Diplomarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 HISTORISCHE ENTWICKLUNG VON FRAUENBETEILIGUNG IN DER KOMMUNALPOLITIK
2.1 Vom Wahlrecht zu den Anfängen der Frauenpartizipation
2.2 Die neue Frauenbewegung der 1970er Jahre
2.3 Frauenpartizipation in den letzten 20 Jahren
2.4 Bürgermeisterinnen in Österreich und Oberösterreich
3 ERKLÄRUNGSANSÄTZE GESCHLECHTERUNTERSCHIEDLICHER POLITISCHER PARTIZIPATION
3.1 Politischer Sozialisationsansatz
3.1.1 Traditionelle Rollenbilder
3.1.2 Trennung von Öffentlich und Privat
3.1.3 Weibliches Harmoniebedürfnis
3.2 Politisch-kulturelle Erklärungsansätze
3.2.1 Die politische Kultur
3.2.2 Die individuelle politische Orientierung
3.3 Institutionentheoretische Ansätze
3.3.1 Männliche Politikstrukturen
3.3.2 Die Rolle des Wahlsystems
3.3.3 Parteien und Listenerstellung
3.3.4 Vorwahlen
3.3.5 Quotenregelungen
3.3.6 Rekrutierungsmechanismen
3.4 Sozioökonomische Erklärungsansätze
3.4.1 Alter
3.4.2 Bildung und Beruf
3.4.3 Das familiäre Umfeld der Gemeinderätinnen
4 BETÄTIGUNGSFELDER VON FRAUEN IM GEMEINDERAT
4.1 Situationsanalyse
4.1.1 Frauenbeteiligung
4.1.2 Gemeinderätinnen nach Parteien
4.1.3 Gemeinderätinnen und Bevölkerungsdichte
4.2 Arbeitsfelder von Gemeinderätinnen
4.3 Dauer der Mitarbeit
5 EXPERTINNEN-INTERVIEWS MIT OBERÖSTERREICHS BÜRGERMEISTERINNEN
5.1 Das Bürgermeisteramt – eine Männerdomäne
5.2 Lebensverhältnisse der Bürgermeisterinnen
5.3 Bürgermeisterinnen und ihr politisches Umfeld
5.3.1 Bürgermeisterinnen und ihre Parteizugehörigkeit
5.3.2 Hemmendes und Unterstützendes für Bürgermeisterinnen
5.3.3 Viel Erfahrene – wenig Quereinsteigerinnen
5.3.4 Bürgermeisterinnen und Wahlen
5.3.5 Frauenanteile in Bürgermeisterinnen-Gemeinden
6 ZUSAMMENFASSUNG – AUSBLICK
Diese Diplomarbeit untersucht die Situation und die Partizipationsmöglichkeiten von Frauen in der Kommunalpolitik in Oberösterreich. Ziel ist es, die Gründe für die geringe Repräsentanz von Frauen in den Gemeinderäten zu identifizieren und die Herausforderungen sowie die Arbeitsrealität von Frauen in politischen Ämtern zu beleuchten.
3.1.1 Traditionelle Rollenbilder
Traditionelle Rollenbilder stellen die Hauptbegründung für die geringe politische Frauenbeteiligung dar. Die meisten weiteren Argumentationen lassen sich mehr oder minder auf traditionelle Geschlechtsrollen zurückführen.
Eine wesentliche Rolle in der Politik zu spielen traut man Frauen oft nicht zu. Es widerspricht zu sehr den Erwartungen an eine weibliche Geschlechtsrolle (vgl. Rempt-Halmmans de Jongh 1987, S. 101). Unsere Gesellschaft ist so organisiert, dass mit einem bestimmten Geschlecht auch bestimmte soziale Positionen und Funktionen vorgesehen oder nicht vorgesehen sind. Diese Platzanweisungen werden täglich praktiziert: zum Beispiel, wenn die einzige Gemeinderätin einer Fraktion gefragt wird, ob sie sich nicht einen Kuchen für die Wahlfeier machen könnte.
Auch wenn schon viele Strukturen aufgeweicht wurden, so gibt es nach wie vor viele Berufe, die als typisch männlich oder typisch weiblich gelten. Eine Frau als Regierungschef widersetzt sich der gängigen Vorstellung vieler Menschen deshalb, weil Politik und Führungsqualifikation männlich und in Abgrenzung zu Weiblichem konzipiert sind (vgl. Krause 2003, S. 46). Gerade hierin liegt eine Strategie der Abwertung und Destabilisierung von Frauen in der Politik: Ihre „Weiblichkeit“ wird in Frage gestellt, besonders wenn sie „männliche“ Karrierewünsche zeigen (vgl. Weber/Esch/Schaeffer-Hegel 1998, S: 8).
Die Platzanweisung durch das Geschlecht hat demnach nicht nur soziale Effekte, sondern auch Einfluss auf die Machtverhältnisse. Bezahlung, Kompetenzen und Ansehen lassen sich im politischen Bereich direkt in Macht übersetzen. Die Hierarchie von Berufen, Sphären und Aktivitäten folgt einem gesellschaftlichen und politischen Organisationsprinzip. Politik ist einerseits durch die herrschende Geschlechterordnung hervorgebracht, andererseits nimmt sie wesentlichen Einfluss auf die Geschlechterverhältnisse (vlg. Krause 2003, S. 47ff).
EINLEITUNG: Die Autorin erläutert die Beweggründe für die Untersuchung der Unterrepräsentation von Frauen in der oberösterreichischen Kommunalpolitik und legt die Relevanz des Themas dar.
HISTORISCHE ENTWICKLUNG VON FRAUENBETEILIGUNG IN DER KOMMUNALPOLITIK: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg der Frauen zum Wahlrecht und ihre Entwicklung in der politischen Teilhabe im 20. Jahrhundert bis hin zum Aufstieg der ersten Bürgermeisterinnen nach.
ERKLÄRUNGSANSÄTZE GESCHLECHTERUNTERSCHIEDLICHER POLITISCHER PARTIZIPATION: Hier werden zentrale theoretische Modelle wie der Sozialisationsansatz, politisch-kulturelle Ansätze sowie institutionelle und sozioökonomische Erklärungen für das unterschiedliche politische Engagement von Frauen und Männern erörtert.
BETÄTIGUNGSFELDER VON FRAUEN IM GEMEINDERAT: Dieses Kapitel analysiert die Ist-Situation und die tatsächliche Arbeit der Gemeinderätinnen, wobei Schwerpunkte in Ausschüssen und die Dauer ihrer politischen Tätigkeit betrachtet werden.
EXPERTINNEN-INTERVIEWS MIT OBERÖSTERREICHS BÜRGERMEISTERINNEN: In diesem Teil werden die Ergebnisse der Vollerhebung unter Oberösterreichs Bürgermeisterinnen vorgestellt, die persönliche Erfahrungen und strukturelle Hindernisse im Bürgermeisteramt aufzeigen.
ZUSAMMENFASSUNG – AUSBLICK: Das Fazit fasst die Kernerkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von gesellschaftlichen Veränderungen und individuellem politischen Engagement zur Erreichung echter Gleichberechtigung.
Politische Partizipation, Frauenbeteiligung, Kommunalpolitik, Oberösterreich, Geschlechterrollen, Sozialisation, Gemeinderätinnen, Bürgermeisterinnen, politische Kultur, Institutionentheorie, Sozioökonomische Faktoren, Frauenförderung, Quotenregelung, Machtstrukturen, politische Bildung.
Die Arbeit untersucht die Gründe für den geringen Frauenanteil in der oberösterreichischen Kommunalpolitik und analysiert die Herausforderungen, denen sich Frauen in politischen Ämtern auf Gemeindeebene gegenübersehen.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Frauenpartizipation, die verschiedenen theoretischen Erklärungsansätze für das ungleiche Engagement sowie eine detaillierte Auswertung von Daten zu Gemeinderätinnen und Expertinnen-Interviews mit Bürgermeisterinnen.
Das Ziel ist es, die tiefgreifenden Ursachen für die Unterrepräsentanz von Frauen aufzudecken und zu verstehen, warum strukturelle und kulturelle Barrieren in der Politik weiterhin bestehen.
Es wurde eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Ansätze und einer empirischen Vollerhebung unter den 12 Bürgermeisterinnen Oberösterreichs mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle (Sozialisation, Kultur, Institutionen, Sozioökonomie), die Situationsanalyse der Frauen in den Gemeinderäten sowie die spezifische Auswertung der Interviews mit den Bürgermeisterinnen.
Wichtige Begriffe sind Politische Partizipation, Frauenbeteiligung, Kommunalpolitik, Geschlechterrollen, politische Kultur, Machtstrukturen und Frauenförderung.
In Städten spielen formelle Qualifikationen und Berufspositionen eine größere Rolle bei der Auswahl von Kandidatinnen, während in kleineren Landgemeinden persönliche Netzwerke, soziale Einbindung und das „traditionelle Rollenbild“ maßgeblich sind.
Die Arbeit zeigt, dass Parteistrukturen oft nach männlichen Kriterien (wie Konkurrenz, Machtkämpfe, informelle „Biertisch“-Absprachen) organisiert sind, die das Einbringen und Durchsetzen weiblicher Interessen erschweren.
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