Diplomarbeit, 2007
59 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen der Untersuchung
2.1 Industrieökonomik
2.2 Fusionsmotive
2.2.1 Grundzüge
2.2.2 Marktmacht
2.2.3 Skalen- und Verbundvorteile, X-Ineffizienz
3 Wettbewerbsanalyse des deutschen Bankenmarktes
3.1 Struktur des deutschen Bankensystems
3.2 Veränderung der Rahmenbedingungen im Bankenwettbewerb
3.3 Konsolidierung als Lösung für Ertragsschwäche und Veränderungen
4 Leistungsoptimierung durch Sparkassenfusionen
4.1 Fusionseffekte bei Sparkassen
4.2 Untersuchung des Erfolgs von Sparkassenfusionen
4.3 Erfolgsfaktoren
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob Fusionen im Sparkassensektor dazu beitragen können, die betriebswirtschaftliche Ertragslage der Institute zu stärken und die Herausforderungen eines sich wandelnden Bankenmarktes erfolgreich zu bewältigen. Dabei werden insbesondere industrieökonomische Ansätze auf ihre Anwendbarkeit bei Sparkassen geprüft.
2.1 Industrieökonomik
Die traditionelle Industrieökonomik etablierte sich in den 1950er Jahren als empirisch ausgerichtetes Forschungsgebiet, dass zu wettbewerbspolitischen Fragen Stellung beziehen wollte. Grundlage dieses Ansatzes war das Structure-Conduct-Performance (SCP) Paradigma, welches das Ergebnis einer Branche mit der Struktur und dem Verhalten der Unternehmen in ihr erklärt. Die Struktur eines Marktes ist dabei durch verschiedene Parameter, wie Anbieterkonzentration, Eigenschaften der Kostenfunktion, Nachfrageelastizität und Produkteigenschaften gegeben.
Ab Mitte der 1970er Jahre häufte sich die Kritik an diesem Paradigma aufgrund seiner Unbestimmtheit der Beziehungen zwischen Marktstruktur, -verhalten und -ergebnis. Zudem wurde die Theorielosigkeit als unbefriedigend empfunden. Es folgte eine Aufspaltung in eine auf formalen, spieltheoretischen Modellen oligopolistischer Märkte basierende und in eine, mit revidiertem SCP-Paradigma arbeitende Richtung. Beim revidierten SCP-Paradigma werden alle Variablen als endogen betrachtet. Das Marktverhalten bestimmt Marktstruktur sowie Marktergebnis und hängt wiederum von den grundlegenden Bedingungen und vom strategischen Verhaltenskonzept ab.
Die dem SCP-Paradigma zugrunde liegende Marktmachthypothese geht davon aus, dass die Marktstruktur das Wettbewerbsverhalten der Marktteilnehmer entscheidend beeinflusst. Ein Markt mit wenigen Anbietern erleichtert Kollusion. Dies führt zu geringeren Angebotsmengen und höheren Preisen als im vollständigen Wettbewerb.
Entgegen diesem Ansatz bestreitet die Effizienz-Struktur-Hypothese den zwangsläufigen Zusammenhang zwischen Marktstruktur und Wettbewerbsverhalten. Sie erklärt zunehmende Konzentration als Folge des Verhaltens der effizienteren Firmen, die ihren Effizienzvorsprung dazu nutzen, ihren Marktanteil auszubauen. Steigende Konzentration ist demnach als eine Umverteilung des Marktes hin zu den effizienteren Anbietern zu sehen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Diskussion um das deutsche Drei-Säulen-System und definiert den Untersuchungsrahmen für Sparkassenfusionen zur Stärkung betriebswirtschaftlicher Grundlagen.
2 Grundlagen der Untersuchung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen aus der Industrieökonomik erläutert, wobei Konzepte wie Marktmacht sowie Skalen- und Verbundvorteile im Zentrum stehen.
3 Wettbewerbsanalyse des deutschen Bankenmarktes: Das Kapitel analysiert die Struktur des Bankensystems und die veränderten Rahmenbedingungen, die Konsolidierungsprozesse als Reaktion auf die Ertragsschwäche motivieren.
4 Leistungsoptimierung durch Sparkassenfusionen: Hier werden spezifische Effekte von Sparkassenfusionen, der Erfolg solcher Zusammenschlüsse und die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Praxis detailliert untersucht.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Fusionen als Mittel zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele dienen können, jedoch stets unter Berücksichtigung individueller Gegebenheiten und der regionalen Verankerung betrachtet werden müssen.
Sparkassen, Fusionen, Industrieökonomik, Bankenmarkt, Marktmacht, Economies of Scale, Economies of Scope, X-Ineffizienz, Drei-Säulen-System, Konsolidierung, Ertragslage, Wettbewerbsanalyse, Regionalprinzip, Kosteneffizienz, Finanzdienstleistungen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Fusionen ein geeignetes Mittel für Sparkassen darstellen, um ihre betriebswirtschaftliche Ertragslage zu verbessern und sich in einem verschärften Wettbewerbsumfeld zu behaupten.
Die zentralen Felder umfassen die industrieökonomischen Grundlagen (Skaleneffekte, Marktmacht), die Wettbewerbsstrukturen im deutschen Bankenwesen und die spezifische Erfolgssituation bei Sparkassenfusionen.
Das Hauptziel ist zu untersuchen, ob Fusionen als Instrument zur Erreichung quantitativer betriebswirtschaftlicher Kennzahlen (wie Eigenkapitalrentabilität und Cost-Income-Ratio) in Sparkassen effektiv eingesetzt werden können.
Die Arbeit nutzt industrieökonomische Analyseinstrumente, wertet empirische Daten und Kennzahlen aus und vergleicht verschiedene Fusionsmotive und -erfolge anhand existierender wirtschaftswissenschaftlicher Forschung.
Der Hauptteil behandelt theoretische Konzepte der Industrieökonomik, die Wettbewerbsanalyse des deutschen Bankenmarktes unter dem Druck der Globalisierung und Digitalisierung sowie eine detaillierte Untersuchung von Fusionsvorteilen und Erfolgsfaktoren für Sparkassen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fusionen, Sparkassen, Economies of Scale, X-Ineffizienz, Regionalprinzip und Wettbewerbsanalyse charakterisiert.
Das Regionalprinzip und der öffentliche Auftrag binden Sparkassen eng an ihr lokales Geschäftsgebiet. Fusionen müssen daher nicht nur Effizienzpotenziale heben, sondern auch die lokale Identität und Kundennähe als Wettbewerbsvorteile erhalten.
Technik ist ein entscheidender Faktor: Hohe Investitionen in IT lassen sich durch größere Transaktionsvolumina in größeren Instituten besser auf das einzelne Produkt umlegen, was zu Kosteneinsparungen (Skaleneffekten) führen kann.
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