Diplomarbeit, 2007
277 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG ...................................................................................................................... 5
1 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN ...................................................................... 9
1.1 Theorien zur Mediennutzung und Unterhaltungsrezeption ......................................... 9
1.1.1 Der aktive Mediennutzer ..................................................................................... 10
1.1.1.1 Der Uses-and-Gratifications-Ansatz ........................................................... 10
1.1.1.2 Kritik und Erweiterungen ............................................................................ 10
1.1.2 Der Unterhaltungsbegriff innerhalb der Rezeptionsforschung ........................... 13
1.2 Das integrative Konstrukt der Rezeptionsmodalitäten .............................................. 15
1.3 Erklärungsansätze und Befunde zum Sad Film Paradoxon ....................................... 20
1.3.1 Das Genre ‚Sad Film’ ......................................................................................... 20
1.3.2 Differentielle Medienwirkung und Rezipientenmerkmale ................................. 23
1.3.2.1 Gender .......................................................................................................... 23
1.3.2.2 Persönlichkeitseigenschaften ....................................................................... 26
1.3.2.3 Alexithymia und Filmpräferenz .................................................................... 28
1.3.3 Erklärungsansätze in Bezug auf affektive und kognitive Aktivität .................... 29
1.3.3.1 Identifikation ................................................................................................ 29
1.3.3.2 Empathie ...................................................................................................... 32
1.3.3.3 Stellenwert der Protagonisten ...................................................................... 33
1.3.3.4 Stimmungsregulation ................................................................................... 34
1.3.3.5 Evolutionspsychologische Perspektive ........................................................ 37
1.3.3.6 Kognitive Kontrollprozesse medieninduzierter Emotionen ......................... 38
1.3.3.7 Prozesse des sozialen Vergleichs ................................................................. 39
1.3.3.8 Einstellungen zum Mitgefühl ........................................................................ 41
1.3.3.9 Meta-Emotionen ........................................................................................... 43
1.3.3.10 Perspektive des ‚Terror Managements’ ..................................................... 44
1.3.4 Zusammenfassung: Der Stand zum Sad Film Paradoxon ................................... 46
2 METHODE ...................................................................................................................... 50
2.1 Fragestellung und Begründung für die Wahl einer qualitativen Untersuchungsmethodik .................................................................................................. 50
2.2 Die besonderen Merkmale qualitativer Forschung .................................................... 53
2.2.1 Prinzipien und Regeln im Rahmen qualititativer Untersuchungen ..................... 53
2.2.2 Gütekriterien innerhalb qualitativer Forschung .................................................. 54
2.2.3 Qualitative Datenerhebung mit halb-strukturiertem Leitfaden ........................... 56
2.3 Ablauf der Untersuchung ........................................................................................... 57
2.3.1 Begründung für die Art des Untersuchungsablaufes .......................................... 57
2.3.2 Stichprobe ........................................................................................................... 58
2.3.3 Untersuchungsfilm .............................................................................................. 59
2.4 Datenauswertung im Rahmen qualitativer Forschung ............................................... 60
2.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ............................................................ 60
2.4.2 Vorgehen bei der Datenauswertung .................................................................... 62
2.4.3 Explikation des Kategoriensystems .................................................................... 62
2.5 Zusammenfassung: Methode ........................................................................................ 82
3 ERGEBNISSE ................................................................................................................. 83
3.1 Begründung für die Art der Ergebnisdarstellung ....................................................... 83
3.2 Einzelfallbeschreibungen ........................................................................................... 84
3.3 Darstellung der ausgewerteten Daten ...................................................................... 126
3.4 Motivklassen und geschlechtsspezifische Unterschiede .......................................... 138
4 DISKUSSION ................................................................................................................ 140
4.1 Modalitäten: Entertainment durch traurige Filme? .................................................. 140
4.2 Motive: Gratifikationen durch traurige Filme? ........................................................ 145
4.3 Fazit .......................................................................................................................... 151
4.3.1 Resumée ............................................................................................................ 151
4.3.2 Grenzen der Arbeit und Ausblick ..................................................................... 153
Die Diplomarbeit untersucht das „Sad Film Paradoxon“, also das Phänomen, warum Menschen freiwillig Filme mit traurigen Inhalten rezipieren, obwohl diese Emotionen auslösen, die normalerweise als negativ empfunden werden. Ziel ist es, durch eine explorative qualitative Untersuchung von zwölf Einzelinterviews die individuellen Motive und Gratifikationen sowie die Rezeptionsmodalitäten zu identifizieren, die zur Auswahl und zum Konsum tragischer Filminhalte führen.
Erklärungsansätze und Befunde zum Sad Film Paradoxon
Im Rahmen der Selektion und Rezeption von Unterhaltung wird zumeist davon ausgegangen, dass diese aus hedonistischen Gründen motiviert ist. Somit ist ein Phänomen, das innerhalb der Rezeptionsforschung besonders verwundert, jenes, dass Menschen es als reizvoll bzw. unterhaltend und positiv bewerten, Medienangebote zu wählen und zu rezipieren wie z. B. Filme aus dem Genre Drama oder auch Informationssendungen mit tragischem Inhalt. Im Sinne des Nutzen- und Belohnungsansatzes – wie weiter oben erläutert – suchen einige Rezipienten dieses Genre also gezielt auf und versprechen sich davon entsprechende Gratifikationen, die nicht so nahe auf der Hand zu liegen scheinen.
Eine weitere Unsicherheit ergibt sich aus dem Begriff des Genres Drama per se. Der wissenschaftliche Terminus ‚Sad Film Paradoxon’ wurde in den 90er Jahren durch Arbeiten von Mary Beth Oliver hervorgerufen, die mit „sad films“ – traurigen Filmen – von Spielfilmen ausging, die im anglo-amerikanischen Sprachraum als „Tearjerker“ bezeichnet werden und einem separaten Genre, dem des ‚Liebesfilms’ zugeordnet werden können. Im Rahmen ihrer Untersuchung zum Paradoxon im Jahre 1993 ließ Oliver innerhalb einer Voruntersuchung eine amerikanische Schulklasse befragen bzw. auflisten, welche Filme bei ihnen traurige Gefühle auslösen. Dabei wurde sowohl auf eine Differenzierung von weiblichen und männlichen Vorstellungen zu diesem Genre verzichtet, als auch in eine Unterscheidung von Filmen, die mit einem guten versus einem tragischen Ausgang enden. Demnach beziehen sich die bisherigen Arbeiten zum Sad Film Paradoxon auf ‚Tearjerker’ mit relativ unspezifischer Thematik und der Vermutung, dass es sich dabei zumeist um „Herzschmerz“-Themen im Rahmen von Liebesgeschichten handelt.
EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema des „Sad Film Paradoxons“ ein, beleuchtet die Faszination für traurige Inhalte und formuliert die explorative Zielsetzung der Diplomarbeit.
1 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über medienpsychologische Theorien zur Unterhaltungsrezeption, definiert Rezeptionsmodalitäten und diskutiert existierende Erklärungsansätze für das Sad Film Paradoxon.
2 METHODE: Das methodische Vorgehen wird erläutert, welches auf einer qualitativen Einzelfallstudie mit zwölf halb-strukturierten Interviews basiert.
3 ERGEBNISSE: Hier werden die Ergebnisse der qualitativen Einzelfallanalysen zusammengefasst und hinsichtlich der identifizierten Motive und Modalitäten dargestellt.
4 DISKUSSION: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse im Kontext existierender Theorien und beleuchtet die Grenzen der vorliegenden explorativen Diplomarbeit sowie Möglichkeiten für zukünftige Forschungsansätze.
Sad Film Paradoxon, Rezeptionsforschung, Unterhaltungsrezeption, Medienpsychologie, Qualitative Inhaltsanalyse, Filmrezeption, Motivforschung, Gratifikationen, Emotionsregulation, Identifikation, Empathie, Traurige Filme, Narrativer Film, Mediennutzung.
Die Arbeit untersucht das sogenannte „Sad Film Paradoxon“ – die Tatsache, dass Menschen sich freiwillig Unterhaltungsmedien wie Dramen oder Tragödien aussetzen, obwohl diese Gefühle wie Trauer oder Verzweiflung auslösen.
Die zentralen Felder umfassen die Medienpsychologie, insbesondere die Unterhaltungsrezeption, sowie die Analyse individueller Rezeptionsmodalitäten und Motive beim Konsum trauriger Filme.
Das Hauptziel ist es, explorativ zu ergründen, warum Rezipienten gezielt traurige Filme wählen und welchen persönlichen Nutzen (Gratifikationen) sie aus diesen medialen Erlebnissen ziehen.
Die Autorin wählt eine qualitative Vorgehensweise. Sie führt insgesamt zwölf Einzelinterviews durch und wertet diese mit der Methode der „qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring“ aus.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Bezugsrahmen, die detaillierte Beschreibung der gewählten qualitativen Methode, die Darstellung der empirischen Ergebnisse aus den Interviews sowie deren Diskussion.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Sad Film Paradoxon“, „Rezeptionsmodalitäten“, „Empathie“, „Stimmungsregulation“ und „Mediennutzung“ beschreiben.
Der Untersuchungsfilm „Mein Leben ohne mich“ wurde aufgrund seines tragischen Inhalts, des Schwerpunkts auf Themen wie Krankheit und Tod sowie des offenen Endes gewählt, um tiefergehende Rezeptionsmuster zu provozieren.
Die Autorin untersucht, ob sich Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Selektion und dem Erleben trauriger Filme zeigen, und prüft, inwiefern dies mit sozialen Erwartungen und individuellen Motiven korreliert.
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