Diplomarbeit, 2006
71 Seiten, Note: Sehr Gut
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung des Tempusgebrauchs in Franz Kafkas Tagebüchern im Kontext der psychoanalytischen Theorie. Ziel ist es, die sprachliche Gestaltung der Tagebücher unter dem Aspekt der Zeitlichkeit zu analysieren und aufzeigen, wie die psychologischen Prozesse des Autors in seiner sprachlichen Darstellung zum Ausdruck kommen.
Die Einleitung führt in die Thematik der Tempusforschung ein und stellt die Forschungslücke dar, die die Arbeit zu schließen versucht. Das erste Kapitel erläutert die zentralen Konzepte der Psychoanalyse nach Sigmund Freud, insbesondere die Bedeutung des Ödipuskomplexes und der Verdrängungslehre. Die zweite Sektion befasst sich mit der Anwendung der psychoanalytischen Theorie auf den Tempusgebrauch in Kafkas Tagebüchern, wobei die einzelnen Tempusformen und ihre psychologischen Bedeutungen im Detail analysiert werden. Im dritten Kapitel werden die Tempustheorien von Roland Harweg und Harald Weinrich vorgestellt und mit der psychoanalytischen Tempustheorie verglichen. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und zeigt die Relevanz der psychoanalytischen Perspektive für die Interpretation von Kafkas Tagebüchern.
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Zeitlichkeit, Tempusgebrauch, Psychoanalyse, Franz Kafka, Tagebücher, Bewusstseinsverarbeitung, Verdrängung, Ödipuskomplex, Tempustheorie, Roland Harweg, Harald Weinrich.
Die Arbeit postuliert, dass Tempuswechsel bei Kafka nicht zeitlich, sondern durch innerpsychologische Vorgänge und die Konfrontation mit dem Bewusstsein gesteuert werden.
Die Wahl eines Tempus hängt davon ab, inwieweit ein Ereignis mit dem Bewusstsein konfrontiert werden kann, ohne das seelische Gleichgewicht des Schreibers zu gefährden.
Freuds Konzepte (Ich, Es, Über-Ich, Verdrängung) dienen als Basis, um die sprachliche Gestaltung der Tagebücher als Spiegel psychischer Prozesse zu interpretieren.
Das Präsens wird im Kontext von allgemeiner Gültigkeit, Wiederholungen, Unausweichlichkeit oder Visionen analysiert.
Das Präteritum steht oft für Unwiderruflichkeit, Unkontrollierbarkeit oder eine bewusste Emotionslosigkeit gegenüber dem Erlebten.
Die Diplomarbeit setzt sich kritisch mit den Tempustheorien von Roland Harweg und Harald Weinrich auseinander.
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