Examensarbeit, 2004
82 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlagen und Voraussetzungen
2.1 Phonologische Grundlagen – die s-Laute des Deutschen
2.1.1 Die historische Entwicklung der s-Laute
2.1.2 Die s-Laute im heutigen Deutsch
2.2 Orthographische Prinzipien
2.2.1 Das Lautprinzip
2.2.2 Das Stammprinzip
2.2.3 Das Homonymieprinzip
2.2.4 Das ästhetische Prinzip
2.2.5 Das pragmatische Prinzip
2.2.6 Das grammatische Prinzip
2.2.7 Die orthographischen Prinzipien – ein kurzes Fazit
2.3 Graphische Grundlagen – s-Schreibung zwischen Fraktur und Antiqua
2.4 Das Eszett und seine Entstehung
3 Das 19. Jahrhundert – Aufbruch in eine geregelte orthographische Zukunft
3.1 Ausgangspunkte
3.2 Reformvorschläge bis 1876
3.2.1 Die historische Richtung
3.2.1.1 JAKOB GRIMM
3.2.1.2 PHILIPP WACKERNAGEL
3.2.1.3 KARL WEINHOLD
3.2.1.4 Probleme des historischen Ansatzes
3.2.2 Die phonetisch-traditionelle Richtung
3.2.2.1 J. C. HEYSE und Ahnen
3.2.2.2 RUDOLF VON RAUMER
3.2.2.3 SAMUEL LEFMANN
3.2.2.4 Probleme des phonetischen Ansatzes
3.3 I. Orthographische Konferenz – versuchte Durchsetzung der Einheitsorthographie
3.4 Schulorthographien und Vorschläge einzelner Autoren zwischen 1876 und 1900
3.4.1 K. DUDEN (1876): Zukunftsorthographie
3.4.2 Die wichtigsten Schulorthographien
3.4.2.1 Österreich
3.4.2.2 Bayern
3.4.2.3 Preußen
3.4.2.4 Andere Schulorthographien
3.4.3 G. A. SAALFELD (1885) und R. BAX (1897)
3.5 Das 19. Jahrhundert – Fazit und Zusammenfassung
4 Das 20. Jahrhundert – Verwirklichung der Einheitsorthographie
4.1 II. Orthographische Konferenz – Berlin 1901
4.2 Nachlese der II. Orthographischen Konferenz – Reformvorschläge bis 1933
4.2.1 Drei mögliche Wege zu einer vereinfachten s-Schreibung
4.2.1.1 Möglichkeit A: <ß> wird durch ersetzt
4.2.1.2 Möglichkeit B: /
4.2.1.3 Möglichkeit C:
4.2.2 OSKAR BRENNER 1902
4.2.3 Die Vorschläge des LEIPZIGER LEHRERVEREINS (1931)
4.3 Orthographie und Nationalsozialismus – die Zeit von 1933-1945
4.4 Aufbruch zum Fortschritt – Reformbestrebungen und Erkenntnisse zwischen 1945 und 1996
4.4.1 Reformvorschlag A: an Stelle von <ß>
4.4.2 Reformvorschlag B: /
4.4.2.1 „Ist eine reform unserer rechtschreibung notwendig?“ – Die Vorschläge des FDGB Leipzig (1947)
4.4.3 Reformvorschlag C:
4.4.3.1 ÖSTERREICH 1961/62
4.4.3.2 KOMMISSION (1985) und (1989)
4.4.3.3 Maas (1992)
4.4.4 Reformvorschlag D: generell
4.4.4.1 STUTTGARTER EMPFEHLUNGEN (1954)
4.4.4.2 RESOLUTION (1973)
4.5 Die Neuregelung der Rechtschreibung 1996
4.5.1 Geschichte der Neuregelung
4.5.2 Die neuen Regeln für die s-Schreibung
4.5.3 Kritik an der Neuregelung der s-Schreibung
4.6 Das 20. Jahrhundert – der zusammenfassende Überblick
5 Ausblick
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit analysiert die historische Entwicklung sowie die Problematik der s-Schreibung im Deutschen während des 19. und 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, die wesentlichen Entwicklungsstränge der s-Orthographie sowie die verschiedenen Reformbestrebungen aufzuzeigen, kritisch zu beleuchten und deren fachliche Zusammenhänge zu verdeutlichen.
2.4 Das Eszett und seine Entstehung
Im Zusammenhang mit den in Deutschland im 19. und teilweise auch 20. Jahrhundert parallel verwendeten Schriften ist es auch nötig, sich mit dem viel zitierten und beschriebenen Sonderzeichen <ß> bzw. <ß> zu beschäftigen.
Das Eszett der Antiqua ist nämlich ein anderes als das der Fraktur. So erklärt beispielsweise POSCHENRIEDER (1997: 174), dass <ß> im 14. Jahrhundert aus einer Kombination von und vor das geschwänzte
In der Antiqua ist <ß> aus einer Zusammenfügung von <ſ> und zu < ſs> entstanden und diente schon im 16.Jahrhundert als Allograph für doppeltes . GRIMM verwandte dann wohl als erster das neu gestaltete Zeichen (vgl. Poschenrieder 1997: 174), das der Antiqua, der lateinischen Schrift, zuvor nicht eigen war. Dafür wurde es dann recht schnell und vor allem schneller als in der Fraktur als Einzelzeichendrucktype eingeführt (vgl. Kranich-Hofbauer 2000: 57). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann die zunächst auch verschieden verwendeten Eszett gleichartig gebraucht, nämlich sowohl als Allograph für doppeltes gesetztes als auch als Zeichen für geschärften s-Laut.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Untersuchung der s-Schreibung im 19. und 20. Jahrhundert und stellt die Leitfrage zur Entwicklung der Orthographie dar.
2 Grundlagen und Voraussetzungen: Dieses Kapitel erläutert die phonologischen Merkmale der s-Laute sowie die zentralen orthographischen Prinzipien, die das Fundament für spätere Reformbestrebungen bildeten.
3 Das 19. Jahrhundert – Aufbruch in eine geregelte orthographische Zukunft: Hier werden die vielfältigen, oft gescheiterten Reformvorschläge des 19. Jahrhunderts und die Bemühungen um eine Vereinheitlichung, etwa durch die I. Orthographische Konferenz, detailliert analysiert.
4 Das 20. Jahrhundert – Verwirklichung der Einheitsorthographie: Dieses Kapitel behandelt die erfolgreiche Konsolidierung der Einheitsorthographie ab der II. Orthographischen Konferenz 1901 bis hin zur umfassenden Neuregelung von 1996.
5 Ausblick: Der Ausblick reflektiert über die zukünftige Entwicklung der Orthographie unter dem Einfluss globaler Sprachveränderungen und der beständigen fachlichen Kontroversen.
s-Schreibung, Rechtschreibreform, Orthographie, Lautprinzip, Stammprinzip, Eszett, Fraktur, Antiqua, I. Orthographische Konferenz, II. Orthographische Konferenz, Rechtschreibregelung 1996, Sprachgeschichte, Phonetische Richtung, historische Richtung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und der Problematik der s-Schreibung im Deutschen über den Zeitraum des 19. und 20. Jahrhunderts hinweg.
Im Zentrum stehen die phonologischen Grundlagen, die orthographischen Prinzipien, der Einfluss der verwendeten Schriftarten sowie die verschiedenen Reformansätze und deren staatliche Sanktionierung.
Das Ziel ist es, die wesentlichen Entwicklungsstränge der s-Orthographie in den letzten beiden Jahrhunderten aufzuzeigen und die problematischen Zusammenhänge bei den verschiedenen Reformversuchen zu verdeutlichen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse der historischen Orthographie-Entwicklung, ergänzt durch die Untersuchung systematischer Reformvorschläge führender Sprachwissenschaftler.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke: Die gescheiterten Reformbestrebungen des 19. Jahrhunderts und die Realisierung der Einheitsorthographie im 20. Jahrhundert bis zur Reform von 1996.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören neben s-Schreibung und Orthographie vor allem das Lautprinzip, das Stammprinzip, das Eszett sowie die historischen Meilensteine wie die Orthographischen Konferenzen.
Die unterschiedliche historische Entwicklung der Schriftarten und ihrer spezifischen s-Zeichen (Lang-s, Rund-s, Eszett) bildete ein grundlegendes Problem für die Normierung einer einheitlichen Rechtschreibung.
Der Duden wird als maßgebliche Instanz gesehen, die trotz gescheiterter offizieller Konferenzen durch ihre Wörterbücher eine größere faktische Einigung im deutschen Sprachgebiet bewirkte.
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