Diplomarbeit, 2005
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Am Anfang war das Wort... - Eine theologische selbstreferentielle Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama
2.1 Das Kriterium der Aktualität und Lebensnähe im Bibliodrama
2.2 Das Kriterium der Textzentrierung im Bibliodrama
2.3 Das Kriterium der Leiblichkeit im Bibliodrama
2.4 Das ethische Kriterium im Bibliodrama
3 Und das Wort wurde sinnlich - Eine philosophische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama
3.1 Dem „Geheimnis“ auf der Spur – Was ereignet sich nach Pasquay im Bibliodrama?
3.2 Der Atmosphärebegriff des Philosophen Gernot Böhme
3.2.1 Die Notwendigkeit einer neuen Ästhetik als Aisthetik
3.2.2 Atmosphäre als zentraler Gegenstand und Begriff der Aisthetik
3.2.3 Ästhetische Arbeit
3.3 Das „unverfügbare Geheimnis“ bleibt gewahrt – Ein Fazit
4 Und das Wort war Klang - Eine textbezogene Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama
4.1 Musik – zwei parallele aber gegenläufige Wege zwischen Mensch und Bibel
4.2 Die Spur der Musik im Text
4.2.1 Der musikalische Raum des Alten und des Neuen Testaments
4.2.2 Die semiotische Qualität musikalischer Elemente im Alten und Neuen Testament
4.3 Der ‚Textraum’ darf klingen – Ein Fazit
5 Und das Wort sang zu mir - Eine musikphilosophische/musikpraktische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama
5.1 ’Wo sind wir, wenn wir Musik hören?’ – Eine Sloterdijk’sche Prämisse für das musikalisch geprägte Bibliodrama
5.1.1 Das aktive Hören geistlicher Musik im Bibliodrama – Die Bibliophonie nach Teichert
5.1.2 Die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach – Ein Beispiel nach Teichert
5.2 Musikalische Gestaltung als Mittel der ‚Hervorholung’ – Aspekte nach Warns/Redecker
6 Und das Wort traf sein Echo – Eine tiefenpsychologische/ musikpraktische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama
6.1 Musikalische Urmuster
6.2 Die Jung’schen Archetypen
6.3 Die Korrespondenz zwischen Klangmustern und Urmustern
7 Und das Wort wurde Musik - Eine methodische/musikpraktische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama
7.1 Der eigene musikalische Ausdruck im Bibliodrama
7.2 Die drei Phasen des Bibliodramas
7.2.1 Eine Vorbereitungsphase musikalischer Art
7.2.2 Eine musikalisch ausgerichtete Spiel- und Gestaltungsphase
7.2.2.1 Die erste individuelle Berührung mit dem Text
7.2.2.2 Die Erarbeitung und Präsentation kollektiver Klangbilder
7.2.2.3 Musikalische Interaktion zwischen Individuen und Gruppe
7.2.3 Die Reflexionsphase
8 ...wurde zur Melodie des Lebens – Ein Fazit
Diese Arbeit untersucht die Legitimität und die Möglichkeiten eines wesentlich musikalisch geprägten Zugangs zum Bibliodrama. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Musik, Klang und Stimme als ästhetische und leibgebundene hermeneutische Zugänge genutzt werden können, um eine ganzheitliche Begegnung mit biblischen Texten zu ermöglichen und deren tieferes Verständnis zu fördern.
Die semiotische Qualität musikalischer Elemente im Alten und Neuen Testament
Nochmals zurück zu Pasquay. Er schreibt: Im Zentrum des bibliodramatischen Geschehens stehe der Text mit der ganzen Vielfalt seiner in ihm enthaltenen Themen. In ihm äußere sich das Geheimnis in seiner konkretesten Form (vgl. Pasquay: TEXTRAUM 19/03: 6).
Es ist anzunehmen, dass die in biblischen Texten enthaltenen Aussagen durch die in ihm vorkommenden musikalischen Elemente entscheidend mitbestimmt werden, ja das entscheidende Passagen der Bibel ohne musikalischen Bezug nicht die Aussagekraft, Eindringlichkeit und Schönheit besitzen würden, die uns im Innersten anrührt. Gerade wegen der häufig semiotischen Qualität musikalischer Elemente im biblischen Geschehen würde uns die Bedeutung mancher Schlüsselszene weniger verständlich sein, wenn wir von der musikalisch-instrumentalen Symbolik abstrahierten. Das Pasquay’sche Geheimnis ist also nicht ein rein literarisches, sondern auch eines der Musik.
So wusste David mit seinem Saitenspiel das verstörte Gemüt König Sauls zu beruhigen, und seine Musik, die sanften Klänge des Harfenspiels25, entfalteten dabei eine Art therapeutischer Wirkung. Abstrahiert man zunächst von einer möglichen Kommunikation des spezifischen Harfenklanges, der oft als lieblich oder harmonisch beschrieben wird, mit einer tiefenpsychologischen Schicht in der Seele des Menschen26, dann bleibt ein weiterer psychologisch wirkender Aspekt des Instrumentes wesentlich: seine Zeichenhaftigkeit.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein, begründet die Relevanz eines musikalisch geprägten Bibliodramas und stellt die zentrale These der ganzheitlichen Erschließung biblischer Texte auf.
2 Am Anfang war das Wort... - Eine theologische selbstreferentielle Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama: Dieses Kapitel verankert das Bibliodrama theologisch und diskutiert wesentliche Kriterien wie Aktualität, Lebensnähe, Textzentrierung, Leiblichkeit und Ethik.
3 Und das Wort wurde sinnlich - Eine philosophische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama: Hier wird der Atmosphärebegriff von Gernot Böhme auf das Bibliodrama übertragen, um ästhetische Arbeit als legitimierenden Zugang zum biblischen Text zu beschreiben.
4 Und das Wort war Klang - Eine textbezogene Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama: Dieses Kapitel beleuchtet die semiotische Qualität musikalischer Anklänge in den biblischen Texten selbst und zeigt deren Bedeutung für das Verständnis biblischer Schlüsselszenen auf.
5 Und das Wort sang zu mir - Eine musikphilosophische/musikpraktische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama: Die Bibliophonie nach Wolfgang Teichert wird eingeführt, um den aktiven Einsatz geistlicher Musik zur Resonanzbildung im Bibliodrama zu untersuchen.
6 Und das Wort traf sein Echo – Eine tiefenpsychologische/ musikpraktische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama: Hier wird die Verbindung zwischen musikalischen Urmustern und den Archetypen von C. G. Jung hergestellt, um eine tiefenpsychologische Basis für musikalische Arbeit im Bibliodrama zu finden.
7 Und das Wort wurde Musik - Eine methodische/musikpraktische Annäherung an das musikalisch geprägte Bibliodrama: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung und beschreibt die drei Phasen eines Bibliodramas im Kontext musikalischer Gestaltung.
8 ...wurde zur Melodie des Lebens – Ein Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass Musik, Klang und Stimme dem Bibliodrama neue, ganzheitliche Dimensionen hinzufügen.
Bibliodrama, Musik, Klang, Stimme, Hermeneutik, Ästhetik, Atmosphäre, Leiblichkeit, Resonanz, Archetypen, C. G. Jung, Gernot Böhme, Biblische Exegese, Prozessorientierte Gestaltung, Ganzheitlichkeit.
Die Arbeit untersucht, wie ein musikalisch geprägter Zugang – also die Einbeziehung von Musik, Klang und Stimme – das Bibliodrama bereichern kann, um biblische Texte ganzheitlicher und leibgebundener zu erschließen.
Die zentralen Felder umfassen die theologische und philosophische Fundierung, die ästhetische Atmosphäre, die semiotische Analyse musikalischer Bibelelemente, tiefenpsychologische Aspekte sowie die methodische Umsetzung in der bibliodramatischen Praxis.
Ziel ist es, die Legitimität eines musikalisch geprägten Bibliodramas zu belegen und Wege aufzuzeigen, wie diese Elemente als ästhetische, leiborientierte hermeneutische Zugänge zu biblischen Texten genutzt werden können.
Die Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Theologie, Philosophie (insb. Ästhetik nach Gernot Böhme), Musikwissenschaft, Tiefenpsychologie (C. G. Jung) und Musiktherapie verbindet, um den Untersuchungsgegenstand aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theologische, eine philosophische, eine textbezogene, eine musikphilosophisch-praktische sowie eine tiefenpsychologische Annäherung, die schließlich in einer methodischen Untersuchung der drei Phasen eines musikalisch geprägten Bibliodramas mündet.
Die wichtigsten Begriffe sind Bibliodrama, Musik, Ästhetik, Atmosphäre, Leiblichkeit, Resonanz, Archetypen, Semiose und prozessorientierte Gestaltung.
Das Geheimnis wird nicht als ein zu lösendes Rätsel betrachtet, sondern als eine nahezu unendliche Komplexität sich entfaltender Atmosphären in der Begegnung mit dem Text, die eine endgültige theoretische Entschlüsselung unmöglich macht.
Die Matthäuspassion von J. S. Bach dient als Beispiel für eine "Bibliophonie", bei der musikalische Literatur experimentell in das Bibliodrama einbezogen wird, um die "Zwischenräume" des biblischen Textes zu füllen und eine tiefere affektive Resonanz bei den Teilnehmern auszulösen.
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