Diplomarbeit, 2007
156 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1. Soziokultur
2.2. Vom Subkulturbegriff zum Begriff der Jugendkultur
2.3. Jugendkultur am Beginn des 21. Jahrhunderts
2.4. Jugendkulturarbeit
2.5. Jugendarbeit
3. Die Bedeutung von Jugendkulturarbeit für junge Menschen
3.1. Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz
3.1.1 Die Lebenswelt junger Menschen im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Pluralisierung und Individualisierung
3.1.2 Sozialisationsmöglichkeiten in Jugendkulturen
3.1.3 Musik als zentrales Element von Jugendkulturen und ihre Bedeutung für junge Menschen
3.2. Persönlichkeitsbildung durch Jugendkulturarbeit
3.2.1 Bildung in der Jugendarbeit
3.2.2 Jugendkulturarbeit als präventiver Ansatz
3.2.3 Kompetenzerwerb durch Jugendkulturarbeit
4. Kompetenzerwerb in Bands: Auswertung einer Interviewbefragung
4.1. Die Entwicklung des Interviewleitfadens
4.2. Auswertung der Interviews
4.2.1 Systematik der Auswertung
4.2.2 Selbstkompetenzen
4.2.2.1 Selbstbewußtsein
4.2.2.2 Belastbarkeit/Durchhaltevermögen
4.2.2.3 Eigeninitiative und Entscheidungsfähigkeit
4.2.3 Sozialkompetenzen
4.2.3.1 Teamfähigkeit und Kooperationsfähigkeit
4.2.3.2 Kommunikationsfähigkeit
4.2.3.3 Konfliktfähigkeit
4.2.3.4 Kritikfähigkeit
4.2.4 Kulturelle Kompetenzen - Kulturelle Identität
4.2.5 Methodenkompetenzen – Planungsfähigkeit und Organisationsfähigkeit
4.2.6 Künstlerische Kompetenzen
4.2.6.1 Kreativität
4.2.6.2 Wahrnehmung
4.2.6.3 Medienkompetenz
4.3. Zusammenfassung
5. Bedingungen für Jugendkulturarbeit
5.1. Politische Bedingungen für Jugendkulturarbeit
5.2. Verschiedene Perspektiven zur Lobby für Jugendkulturarbeit
6. Das Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern
6.1 Exkurs: Die Situation in Sachsen
7. Beispiel Beatzentrale e.V. – Jugendkulturarbeit in Form überregionaler Bandförderung in Sachsen
7.1. „New Chance Sachsen“
7.2. START POPULÄR
7.3. Beatrise Festival
8. Schluß
9. Literatur
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung von demokratischer Jugendkulturarbeit für junge Menschen und die Gesellschaft, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung von Rock- und Popmusik liegt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei insbesondere auf die Möglichkeiten des Erwerbs von Schlüsselkompetenzen und Persönlichkeitsbildung durch die aktive Teilnahme in Musikbands sowie die politischen und strukturellen Rahmenbedingungen dieses Arbeitsfeldes.
3.1.2 Sozialisationsmöglichkeiten in Jugendkulturen
Unter Sozialisation wird der Prozeß der Vermittlung sozialer Normen und Wertvorstellungen verstanden. Sozialisation umfaßt neben dem Vorgang der Erziehung auch ausdrücklich ungeplante, aber persönlichkeitsprägende Lernvorgänge, die durch eigene Erfahrungen gemacht werden. Ich denke, daß Lernen durch eigene Erfahrungen z.B. eben durch kulturelle Ausdrucks- und Betätigungsmöglichkeiten erfolgt.
Die Rahmenbedingungen der Sozialisation in der Jugendphase haben sich verändert:
- Wandel der räumlichen Umwelt
- soziodemographischer Wandel und Wandel der Familienstruktur
- Wandel der Erwerbstätigenstruktur
- Wandel des Wohlstands
- Wandel der Schulzeit
- Wandel der Freizeitgestaltung
- Wandel der Medien
- Wandel des Konsums
Die verschiedenen Instanzen im Sozialisationsprozeß sind Familie, Straße, Kindergarten oder Schule, Betrieb, Jugendzentrum, Jugendkulturen etc. Die herkömmlichen Sozialisationsinstanzen wie Familie und Schule mit ihren tradierten Verbindlichkeiten werden der heutigen komplexen Realität der pluralisierten Gesellschaft nicht mehr gerecht, denn es gibt in modernen westlichen Gesellschaften keine allgemein verbindlichen Lebensregeln mehr, die eine bestimmte Art des Übergangs von der Kindheit ins Erwachsenenalter vorgeben. Die Familie hat zwar weiterhin einen hohen Stellenwert bei jungen Menschen, aber als Sozialisationsinstanz einen vergleichsweise geringen Einfluß, da sie oft keinen stabilen Rückhalt und nur noch teilweise Orientierungshilfen bieten kann, aber junge Menschen z.B. nicht mehr in die Arbeitswelt einführen kann. Die Sozialisationsinstanz Schule spielt bei der Vermittlung von Kultur auch kaum mehr eine Rolle, da sich Jugendliche kulturell an Maßstäben orientieren, die außerhalb von Familie und Schule entstehen.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema der Arbeit, stellt die Relevanz der Förderung von Jugendkulturarbeit dar und erläutert den biographischen Bezug der Autorin zum Forschungsgegenstand.
2. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Soziokultur, Jugendkultur und deren Abgrenzung sowie die Definition von Jugendkulturarbeit und Jugendarbeit als rechtliche und pädagogische Rahmen.
3. Die Bedeutung von Jugendkulturarbeit für junge Menschen: Hier wird die Rolle von Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz, die Funktion von Musik für Jugendliche und die Möglichkeiten zur Persönlichkeitsbildung und Prävention durch kulturelle Bildung erörtert.
4. Kompetenzerwerb in Bands: Auswertung einer Interviewbefragung: Dieses Kapitel wertet Interviews mit Musikern aus, um empirisch aufzuzeigen, welche sozialen, methodischen und künstlerischen Kompetenzen durch das Musizieren in Bands erworben werden können.
5. Bedingungen für Jugendkulturarbeit: Das Kapitel analysiert die politischen Rahmenbedingungen, die Finanzierungslage und die Lobbysituation für Jugendkulturarbeit, mit besonderem Blick auf die Herausforderungen in Sachsen.
6. Das Jugendkulturnetz in den neuen Bundesländern: Hier wird das Projekt "Jugendkulturnetz" vorgestellt, das als Netzwerk die Vernetzung von Akteuren der Jugendkultur in den neuen Bundesländern fördern sollte.
7. Beispiel Beatzentrale e.V. – Jugendkulturarbeit in Form überregionaler Bandförderung in Sachsen: Dieses Kapitel illustriert praktische Projektbeispiele wie den Bandwettbewerb "New Chance Sachsen" und das "Beatrise Festival" als konkrete Umsetzungen der Jugendkulturarbeit.
8. Schluß: Die Autorin fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach musikalische Betätigung in Bands einen signifikanten Beitrag zum Kompetenzerwerb leistet, der auch außerhalb der Musik von hohem gesellschaftlichem und beruflichem Wert ist.
Jugendkultur, Jugendkulturarbeit, Soziokultur, Musikpädagogik, Kompetenzerwerb, Sozialisation, Persönlichkeitsbildung, Populärmusik, Bandförderung, Prävention, Jugendarbeit, Identitätsbildung, Schlüsselqualifikationen, Soziale Kompetenz, Sachsen.
Die Arbeit untersucht die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von demokratischer Jugendkulturarbeit, insbesondere im Bereich der Populärmusik, und betrachtet dabei die Möglichkeiten zur Kompetenzförderung von jungen Menschen.
Zu den Kernbereichen gehören Sozialisationsprozesse in Jugendkulturen, die Bedeutung von Musik für Jugendliche, der Erwerb von Soft Skills durch Bandarbeit sowie die politischen Rahmenbedingungen der Jugendkulturförderung in den neuen Bundesländern.
Ziel ist es, die Bedeutung von Jugendkulturarbeit herauszustellen und Argumente für ihre Förderung zu liefern, indem belegt wird, dass durch die Musikarbeit wichtige Kompetenzen für das weitere private und berufliche Leben erworben werden.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Jugendforschung und Sozialpädagogik mit einer qualitativen Interviewstudie unter 15 Musikern verschiedener Bands.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Begriffsbestimmung, eine detaillierte Auswertung der Interviewergebnisse zum Kompetenzerwerb und eine Analyse der politischen und strukturellen Bedingungen, ergänzt durch Fallbeispiele aus Sachsen.
Wesentliche Begriffe sind Jugendkulturarbeit, Kompetenzerwerb, Populärmusikförderung, Sozialisation, Identitätsbildung und politische Rahmenbedingungen der Jugendarbeit.
Die Autorin leistet dort selbst Mitarbeit, was ihr ermöglicht, die Herausforderungen der überregionalen Bandförderung und die Vernetzungsarbeit vor Ort aus einer direkten, praktischen Perspektive zu beleuchten.
Die Autorin konstatiert, dass die öffentliche Hand Musikförderung oft nicht ausreichend als Bildungsaufgabe begreift und fordert eine stärkere Anerkennung informeller Lernprozesse, um junge Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung besser zu unterstützen.
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