Magisterarbeit, 2007
73 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Forschungslage zur sprachlichen Untersuchung des Lügens
1.3 Vorgehen
2. Die Lügen - Definitionsversuche
2.1 Die Lüge aus historischer Sicht
2.2 Die Wahrhaftigkeit als Gegenbegriff zur Lüge
2.3 Die Lüge als sprachliche Handlung
2.4 Lüge vs. Täuschung
2.5 Worte der Lüge
2.6 Die Definition der Lüge
3. Die Akteure der guten Lüge
3.1 Die Ontogenese des Lügners
3.2 Von der Unmöglichkeit, sich selbst zu täuschen
3.3 Die Rolle des Sprechers
3.4 Die Rolle des Hörers
3.5 Die Beziehung zwischen Hörer und Sprecher
3.6 Die Skale des guten Lügens
4. Schlusswort
5. Literaturliste
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Lüge aus sprachphilosophischer Perspektive mit dem Ziel darzulegen, dass die „gute Lüge“ eine kognitive Leistung darstellt, die Sprachkompetenz fördert. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die komplexen Fähigkeiten, die von Sprecher- und Hörerrolle abverlangt werden, und hinterfragt die traditionelle negative moralische Bewertung.
2.3 Die Lüge als sprachliche Handlung
Sprache ist weit mehr als das Beherrschen grammatischer oder phonetischer Regeln. Sprache wird benötigt, um die Welt in bestimmte Kategorien zu ordnen und natürlich auch um zu lügen. Im folgenden Kapitel wird die Lüge als eine Sprachhandlung definiert. Zunächst wird sie von dem Bereich der Stilmittel abgegrenzt.
Simone Dietz hat das Lügen als "Kunst" bezeichnet. Ein Lügner muss kunstvoll mit der Sprache umgehen. Tropische Figuren wie die Metapher lassen Lügen zwar glaubwürdiger erscheinen, der Erfolg des Sprechers hängt jedoch nicht nur von den verwendeten Metaphern ab. Metaphern werden schon zu Augustinus´ Zeiten vom Lügenverdacht ausgeschlossen. In der Schrift gelte „das Recht figürlicher Darstellung“ genauso wie in der Alltagssprache, deren bildliche Redewendungen und Metaphern wir ebenfalls schlecht als Lüge stempeln könnten. Tropische Figuren der Über- oder Untertreibung, der Verbildlichung sind für die Diskussion uninteressant, weil der Sprecher nicht die Absicht hat, den Hörer oder Leser von einer Tatsache zu überzeugen, die der Sprecher selbst nicht glaubt. Es gelten auch hier Konventionen, die Adressat und Stilmittelverwender kennen müssen, um miteinander erfolgreich zu kommunizieren.
1. Einleitung: Darstellung des Ziels, die Lüge als kognitive Leistung neu zu bewerten, sowie Einordnung in die bestehende Forschungslage.
2. Die Lügen - Definitionsversuche: Historische Herleitung, etymologische Betrachtung der Wahrheit und sprachwissenschaftliche Bestimmung der Lüge als Handlung.
3. Die Akteure der guten Lüge: Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten von Lügner und Hörer sowie Vorstellung einer Skala für verschiedene Stufen des Lügens.
4. Schlusswort: Zusammenfassung der Thesen zur kognitiven Relevanz des Lügens und Plädoyer für einen differenzierteren Umgang mit sprachlichen Täuschungsmustern.
5. Literaturliste: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Lüge, Sprachphilosophie, Täuschung, Sprechakt, Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Sprachhandlung, Sprecherintention, Hörerrolle, Kognition, Pragmatik, Sprachkompetenz, Interpersonalität, Implikatur, Lügenskala.
Die Arbeit untersucht das Wesen der Lüge aus sprachphilosophischer Sicht und analysiert, inwiefern Lügen als komplexe sprachliche Handlungen kognitive Fähigkeiten von Sprechern und Hörern fördern.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition der Lüge, ihrer Abgrenzung von Täuschung und Ironie, der Rolle der Akteure (Sprecher/Hörer) sowie der Entwicklung einer Skala zur kognitiven Einstufung von Lügen.
Das Ziel ist der Nachweis, dass die sogenannte „gute Lüge“ eine positive kognitive Leistung darstellt und eine Form sprachlichen Handelns ist, die ohne das Studium der Sprachregeln nicht möglich wäre.
Es wird eine sprachphilosophische und begriffsanalytische Methode angewandt, wobei Theorien zur Sprechaktanalyse (Searle, Austin, Grice) sowie historische und soziologische Ansätze einbezogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionsversuche, die Abgrenzung von der Wahrheit, die Untersuchung der Rollen von Sprecher und Hörer sowie die Analyse konkreter literarischer Beispiele wie Shakespeares „Othello“.
Zentrale Begriffe sind neben Lüge und Täuschung vor allem Sprechakt, Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Sprachhandlung, Sprecherintention, Hörerrolle und Kognition.
Die Arbeit stellt die Hypothese auf, dass der Hörer oft als aktiver Konstrukteur oder Initiator einer Lüge fungiert, indem seine Interpretation und sein Wissensstand die Wirksamkeit der Lüge erst ermöglichen.
Die Lügenskala ist ein von der Autorin entwickeltes Modell, das die verschiedenen Abstufungen der kognitiven Leistung des Lügners darstellt, wobei die 6. Stufe die höchste Anforderung an sprachliche Raffinesse definiert.
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