Forschungsarbeit, 2007
71 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Frühe Geschichte Japans
2.1. Die Herrschaft der Kaiser: Yamato-Kultur, Nara und Kyoto in der Heian-Zeit
2.2. Die Herrschaft des Schwertadels: Japans feudalistische Epoche
2.3. Japans christliches Jahrhundert und die Zeit der Selbstisolierung
3. Shintoismus und Buddhismus – Japans Religionen im fruchtbaren Wechselspiel
4. Japans Reaktion auf die Moderne in der Meiji-Zeit
4.1. Hintergründe und Motive für die Restauration des Landes
4.2. Japans Reaktion auf die Herausforderungen nach innen
4.2.1. Die Rolle des Tenno
4.2.2. Nationalismus und Doktrin der japanischen Einzigartigkeit
4.3. Japans Reaktion auf die Herausforderungen nach außen
4.4. Zusammenfassung
5. Japan zwischen Tradition und Moderne in der Gegenwart
5.1. Tenno und Nationalismus in der Gegenwart
5.2. Japans Wirtschaft
5.3. Japan zwischen Pazifismus und „Scheckbuchdiplomatie“
6. Japans Außenpolitik vor dem Hintergrund der Globalisierung
6.1. Das Verhältnis zu den USA – Kontinuität als Juniorpartner oder Emanzipation?
6.1.1. Japan als verlässlicher Partner der USA
6.1.2. Emanzipations- und Distanzierungstendenzen
6.2. Japan und Chinas Beziehungen zwischen militärischer Drohung und gemeinsamer Achse eines anbahnenden „Asiatischen Jahrhunderts“
6.3. Japans Einfluss und künftige Rolle in dem aufstrebenden „Großasiatischen Raum“
7. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Moderne im heutigen Japan vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Weltpolitik, wobei insbesondere die Frage im Fokus steht, welche außenpolitischen Wege das Land angesichts seiner historischen Prägung und der Herausforderungen der Globalisierung einschlagen kann.
4.2.1. Die Rolle des Tenno
Für Klaus Antoni beginnt die Geschichte des modernen Japans mit einem Paradoxon: Für den Japanspezialisten ist die Meiji-Restauration nicht wirklich gleichzusetzen mit dem Eintritt in eine neue und industrialisierte Welt. Schließlich basiere der Aufschwung des Landes in der „Wiedereinsetzung eines angeblich archaischen Gottkaisertums“ (vgl. Antoni 1998: 21). Um sich den Westen entgegenstellen zu können, wurde zur Mobilisierung der Bevölkerung hiermit ein traditionelles Element wiederbelebt, das Japan von der Außenwelt weiterhin abheben und vereinen sollte. Antoni fasst dies mit der Schlussfolgerung zusammen, wonach die Meiji-Restauration mit der „Öffnung des Landes“ in Richtung des Westens „vor allem auch die rückwärts gewandte Idee einer ‚Rekonstruktion’ früherer Herrschaftsmuster mit sich“ brachte (vgl. Antoni 1998: 22).
Die Ausstattung des Tenno – der als Institution Japan und dessen Seele verkörperte (vgl. Pohl/Mayer 1998: 62) – mit einer erheblichen Machtfülle, erfuhr in der Phase des japanischen Wandels eine Renaissance, die das Land in den folgenden Jahrzehnten ideologisch zu einem wirtschaftlich starken und international anerkannten Kolonialstaat führen sollte, da der Kaiser für kulturelle Identität und soziale Einheit stand (Antoni 1991: 19). Unter dem Schlagwort „Verehrt den Tenno, verjagt die Barbaren!“ wurde Kaiser Meiji 1868 von Kioto nach Tokio gebracht und erfuhr dort in den folgenden Jahren eine gesellschaftliche und politische Ausnahmestellung (vgl. Pohl/Mayer 1998: 62f.). In der Phase zahlreicher sozialer Opfer durch die Industrialisierung und der zunehmenden Öffnung gegenüber dem Ausland wurde die Verehrung des Kaisers zu einem für die gesamte Nation verbindlichen Staatskult, in dem der Tenno mit seinem „mystisch-mythischem Kern“ eine wichtige Rolle einnahm.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Bild Japans von außen und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem zukünftigen Weg des Landes im Spannungsfeld zwischen Tradition, Moderne und Globalisierung.
2. Frühe Geschichte Japans: Dieses Kapitel zeichnet die Geschichte Japans von den Ursprüngen über die Reichsgründung und die Einführung chinesischer Einflüsse bis hin zur Zeit des Schwertadels und der späteren Selbstisolierung nach.
3. Shintoismus und Buddhismus – Japans Religionen im fruchtbaren Wechselspiel: Hier werden die beiden prägenden Religionen Japans und ihr harmonisches Zusammenwirken sowie ihre Bedeutung für das japanische Selbstverständnis analysiert.
4. Japans Reaktion auf die Moderne in der Meiji-Zeit: Das Kapitel untersucht, wie Japan durch eine gezielte Modernisierung und die Wiederbelebung traditioneller Symbole auf die Bedrohung durch den kolonialen Westen reagierte.
5. Japan zwischen Tradition und Moderne in der Gegenwart: Hier wird analysiert, wie sich das Tenno-System, die wirtschaftliche Struktur und das pazifistische Selbstverständnis in der Nachkriegszeit weiterentwickelt haben.
6. Japans Außenpolitik vor dem Hintergrund der Globalisierung: Dieses Kapitel prüft die gegenwärtigen Herausforderungen, insbesondere das Verhältnis zu den USA sowie die komplexe Beziehung zu China und die Rolle im asiatischen Raum.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Thesen zusammen und diskutiert mögliche Zukunftsszenarien für Japan in einem aufstrebenden asiatischen Jahrhundert.
Japan, Tradition, Moderne, Globalisierung, Tenno, Nationalismus, Meiji-Restauration, Außenpolitik, USA, China, Wirtschaft, Pazifismus, Identität, Sicherheitsallianz, Asien
Die Arbeit analysiert, wie Japan versucht, seine traditionelle kulturelle Identität mit den Erfordernissen einer modernen, globalisierten Welt zu vereinbaren und welche außenpolitischen Konsequenzen sich daraus ergeben.
Zentrale Themen sind die Geschichte Japans, die Rolle der Religionen, das Tenno-System, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die außenpolitischen Beziehungen zu den USA und zu asiatischen Nachbarstaaten.
Das Ziel ist zu verstehen, wie Japan auf Herausforderungen reagiert, um als gleichgewichtiger Partner in der Weltpolitik zu agieren, ohne dabei den eigenen kulturellen Kern zu verlieren.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Entwicklungen und gesellschaftliche Prozesse als Grundlage für das Verständnis heutiger außenpolitischer Handlungsspielräume nutzt.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung Japans seit der Meiji-Zeit, die religiöse Prägung, die wirtschaftliche Transformation sowie die strategischen Herausforderungen in den Beziehungen zu den USA und China.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Japan, Tradition, Moderne, Tenno, Nationalismus, Sicherheitsallianz und Globalisierung charakterisiert.
Der Tenno fungiert auch nach der Demokratisierung als symbolisches Einigungselement und als Träger einer nationalen Identität, die in einer globalisierten Welt als Gegensatz zu westlichen Werten wahrgenommen wird.
Das Verhältnis ist durch ein vorsichtiges Abtasten, gegenseitiges Misstrauen und einen intensivierten wirtschaftlichen Austausch („Design in Japan – Made in China“) geprägt, während gleichzeitig ein machtpolitischer Wettbewerb um regionale Hegemonie stattfindet.
Die USA fungieren als sicherheitspolitischer Schutzpatron, an dessen Seite Japan versucht, durch eine Kooperation (u.a. Raketenabwehrsystem) seine eigene Verteidigungsfähigkeit auszubauen, sich dabei jedoch in einer Abhängigkeit als Juniorpartner wiederfindet.
Japan steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung seiner Außenpolitik. Es muss zwischen der engen Bindung an den Westen und einem zunehmenden regionalen Engagement in Asien abwägen, wobei das Land handeln muss, um seine Rolle im aufstrebenden asiatischen Jahrhundert zu behaupten.
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