Diplomarbeit, 2002
98 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Der Mediensektor und seine Produkte
1.1 Von Männern dominiert
1.2 Entwicklung des Arbeitsmarktes
1.3 Androzentrismus als Konsequenz für die Medienprodukte und die Gesellschaft
2. Darstellung der Situation von Journalistinnen in Zahlen
2.1 Frauenanteil im Journalismus
2.2 Horizontale Segregation – Journalistinnen im Medien- und Ressortvergleich
2.3 Vertikale Segregation – Journalistinnen in Führungspositionen
2.4 Familiäre Situation
3. Gründe für die ungleiche Machtverteilung
3.1 Diskriminierung durch männlich dominierte Arbeitswelt
3.1.1 Zur Wahrnehmung von Diskriminierung
3.1.2 Diskriminierung auf der Strukturebene
3.1.2.1 Der Konflikt zwischen Karriere und Familie
3.1.2.2 Teilzeit ist selten möglich
3.1.2.3 Männliche Unternehmenskultur
3.1.3 Diskriminierung auf der Verhaltensebene
3.1.3.1 Keine Beförderung
3.1.3.2 Weniger Lohn
3.1.3.3 Größere Anforderungen an die Arbeit
3.1.3.4 Ungleiche Verteilung von Terminen
3.1.3.5 Sexuelle Belästigung
3.2. Selbstverhinderung und Karriereverzicht als Folge der Geschlechterkonstruktion
3.2.1 Keine Kraft?
3.2.2 Kein Interesse?
3.2.3 Keinen Plan?
4. Bestehende und mögliche Strategien zum Abbau der kulturellen Hindernisse
4.1 Der feministische Blick
4.1.1 Feministische Denkrichtungen und ihre Anwendung im Medienbereich
4.1.2 Feminismus im journalistischen Alltag
4.2 Offizielle Förderung
4.3 Eigeninitiativen
4.3.1 Frauennetzwerke und Frauengruppen
4.3.2 Mentoring
4.4 Vorschläge zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie
4.5 Veränderung der Unternehmenskultur
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen der ungleichen Machtverteilung zwischen den Geschlechtern im Journalismus. Ziel ist es, die strukturellen und verhaltensbasierten Barrieren aufzudecken, die Frauen den Aufstieg in Führungspositionen erschweren, und Gegenstrategien zur Erreichung echter Gleichstellung zu analysieren.
1.1 Von Männern dominiert
Vor fast 20 Jahren haben Neverla und Kanzleiter den Journalismus als einen Männerberuf bezeichnet und diesen Begriff definiert als einen Beruf, in dem Männer die überwiegende Mehrheit der Berufsangehörigen stellen und die wichtigsten Positionen innehaben, welche mit höherem Einkommen, höherem Prestige und größeren Machtkompetenzen einhergehen. Damals war der Frauenanteil im Journalismus wesentlich geringer als heute und Frauen waren in hohen Positionen rarer (siehe Kapitel 2). Heute liegt der Männeranteil schätzungsweise zwischen 60 und 64 Prozent, was nicht als „überwiegenden Mehrheit der Berufsangehörigen” bezeichnet werden kann. Eine deutliche Mehrheit stellen die Männer aber immer noch, sodass immer noch gilt: Die deutsche Durchschnitts-JournalistIn ist männlich.
Mit obiger Definition als Grundlage trifft also die Bezeichnung „Männerberuf” für den Journalismus heute nicht mehr uneingeschränkt zu. Vielleicht ist es heute treffender (wie es auch oft in der Literatur vorkommt), den Beruf vorsichtiger als „männlich dominiert” zu charakterisieren. Verglichen mit typischen Männerberufen ist der Frauenanteil im Journalismus allerdings noch relativ hoch: Im Maschinen- und Fahrzeugbau, im Baugewerbe sowie im Bergbau liegt er bei unter 20 Prozent.
Der Journalismus ist damit kein typischer Dienstleistungsberuf, denn 83 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten im Dienstleistungssektor, gegenüber 48 Prozent der Männer. Das liegt daran, dass so genannte Frauenberufe in der Regel dort angesiedelt sind. Beck-Gernsheim zeigt, dass Frauenberufe Merkmale besitzen, die traditionell mit Weiblichkeit assoziiert werden. Dazu gehören alle Berufe, die auf dem Prinzip des Assistierens beruhen, so wie Arzthelferin, Sekretärin oder technische Zeichnerin. In diesen Berufen ist intellektuelle Eigenständigkeit eher unerwünscht, denn es geht um das gewissenhafte Ausführen von Befehlen von oben. Typische Frauenberufe sind auch Stewardess, Verkäuferin und Friseurin. Zusammen mit einer Reihe weiterer Berufe geht es hier darum, Weiblichkeitsattribute zu vermarkten, „Hübschsein zu demonstrieren und Glamour zu verbreiten”.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentation von Frauen in prestigeträchtigen journalistischen Positionen und skizziert den theoretischen Rahmen der Arbeit.
1. Der Mediensektor und seine Produkte: Dieses Kapitel analysiert die männliche Dominanz im Journalismus und die Auswirkungen auf die Medieninhalte.
2. Darstellung der Situation von Journalistinnen in Zahlen: Hier werden statistische Daten zu Frauenanteilen, Ressortverteilung und Führungspositionen im Journalismus ausgewertet.
3. Gründe für die ungleiche Machtverteilung: Das Kapitel untersucht systematische Diskriminierung auf Struktur- und Verhaltensebene sowie psychologische Aspekte der Selbstverhinderung.
4. Bestehende und mögliche Strategien zum Abbau der kulturellen Hindernisse: Der Hauptteil diskutiert verschiedene feministische Ansätze, Fördermaßnahmen und Eigeninitiativen zur Verbesserung der Gleichstellung.
Journalismus, Frauenanteil, Machtverteilung, gläserne Decke, Diskriminierung, Unternehmenskultur, feministischer Journalismus, Gendering, Netzwerke, Mentoring, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Medienprodukte, Androzentrismus, Geschlechterkonstruktion, Gleichstellung.
Die Diplomarbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen der ungleichen Machtverteilung zwischen Männern und Frauen im Journalismus in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen, geschlechterbedingte Unterschiede bei Ressorts und Löhnen sowie die Rolle der Unternehmenskultur.
Das Ziel ist die Analyse bestehender Hindernisse für Journalistinnen und die Diskussion möglicher Strategien zur Erreichung von Parität und einer geschlechtergerechteren Arbeitswelt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien zur Journalismus- und Geschlechterforschung sowie einer qualitativen Auswertung von Daten und Expertenmeinungen.
Der Hauptteil behandelt die Diskriminierung auf Struktur- und Verhaltensebene, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie verschiedene feministische Konzepte als Lösungsansätze.
Begriffe wie „gläserne Decke“, „Androzentrismus“, „Gendering“, „feministischer Journalismus“ und „Machtstrukturen“ stehen im Zentrum der Untersuchung.
Die Arbeit führt dies auf strukturelle Barrieren, mangelnde betriebliche Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine männlich dominierte Unternehmenskultur zurück.
Gendering beschreibt die kontinuierliche Ausgestaltung der Geschlechterverhältnisse, die dazu führt, dass männliche Standards oft als Norm im Journalismus festgeschrieben werden.
Die Autorin erkennt das Potenzial von Mentoring an, weist aber darauf hin, dass die Wirksamkeit oft begrenzt ist, wenn die Mentees keine konkreten Karriereeffekte erzielen oder keine tatsächliche Persönlichkeitsentwicklung stattfindet.
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