Examensarbeit, 2007
205 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Metapherntheorien
2.1. Substitutionstheorie
2.2. Interaktionstheortie
2.2.1. Ivor Richards
2.2.2. Max Black
2.3. Kognitiv-Linguistische Metapherntheorie
3. Metapherntypen
3.1. Kognitive Ebene
3.1.1. Kognitive Funktion der Metapher
3.1.1.1.Strukturmetaphern
3.1.1.2.Ontologische Metaphern
3.1.1.3.Orientierungsmetaphern
3.1.2. Vernetzungsgrad
3.1.2.1.Vernetzte Metaphern
3.1.2.2.Solitäre Metaphern
3.2. Ebene sprachlicher Zeichen
3.2.1. Anzahl lexikalischer Komponente
3.2.1.1.Einwortmetaphern
3.2.1.2.Wortgruppenmetaphern
3.2.1.3.Satzmetaphern
3.2.2. Lexikalisierungsgrad
3.2.2.1.Okkasionelle vs. lexikalisierte Metaphern
4. Funktionen und Leistungen der Metapher
4.1. Textexterne Funktionen
4.1.1. Phatische Funktion
4.1.2. Katachretische Funktion
4.1.3. Epistemische Funktion
4.1.4. Illustrative Funktion
4.1.5. Argumentative Funktion
4.1.6. Sozial-Regulative Funktion
4.2. Textinterne Funktion
4.3. Ästhetische Funktion und Leistung
5. Konzeptuelle Metaphern im Fußballsport
5.1. Fußball ist Krieg/Kampf
5.2. Weitere konzeptuelle Metaphern im Fußballsport
6. Weitere okkasionelle Bildungen und Bedeutungen
6.1. Metonymien
6.2. Vergleich vs. Simile
6.3. Okkasionalismen
7. Das Textcorpus
7.1. Vorstellung der ausgewählten Materialien
7.2. Das Corpus im Textrahmen
7.1.1. Das Corpus im Kontext von Presse und Zeitung
7.1.1.1.Massenmedium Zeitung
7.1.1.2.Die Norddeutschen Neuesten Nachrichten
7.1.2. Textsorten- und Rubrikenspezifische Aspekte der Texte
7.1.2.1.Textsorte Zeitungsbericht
7.1.2.2.Schlagzeilen
7.1.2.3.Intentionalität in Sportberichten
7.1.2.4.Die Sprache in Sportberichten
7.1.2.5.Nationale Stereotype
8. Hypothese
9. Methodik
9.1. Bestimmung des Lexikalisierungsgrades
9.2. Der Anhang
10. Analyse empirischer Daten
10.1.Verwendung okkasioneller Bildungen und Bedeutungen nach Textabschnitt
10.2.Verwendung okkasioneller Bildungen und Bedeutungen nach inhaltlichen Bereichen
10.2.1. Spielverlauf
10.2.2. Mannschaft
10.2.3. Turnier
10.2.4. Spieler
10.2.5. Turnierspiel
10.2.6. Fans/Emotionen und Äußere Umstände
10.3.Text-Bild-Relationen
11. Resümee
12. Literaturverzeichnis
13. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Wahrnehmung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sprachlich in der Sportberichterstattung verarbeitet wurde. Dabei steht die Verwendung von okkasionellen Metaphern und weiteren sprachlichen Bildungen im Zentrum, um aufzuzeigen, auf welche Vorstellungskomplexe die Autoren zurückgriffen, um das Ereignis Fußball-WM darzustellen.
1. Einleitung
Als die Gesellschaft für deutsche Sprache am 15. Dezember 2006 das „Wort des Jahres 2006“ bekannt gab, kam es für viele nicht überraschend, dass aus dem Topf der insgesamt 10 auserlesenen sprachlichen Neuschöpfungen gerade jene an die Spitze gewählt wurde, die den Alltag der Deutschen über vier Wochen lang in unerwartetem Ausmaße prägte: „Fanmeile“ (GfdS, elektron. Publik.). Diese Bildung beschreibt weit mehr als nur einen Ort, an sich dem Fußballfans zur WM einfanden. Sie birgt Assoziationen mit bunt- gemischten Menschenmassen, die sich um Nationalität nur wenig scherten, mit feierfreudigen Deutschen auf dem Weg ihr Selbstbild zu korrigieren, mit einem „ganz besonderen Lebensgefühl“ (ibid.). Die Fußball Weltmeisterschaft war ein Ereignis, dass Einfluss auf das Handeln und Denken der deutschen Gesellschaft nahm, wie kaum ein anderes in den vergangenen 17 Jahren.
Diese neue Erfahrung schlug sich entsprechend auch in der deutschen Sprache nieder: Es wurden Ausdrücke kreiert, die es vermochten, den Geist der WM einzufangen. Neben „Fanmeile“ finden sich auch die Wendungen „Klinsmänner“ (auf Platz 9) und „schwarz-rot-geil!“ (Platz 10) in der Liste der „Wörter des Jahres“, die ebenfalls imstande sind, Sachverhalte zu bündeln, die aufgrund ihrer Komplexität sonst nur umständlich in Paraphrasen beschrieben werden könnten.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Fußball-WM 2006 für die deutsche Gesellschaft und die resultierenden sprachlichen Innovationen dar, wobei das Ziel der Untersuchung okkasioneller Metaphern in der Sportberichterstattung formuliert wird.
2. Metapherntheorien: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Metaphernforschung von der Substitutionstheorie über die Interaktionstheorie bis hin zur kognitiv-linguistischen Metapherntheorie.
3. Metapherntypen: Es erfolgt eine Kategorisierung von Metaphern basierend auf kognitiven Funktionen, dem Vernetzungsgrad sowie der Ebene sprachlicher Zeichen.
4. Funktionen und Leistungen der Metapher: Das Kapitel analysiert die verschiedenen textexternen und textinternen Funktionen, die Metaphern in einer kommunikativen Situation einnehmen können, einschließlich ihrer ästhetischen Leistungen.
Fußball, Weltmeisterschaft, Metapher, Okkasionalismus, Sportberichterstattung, Kognitive Linguistik, Metonymie, Lexikalisierung, Textrahmen, Medien, Sprache, Konzeptualisierung, Sportjournalismus, Phraseologie, Stilistik.
Die Arbeit analysiert, wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sprachlich in der Sportberichterstattung (konkret in der NNN) thematisiert wurde, mit einem speziellen Fokus auf okkasionelle Metaphern und deren Verwendung.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Metapherntheorien, die Einordnung von Metapherntypen, die Funktionen von Metaphern in Texten sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte auf sportberichterstattende Texte.
Das Hauptziel ist es, die spezifischen sprachlichen Ausdrucksweisen (insb. okkasionelle Metaphern) zu identifizieren, die genutzt wurden, um die Sichtweisen auf die WM 2006 zu konstruieren und zu vermitteln.
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die 78 Zeitungsartikel untersucht. Dabei werden Metaphern und okkasionelle Bildungen identifiziert, kategorisiert (nach Ursprungsbereich und Funktion) und methodisch hinsichtlich ihres Lexikalisierungsgrades analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Metapherntheorien und -typen sowie einen umfangreichen Analyseteil, in dem Belege aus den Sportberichten nach Themenbereichen wie Spielverlauf, Mannschaft und Turnier ausgewertet werden.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie okkasionelle Metaphern, Konzeptualisierung, Lexikalisierungsgrad, Textrahmen und die kognitive Metapherntheorie geprägt.
Die NNN (Norddeutschen Neuesten Nachrichten) bot eine homogene, lokal verankerte Arbeitsgrundlage, die durch ihre Sportberichterstattung während der WM 2006 eine repräsentative Datenbasis für die linguistische Untersuchung bot.
Die Arbeit zeigt auf, dass begleitende Bilder in den Zeitungsartikeln maßgeblich zur Reaktivierung oder Untermauerung metaphorischer Bedeutungen beitragen können, indem sie den Ursprungsbereich der Metapher visualisieren.
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