gültigkeit und der Kritikpunkte am Modell der Salutogenese.
8 Zusammenfassung/Resümee: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die Integration salutogenetischer Aspekte in das Gesundheitssystem.
Salutogenese, Aaron Antonovsky, Kohärenzgefühl, SOC, Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, Stress, Coping, Widerstandsressourcen, Pathogenese, Gesundheitsförderung, Soziale Arbeit, Prävention, Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Bedeutsamkeit.
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky und untersucht, welche Faktoren dazu beitragen, dass Menschen trotz Belastungen gesund bleiben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Salutogenese, der Bedeutung des Kohärenzgefühls, der Abgrenzung zur Pathogenese sowie der Anwendbarkeit dieses Konzepts in der sozialen Arbeit.
Das primäre Ziel ist es, den Perspektivwechsel von einer rein krankheitsorientierten Sichtweise hin zur Gesundheitsentstehung zu erläutern und aufzuzeigen, wie dies die Praxis im Gesundheitswesen und in der sozialen Arbeit verändern kann.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Konzepte der Stress- und Coping-Forschung sowie empirische Studien zur Salutogenese sichtet und reflektiert.
Der Hauptteil widmet sich ausführlich dem Salutogenese-Modell, analysiert das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, die verschiedenen Widerstandsressourcen und die drei Komponenten des Kohärenzgefühls.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Salutogenese, Kohärenzgefühl, Pathogenese, Gesundheitsförderung und Ressourcenorientierung charakterisiert.
Personen mit einem starken Kohärenzgefühl können Spannungen besser regulieren, Stressoren leichter bewältigen und neigen eher zu gesundheitsförderlichem Verhalten, was sich positiv auf den gesamten Gesundheitszustand auswirken kann.
Die soziale Arbeit unterstützt durch die Förderung von Ressourcen, Partizipation und soziale Netzwerke das Ziel, Klienten zu befähigen, ihr Leben autonom und gesundheitsförderlich zu gestalten.
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