Diplomarbeit, 2007
64 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der wirtschaftliche Wohlstand von Steueroasen
2.1 Das Wirtschaftswachstum von Steueroasen
2.1.1 Steueroasen in der Weltwirtschaft
2.1.2 Entwicklung des Wirtschaftswachstums
2.2 Wirtschaftliche Bedeutung ausländischer Investoren für Steueroasen
3. Analyse der Wirkungen von Steueroasen auf andere Länder
3.1 Wirkungen von Steueroasen auf ausländische Direktinvestitionen
3.1.1 Hinweise auf die Wirkungen der Besteuerung ausländischer Direktinvestitionen
3.1.2 Ein Modell
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Auswirkungen von Steueroasen auf die Wohlfahrt anderer Länder
3.2.1 Die Verlagerung versteuerbarer Einkommen
3.2.2 Das Modell
3.2.3 Besteuerung der Einkommen im Gleichgewicht
3.2.4 Wohlfahrtsverluste durch Steueroasen
3.2.5 Zusammenfassung
4. Wirtschaftlicher Wohlstand auf Kosten anderer Länder?
4.1 Empirische Hinweise
4.2 Gegensätzliche Ansichten
5. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Erfolg von Steueroasen und analysiert, inwieweit dieser auf Kosten von Ländern mit hohem Steuerniveau erzielt wird. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob Steueroasen Investitionen umlenken oder die globale Wohlfahrt durch steuerliche Anreize beeinträchtigen.
1. Einleitung
Steueroasen sind Staaten und Territorien, die genutzt werden, um Steuern in einem anderen Staat in erheblichem Umfange zu hinterziehen oder zu vermeiden. Die OECD hat darüber hinaus noch weitere Kriterien zusammengestellt, die der Identifikation von Steueroasen dienen sollen: Keine bzw. nur Nominalsteuern, Mangel an effektivem steuerlichem Informationsaustausch, Mangel an Transparenz des Rechts- und Verwaltungssystems sowie das Fehlen realer wirtschaftlicher Aktivitäten, wie etwa bei „Scheingeschäften“ oder „Briefkastenfirmen“. Das erste Kriterium stellt gleichzeitig auch das wichtigste zur Identifikation von Steueroasen dar. Der Mangel an effektivem steuerlichem Informationsaustausch kommt in der Weise zum Vorschein, dass Steueroasen ein sehr striktes Bankgeheimnis und weitere Schutzmaßnahmen aufweisen.
Dadurch wird es den ausländischen Steuerbehörden erschwert, die Einkommen, die multinationale Unternehmen in Steueroasen erzielen oder dorthin verlagern, einer genauen Prüfung zu unterziehen. Dies trägt weiterhin dazu bei, dass diejenigen von Steueroasen profitieren, die die Herkunft ihres Einkommens verbergen bzw. es in ihren Heimatländern nicht deklarieren wollen, da die gesetzliche Kontrolle und die finanzielle Offenlegung in Steueroasen unzureichend ist.
Als Steueroasen dienen nicht nur Staaten wie beispielsweise Irland, Schweiz, Andorra, Liechtenstein, Luxemburg und mehrere karibische Inselstaaten, sondern auch international genutzte Finanzzentren wie Zürich, New York, London, Tokio, Singapur, Hong Kong, Paris und Frankfurt. Auch bei diesen Finanzzentren bleiben Einkommen aus Spareinlagen und andere Formen von Kapitaleinlagen meist steuerfrei und ein effektiver Informationsaustausch mit ausländischen Steuerbehörden findet nicht statt. Einige Finanzzentren garantieren ihren Kunden zudem ein strenges steuerliches Bankgeheimnis.
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert Steueroasen anhand OECD-Kriterien und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Steuerwettbewerb und Kapitalmobilität für die Weltwirtschaft.
2. Der wirtschaftliche Wohlstand von Steueroasen: Dieses Kapitel stellt die überdurchschnittlichen Wachstumsraten und die ökonomische Bedeutung ausländischer Investitionen für Steueroasen anhand von Wirtschaftsdaten dar.
3. Analyse der Wirkungen von Steueroasen auf andere Länder: Hier wird theoretisch untersucht, wie Steueroasen Investitionsentscheidungen beeinflussen und welche Wohlfahrtseffekte für Heimatländer durch Kapital- und Gewinnverlagerungen entstehen.
4. Wirtschaftlicher Wohlstand auf Kosten anderer Länder?: Dieses Kapitel kontrastiert theoretische Modelle mit empirischen Daten, um zu klären, ob Steueroasen tatsächlich Investitionen auf Kosten anderer Staaten umlenken oder komplementäre Effekte erzeugen.
5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Steueroasen ökonomisch erfolgreich sind, während die negativen Wohlfahrtseffekte für Hochsteuerländer empirisch schwer nachweisbar sind.
Steueroasen, Steuerwettbewerb, ausländische Direktinvestitionen, Kapitalverlagerung, Wirtschaftswachstum, multinationale Unternehmen, Steuerhinterziehung, Wohlfahrtsverluste, Steuerbasis, Körperschaftssteuer, Kapitaleinkommen, OECD, Finanzzentren, Steueroptimierung.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Erfolge von Steueroasen und untersucht die komplexen Auswirkungen, die diese auf die Steuereinnahmen und die Wohlfahrt von Ländern mit höheren Steuersätzen haben.
Im Fokus stehen das Wirtschaftswachstum in Steueroasen, die Investitionsstrategien multinationaler Unternehmen und die theoretischen sowie empirischen Wohlfahrtseffekte des Steuerwettbewerbs.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob der wirtschaftliche Aufstieg und Erfolg von Steueroasen tatsächlich zulasten von Ländern mit hohen Steuerraten geht.
Die Arbeit kombiniert die theoretische Analyse ökonomischer Modelle (u.a. Desai, Foley und Hines sowie Slemrod und Wilson) mit einer Auswertung empirischer Daten zur Investitionstätigkeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung des Wohlstands von Steueroasen, eine theoretische Modellierung der Investitions- und Einkommensverlagerungen sowie eine empirische Überprüfung dieser Thesen.
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Steueroasen, ausländische Direktinvestitionen, Steuerbasis, Kapitalmobilität und Wohlfahrtseffekte definiert.
Diese Unterscheidung bezieht sich auf die Einwohnerzahl von Steueroasen im Jahr 1982: „Big-7“ umfasste Länder mit über einer Million Einwohnern, während kleinere Territorien als „Dots“ klassifiziert wurden.
Multinationale Unternehmen nutzen Steueroasen gezielt, um ihre effektive Steuerrate zu senken, indem sie Investitionen tätigen oder Gewinne in diese Jurisdiktionen verschieben, um sie der Besteuerung im Heimatland zu entziehen.
Nein, die Ergebnisse sind komplex: Während Modelle Wohlfahrtsverluste nahelegen, deuten empirische Daten darauf hin, dass Steueroasen durch kostensenkende Effekte für Unternehmen Investitionen in der jeweiligen Region sogar fördern können.
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