Examensarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1 Einführung
2 Die Situation in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
2.1 Jeder Vierte suchte
2.2 Probleme der Politik
2.3 Stellung des Roten Kreuz nach dem Zweiten Weltkrieg
3 Die Entstehung des Suchdienstes 1945
3.1 Flensburg
3.1.1 Das Begegnungsverfahren
3.1.2 Flensburg »macht Schule«
3.2 Zonenzentrale Hamburg
3.2.1 Kooperationen
3.3 Zonenzentrale München
3.3.1 Hitlers Kaserne als Ort der Hoffnung
3.3.2Wohlfahrtsverbände springen ab
3.4 Zonenzentrale Berlin
3.4.1 Erste Zusammenarbeit zwischen Ost und West
3.5 Zonenzentrale Rastatt
3.6 Weitere Suchdienstbüros
3.6.1 Saarbrücken
3.6.2 Stuttgart
3.6.3 Der Kirchliche Suchdienst
3.6.4 Der Internationale Suchdienst
3.7 Zusammenfassung
4 Ausbau und staatliche Hilfe
4.1 Zusammenlegung der Namenskartei
4.2 Suchdienst-Zeitung
4.3 Märzregistrierung
4.4 Der große Topf
4.5 Amtshilfe
4.6 Zusammenfassung
5 Die Suche nach verlorenen Kindern
5.1 Elternlose Kinder 1945 bis 1950
5.1.1 Merkmalkarten
5.1.2 Bildplakate
5.1.3 Radio-Aufrufe
5.1.4 Zusammenarbeit mit der Sowjetzone
5.1.5 Zusammenfassung
5.2 Elternlose Kinder ab 1950
5.2.1Neue Suchmethoden
5.2.2 Wissenschaftliche Hilfen zur Identifizierung
5.2.3 Probleme mit Müttern und Pflegeeltern
5.2.4 Wolfskinder
5.2.5 Zusammenfassung
6 Der Ostvermisstenplan
6.1 Ostvermisstensuche 1947 bis 1949
6.1.1 Befragungen in Friedland
6.1.2 Lochkarten
6.1.3 Postschreiberliste
6.2 Ostvermisstensuche 1950 bis 1965
6.2.1 Bürokratie bremst Lochkarten-Projekt
6.2.2 Ergebnisse der Hollerithkartei
6.2.3 Vermisstenlisten
6.2.4 Bildlisten
6.2.5 Ergebnisse
6.3 Zusammenfassung
7 Neue Möglichkeiten nach Öffnung der östlichen Archive
7.1 Totenkarteien
7.1.1 Übergabe der ersten Daten
7.1.2 Puzzlearbeit
7.1.3 Ergebnisse
7.2 Weitere Archive
7.3 Die NKWD-Daten
7.3.1 Daten werden mikroverfilmt
7.3.2 Ergebnisse
7.4 Zusammenfassung
8 Aktuelle Konflikte und Naturkatastrophen
8.1 Ausgangslage: Vorkehrungen für den Ernstfall
8.2 »Boat People«
8.3 Entwicklung der Red Cross Message
8.4 Libanon-Konflikt
8.5 Golfkriege
8.6 Balkan-Konflikt
8.7 Erdbeben in der Türkei 1999
8.8 Terroranschläge vom 11. September 2001
8.9 Tsunami
8.9.1 DNA-Analyse
8.10 Irak-Krieg und Israel-Libanon-Konflikt
8.11 Zusammenfassung
9 Der Suchdienst heute
9.1 Struktur des Suchdienstes
9.2 Neue Daten aus Russland
9.3 Familienzusammenführung
9.4 Renten- und Erbschaftsanfragen
9.5 Digitalisierung der Zentralen Namenskartei
9.6 Einbindung des Internets
9.7 Zusammenfassung
10 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuellen Aufgaben des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das primäre Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie sich die Organisation von einer semiprofessionellen Nachkriegshilfe zu einer zentralen Einrichtung der deutschen Zeitgeschichte entwickelte, um das Schicksal von Millionen Vermissten durch innovative Methoden und internationale Kooperationen zu klären.
3.1.1 Das Begegnungsverfahren
In der Großen Straße gründeten sie ihre Dienststelle und nannten sie „Deutsches Rotes Kreuz, Flüchtlingshilfswerk, Ermittlungsdienst, Zentralsuchkartei“35 Die Ausstattung des Büros entsprach den damaligen Verhältnissen: Es gab kein Geld, keine Aktenordner, ja nicht einmal Papier, auf dem die Suchenden und Gesuchten vermerkt werden konnten. Der Karton für die Suchkarten stammte dann schließlich von einer Firma, die das Material zur Verfügung stellte, obwohl sie dafür keine Bezahlung erhielt.36 Doch wie sollte nun die große Masse sinnvoll geordnet werden? Die Männer vermuteten, dass jeder Gesuchte auch seinerseits ein Suchender sein würde. Um die Auseinandergerissenen wieder zusammenzuführen begannen sie mit dem Aufbau einer Doppelkartei. Das Prinzip war ebenso simpel wie Erfolg versprechend: Auf der so genannten »Stammkarte« schrieb man die Personalien und die neue Adresse der Flüchtlinge, auf den »Suchkarten« die Personalien derer, die sie suchten. Sortierte man beide Karten alphabetisch nach den Familiennamen, so mussten Stamm- und Suchkarte über ein und dieselbe Person aufeinander treffen. Dann konnten beide Parteien informiert werden. Das »Begegnungsverfahren«, das in den kommenden Jahren die entscheidende Rolle bei der Suche von Vermissten spielen sollte, war geboren.37
1 Einführung: Die Einleitung skizziert das Ausmaß des Nachkriegschaos nach 1945 und stellt den Suchdienst als eine der wichtigsten humanitären Institutionen Deutschlands vor.
2 Die Situation in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Dieses Kapitel beschreibt die humanitäre Katastrophe mit 14 Millionen Vermissten und die massiven Schwierigkeiten durch zerstörte Infrastruktur und politisches Misstrauen.
3 Die Entstehung des Suchdienstes 1945: Es wird die Gründung der ersten regionalen Suchdienst-Stellen wie in Flensburg, Hamburg und München sowie deren Pionierarbeit zur Zusammenführung von Familien dargelegt.
4 Ausbau und staatliche Hilfe: Hier wird der Prozess der Zentralisierung unter dem DRK und die staatliche Unterstützung, inklusive der Märzregistrierung 1950, thematisiert.
5 Die Suche nach verlorenen Kindern: Dieser Abschnitt widmet sich den speziellen Herausforderungen bei der Identifizierung elternloser Kinder und den angewandten Suchmethoden.
6 Der Ostvermisstenplan: Das Kapitel erläutert die schwierige Suche nach Verschollenen im sowjetischen Einflussbereich, unter anderem durch den Einsatz von Lochkarten.
7 Neue Möglichkeiten nach Öffnung der östlichen Archive: Hier wird der Zugang zu den sowjetischen Unterlagen ab den 1990er Jahren und die damit verbundene Aufklärung zahlreicher Schicksale behandelt.
8 Aktuelle Konflikte und Naturkatastrophen: Die Erweiterung des Aufgabengebiets auf weltweite Krisen wie den Balkan-Konflikt oder die Tsunami-Katastrophe 2004 steht hier im Zentrum.
9 Der Suchdienst heute: Das abschließende Kapitel beleuchtet die heutige Struktur, die Digitalisierung der Bestände sowie die Rolle des Internets bei der modernen Vermisstensuche.
Suchdienst, DRK, Vermisstensuche, Kriegsgefangene, Nachkriegszeit, Flucht, Familienzusammenführung, Zentrale Namenskartei, Ostvermisste, Holocaust, Rote Kreuz, IKRK, Humanitäre Hilfe, Archivarbeit, Identifizierung
Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Entstehung, den Ausbau und die Weiterentwicklung des DRK-Suchdienstes von 1945 bis zur Gegenwart.
Die Themen umfassen die Suche nach Vermissten des Zweiten Weltkriegs, die Identifizierung elternloser Kinder, die Aufarbeitung von Archivdaten sowie die aktuelle Unterstützung bei globalen Konflikten und Naturkatastrophen.
Ziel ist es, den Wandel der Sucharbeit von einer improvisierten Nachkriegshilfe zu einem modernen, technisch unterstützten Informationsdienst darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Recherche in Suchdienst-Archiven, der Auswertung historischer Dokumente sowie Experteninterviews mit Leitern und Mitarbeitern des Dienstes.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische und thematische Abschnitte, die von den ersten Begegnungskarten 1945 über die Märzregistrierung und die Öffnung östlicher Archive bis hin zu modernen Methoden wie DNA-Analysen und Internet-Datenbanken reichen.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Suchdienst, Vermisstensuche, Kriegsgefangene, Familienzusammenführung und humanitäre Arbeit aus.
Es bildete die methodische Grundlage für den Erfolg der ersten Jahre, da es durch den Abgleich von Such- und Stammkarten erlaubte, Getrennte trotz fehlender staatlicher Infrastruktur wieder zusammenzuführen.
Sie ermöglichten erstmals den Zugang zu verlässlichen Informationen aus sowjetischen Archiven, was für die Klärung von Millionen ungeklärter Einzelschicksale von zentraler Bedeutung war.
Das Internet dient heute als essenzielles Werkzeug für die schnelle und effiziente Suche, insbesondere durch digitale Portale und Datenbanken, die die traditionelle Arbeit in den Karteien ergänzen oder ersetzen.
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