Diplomarbeit, 2007
90 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begriffsabgrenzungen
3 Hintergrund des Islamic Banking
3.1 Eigentum und Wohlstand
3.2 Zakat – Pflichtabgabe
3.3 Sharia - Islamische Rechtsgebung
4 Grundlagen des Islamic Banking
4.1 Definition
4.1.1 Schlüsselprinzipien des Islamic Banking
4.1.2 Geschichte und Entwicklung
4.1.3 Aktuelle Globale Situation
4.2 Ausprägungen von Islamischen Finanzinstituten
4.3 Aufsichts- und Dienstleistungsorgane
4.3.1 Sharia Board
4.3.2 The Islamic Financial Services Board (IFSB)
4.3.3 The Accounting and Auditing Organization for Islamic Financial Institutions (AAOIFI)
5 Finanzinstrumente
5.1 Einlagengeschäft
5.1.1 Girokonto
5.1.2 Sparkonto
5.1.3 Anlagekonto
5.1.4 Zusammenfassung
5.2 Kreditgeschäft
5.2.1 Musharaka - Equity Participation
5.2.2 Mudaraba - Profit Sharing Agreement
5.2.3 Murabaha - Cost Plus Financing
5.2.4 Al-Salam - Islamic Forward
5.2.5 Istisna - Islamic Forward
5.2.6 Ijara - Leasing
5.2.7 Sukuk - Islamic Bond
5.2.8 Zusammenfassung
5.3 Investmentgeschäft
5.3.1 Sukuk – Anleihenmarkt
5.3.2 Aktienfonds
5.3.3 Dow Jones Islamic Market Index
5.3.4 Aktienfonds am Beispiel „DWS Noor Global Equity Select Fund“
5.3.5 Indexzertifikat am Beispiel „Islamic EquityBuilder“
6 Praxisbeispiel “Islamic Bank of Britain”
6.1 Geschichte und Entstehung
6.2 Produktportfolio
6.2.1 Privatkunden
6.2.2 Geschäftskunden
6.3 Sharia Board
7 Islamic Banking in Deutschland
7.1 Marktpotential
7.2 Rahmenbedingungen
7.3 Ausblick
8 Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht das Konzept des Islamic Banking als alternatives, zinsloses Bankensystem. Ziel ist es, die rechtlichen Grundlagen der Sharia sowie die daraus abgeleiteten Finanzinstrumente im Einlagen-, Kredit- und Investmentgeschäft darzustellen. Anhand der Islamic Bank of Britain und des Potenzials in Deutschland wird analysiert, wie diese Modelle in einem nicht-islamischen Umfeld implementiert werden können und welche Herausforderungen dabei bestehen.
5.2.3 Murabaha - Cost Plus Financing
Die „Murabaha“ ist die häufigste angewendete Form eines islamischen Finanzproduktes. In dieser Vertragsform kauft die Bank im Auftrag ihres Kunden ein von ihm genau bestimmtes Wirtschaftsgut. Die Bank verkauft das Gut anschließend an ihren Kunden weiter. Dieser wird zum Eigentümer und erlangt auch den unmittelbaren Besitz an diesem Gut und muss den Kaufpreis zuzüglich einer Profitmarge in Zukunft in einem Gesamtbetrag oder in Raten zurückzahlen. Die Murabaha stellt kein Beteiligungsgeschäft mit Gewinn- und Verlustbeteiligung dar, sie ist nur ein Handelsgeschäft in der die Bank als Zwischenhändler auftritt.
Juristisch gesehen handelt es sich bei der Murabaha nicht um eine Finanzierung, sondern um ein Veräußerungsgeschäft, in der die Bank die Stellung eines Zwischenhändlers hat. Die Bank hat zuerst den Kaufvertrag und die Bezahlung des Kaufpreises mit dem Lieferanten abzuwickeln, bevor sie das Wirtschaftsgut im Rahmen eines Murabaha - Vertrages an den Kunden verkauft. Denn die Bank darf nichts verkaufen, dessen Eigentümerin sie nicht ist. Das Wirtschaftsgut muss zum Zeitpunkt des Verkaufes physisch existieren. Der Handel mit noch in der Zukunft zu produzierenden Werten ist nicht erlaubt. Der Verkäufer muss entweder im physischen Besitz des Gutes sein oder aber die Verfügungsgewalt über diese haben.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung des Islamic Banking aufgrund des Zinsverbots und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit sowie die untersuchten Themenschwerpunkte.
2 Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel wird definiert, was unter Islamic Banking zu verstehen ist, wobei der Fokus auf Finanzinstrumenten und dem rechtlichen Ursprung liegt, während Versicherungsbereiche ausgeklammert werden.
3 Hintergrund des Islamic Banking: Es werden die religiösen Grundlagen wie das Eigentumsrecht, die Pflichtabgabe Zakat und die Rolle der Sharia als Rechtsquelle für wirtschaftliches Handeln beschrieben.
4 Grundlagen des Islamic Banking: Das Kapitel behandelt die Schlüsselprinzipien wie das Zins- und Glücksspielverbot, die Entwicklung des Bankensystems sowie die Rolle von Aufsichtsorganen wie dem Sharia Board und dem IFSB.
5 Finanzinstrumente: Hier werden die wichtigsten Finanzprodukte im Einlagen-, Kredit- und Investmentgeschäft detailliert strukturell und inhaltlich analysiert.
6 Praxisbeispiel “Islamic Bank of Britain”: Das Kapitel untersucht die erste europäische islamische Bank hinsichtlich ihrer Entstehung, ihres Produktportfolios und der praktischen Anwendung der Sharia-Grundsätze.
7 Islamic Banking in Deutschland: Es wird das Marktpotenzial für islamische Produkte in Deutschland evaluiert und der rechtliche Integrationsprozess unter Berücksichtigung deutscher Rahmenbedingungen diskutiert.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer knappen Rekapitulation der wesentlichen Erkenntnisse und einer Einschätzung zur künftigen Entwicklung des Islamic Banking.
Islamic Banking, Sharia, Zinsverbot, Riba, Musharaka, Mudaraba, Murabaha, Ijara, Sukuk, Sharia Board, Finanzinstrumente, Immobilienfinanzierung, Islamic Bank of Britain, Marktpotenzial Deutschland, Investition
Die Arbeit befasst sich mit dem Islamic Banking als alternativem, zinslosem Finanzsystem, das sich an islamischen Rechtsnormen orientiert.
Im Mittelpunkt stehen die religiösen Grundlagen (Sharia), spezifische Finanzinstrumente wie Gewinnbeteiligungsmodelle und Leasing sowie die praktische Umsetzung bei der Islamic Bank of Britain und das Potenzial auf dem deutschen Markt.
Ziel ist es, die Funktionsweise islamkonformer Finanzinstrumente zu erläutern und zu analysieren, ob und wie diese in einem westlichen Marktumfeld wie dem deutschen integriert werden könnten.
Der Autor nutzt eine theoretische Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen sowie eine Analyse von Praxisbeispielen (Islamic Bank of Britain) und Marktvergleichen zwischen Großbritannien und Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sharia-Grundlagen, die Funktionsweise einzelner Finanzinstrumente (Einlagen, Kredit, Investment) und die detaillierte Vorstellung der Produktwelt einer operierenden islamischen Bank.
Zu den Kernbegriffen zählen Islamic Banking, Zinsverbot (Riba), Sharia, Finanzinstrumente wie Murabaha oder Sukuk und die Markteintrittsbedingungen für islamische Finanzinstitute in Deutschland.
Als erste europäische Bank mit einer Volllizenz dient sie als Referenzmodell, da ihr Marktumfeld (nicht-islamisches Land, muslimische Minderheit) mit der Situation in Deutschland vergleichbar ist.
Bei der islamischen Immobilienfinanzierung erfolgt durch das notwendige Joint-Venture-Modell eine zweimalige Eigentumsübertragung, was in Deutschland zu einer doppelten Grunderwerbssteuerbelastung führen würde, die in Großbritannien durch Sonderregelungen vermieden wurde.
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