Magisterarbeit, 2001
83 Seiten, Note: 1,5
Einleitung und Problemstellung
1. Projektkonzeptionen der GTZ
1.1 Einleitung
1.2 Das 86er Sektorkonzept
1.3 Kritik am 86er Sektorkonzept
1.4 Informeller Sektor
1.5 Das 92er Sektorkonzept
1.6 Fazit
2. Systemberatung als Konzept
2.1 Einleitung
2.2 Verständnis der Systemberatung im 92er Sektorkonzept
2.3 Kritik an der Auslegung der Systemberatung im 92er Sektorkonzept
2.4 Argumente pro und contra Systemberatung
2.5 Organisationsentwicklung als Fundament für Systemberatung
2.6 „Systemische“ Systemberatung
2.7 Fazit
3. Sozioökonomische Rahmenbedingungen des Projektes
3.1 Einleitung
3.2 Bevölkerung
3.3 Religion
3.4 Staat
3.5 Wirtschaft
3.6 Allgemeine und berufliche Bildung
4. Mubarak-Kohl-Initiative
4.1 Einleitung
4.2 Entstehung des Projektes
4.3 Organisationsstruktur
4.4 Projektziele und Phaseneinteilung
4.5 Projektkonzeption
4.6 Evaluation und Zielerreichung
4.7 Fazit
Zusammenfassung und Resümee
Summary
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, den konzeptionellen Wandel in der internationalen Berufsbildungshilfe – konkret den Übergang von Einzelprojektmaßnahmen zu einem systemberatenden Ansatz – zu analysieren und anhand des Fallbeispiels der Mubarak-Kohl-Initiative in Ägypten auf seine Wirksamkeit und Nachhaltigkeit hin zu untersuchen.
1.2 Das 86er Sektorkonzept
Verabschiedet als Grundsatzpapier für Planung, Durchführung und Bewertung von Projekten besaß das 86-er Sektorkonzept (SK’86) seine Gültigkeit im Bereich der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit. Die in ihm manifestierten Richtlinien befassten sich ausschließlich mit „der Berufsbildung für industriell/handwerkliche und Dienstleistungsberufe sowie für die Unternehmens- und Betriebsführung.“ Die dem Sektorkonzept zugrundeliegende Theorie sah eine der Voraussetzungen für industrielle Entwicklung in der fortschreitenden Arbeitsteilung, was die Forderung nach „Ausbau der Industrie und des Dienstleistungssektors neben der Landwirtschaft“ deutlich macht. Dazu wurde die Erhöhung der fachlichen Differenzierung sowie eine Erhöhung der fachlichen Kompetenz derjenigen Personen angestrebt, die in den Berufsbildungsprojekten ausgebildet wurden. Im Vordergrund stand das Ausbildungssystem des jeweiligen Entwicklungslandes (EL) aber auch der Umschulung und der Weiterbildung wurde Bedeutung beigemessen.
Die Berufsbildungshilfe wurde vom SK’86 als „eine der Rahmenbedingungen, ohne die eine eigenständige Wirtschaftsentwicklung nicht denkbar ist“ dargestellt, wobei aber auch gesehen wurde: „Gewerbliche Berufsbildung allein kann jedoch keine Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft in Gang bringen. Fehlen weitere wesentliche Rahmenbedingungen, so bleibt auch die Ausbildung ohne Nutzen.“ Das SK’86 empfiehlt die jeweilige Ausgangslage des Partnerlandes zu analysieren und nennt als Orientierungspunkt den Stand der Entwicklung und der Tradition des Ausbildungssystems. In diesem Zusammenhang wird auch erstmalig der Informelle Sektor erwähnt, der einer der Kernpunkte der Debatte im Anschluss an die Veröffentlichung des Sektorkonzeptes 86 werden sollte.
Die Verfasser des SK’86 machten bei der Analyse der Ausgangslage von Berufsbildungsprojekten auf drei Faktoren aufmerksam, die sich in der Vergangenheit als besonders problematisch für den Erfolg herausgestellt hatten. Zum einen wurde die mangelnde Orientierung an der Nachfrage der Wirtschaft in Bezug auf qualifiziertes Personal genannt, zum anderen gab es Finanzierungsprobleme bei den Ausbildungseinrichtungen. Als letztes wurde der sogenannte „white collar complex“ als ein enormes Hemmnis für die Erfolgsaussichten von Berufsbildungsprojekten genannt.
1. Projektkonzeptionen der GTZ: Analyse des konzeptionellen Wandels zwischen den Sektorkonzepten von 1986 und 1992 unter besonderer Berücksichtigung der aufkommenden Kritik und der Rolle des informellen Sektors.
2. Systemberatung als Konzept: Diskussion des systemberatenden Ansatzes, seiner theoretischen Fundierung durch die Systemtheorie sowie der Anforderungen an eine ganzheitliche Systemberatung.
3. Sozioökonomische Rahmenbedingungen des Projektes: Darstellung der demografischen, religiösen, staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen in Ägypten als notwendiger Hintergrund für das Verständnis der Projektintervention.
4. Mubarak-Kohl-Initiative: Vorstellung der konkreten Projektkooperation in Ägypten, ihrer Organisationsstruktur, Phasenplanung und eine Auswertung der Zielerreichung sowie Evaluation.
Berufsbildungshilfe, Systemberatung, GTZ, Mubarak-Kohl-Initiative, Ägypten, Sektorkonzept, informeller Sektor, duales Ausbildungssystem, Projektkonzeption, Organisationsentwicklung, Systemtheorie, Entwicklungszusammenarbeit, Armutsbekämpfung, Nachhaltigkeit, Qualifizierung.
Die Arbeit untersucht den konzeptionellen Wandel der deutschen Berufsbildungshilfe und analysiert den Übergang von der isolierten Beratung in Einzelprojekten hin zu einem umfassenden, systemberatenden Ansatz in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Zentrale Themen sind die Analyse der Sektorkonzepte der GTZ (1986 vs. 1992), die theoretische Einordnung der Systemberatung, die Berücksichtigung des informellen Sektors sowie die praktische Umsetzung dieser Ansätze in einem konkreten Kooperationsprojekt.
Das Hauptanliegen ist es, zu untersuchen, wie sich der systemberatende Ansatz der internationalen Berufsbildungshilfe in der Praxis auswirkt und inwieweit er zur Nachhaltigkeit und Effizienz von Ausbildungsprojekten beiträgt.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der konzeptionellen Grundlagen der Berufsbildungshilfe sowie eine empirisch gestützte Fallstudienanalyse des Projekts Mubarak-Kohl-Initiative in Ägypten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Systemberatung und Organisationsentwicklung sowie in eine detaillierte Fallstudie zur Mubarak-Kohl-Initiative inklusive ihrer Rahmenbedingungen und Evaluationsergebnisse.
Wesentliche Begriffe sind Berufsbildungshilfe, Systemberatung, GTZ, Mubarak-Kohl-Initiative, Ägypten, Sektorkonzept und informeller Sektor.
Der informelle Sektor wird betont, da er in vielen Entwicklungsländern den Großteil der Arbeitsplätze stellt, jedoch in früheren Projektkonzepten (wie dem Sektorkonzept 1986) weitgehend ignoriert wurde, was eine zentrale Kritik der Fachwelt darstellte.
Während klassische Einzelprojektmaßnahmen auf isolierte Ausbildungseinrichtungen fokussierten, zielt die Systemberatung darauf ab, das gesamte Berufsbildungssystem durch vertikale und horizontale Vernetzung sowie durch Beratung auf mehreren Ebenen (Makro-, Meso-, Mikroebene) nachhaltig zu transformieren.
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