Magisterarbeit, 2006
96 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Theorie
2.1 Bullying
2.1.1 Geschichte
2.1.2 Definition
2.1.3 Tätereigenschaften
2.1.4 Altersunterschiede
2.1.5 Auftretenswahrscheinlichkeit und –häufigkeit bezogen auf die Schulart
2.1.6 Gründe
2.1.6.1 Gesellschaft
2.1.6.2 Familie
2.1.6.3 Schule
2.1.6.4 Gründe aus der Sicht der Schüler
2.1.6.5 Instrumentelles Lernen/ Modelllernen
2.1.6.6 Zusammenfassung
2.2 Angst
2.2.1 Definition der Angst mit Blick auf den Zusammenhang der Angst mit Bullying
3. Hypothese
4. Empirie
4.1 Probanden
4.1.1 Berufsschule
4.1.2 Lernbehinderung
4.2 Instrumentarium
4.2.1 Aufbau des Fragebogens
4.2.2 Fragebogenkonstruktion
4.2.2.1 Items zur Erfassung von Angst
4.2.2.2 Items zur Erfassung von Bullyverhalten
4.2.2.3 Items zur Erfassung von Gefühlen
4.3 Ablauf der Untersuchung
4.4 Datenanalyse
4.4.1 Prozeduren
4.4.2 Ergebnisse
4.4.3 Interpretation der Ergebnisse
4.4.3.1 Entstehensbedingungen von Angst
4.4.3.2 Hinzukommende Gefühle
4.4.3.3 Äußerungsformen des Bullying
4.4.3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse der Analyse des Zusammenhangs zwischen Angst und Bullying
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Bully-Verhalten und Angst bei lernbehinderten Jugendlichen an einer Berufsschule. Das primäre Ziel ist es, zu erforschen, ob Angst als zugrundeliegender Faktor für aggressives Verhalten fungiert und welche Rolle dabei gesellschaftliche, familiäre und schulische Belastungssituationen spielen.
1. Einführung
„Piggy ging einem auf die Nerven; mit seinen furchtbar vernünftigen Vorschlägen, seinem plumpen Körper und seinem Asthma war er einfach langweilig; aber es war ganz lustig, ihn aufzuziehen (...) Unter den Großen hatte sich stillschweigend die Ansicht durchgesetzt, dass Piggy ein Außenseiter sei, nicht wegen seiner Aussprache, sondern weil er so dick war und Asthma und eine Brille und eine gewisse Abneigung gegen körperliche Arbeit hatte.“ ...
„Du redest zu viel, Fatty“, sagte Jack, “halt lieber die Klappe“. Es wurde gelacht. „Haha! Fatty! Dicker!“ (...) sogar die Kleinen beteiligten sich an dem allgemeinen Gelächter. Für eine kurze Zeitspanne verband die Jungen der Stromkreis des Einverständnisses, von dem Piggy ausgeschlossen war: er wurde dunkelrot vor Scham, senkte den Kopf und wischte erneut an seiner Brille.“ ...
„Du hättest das Feuer nicht ausgehen lassen dürfen.“ Dieser Vorwurf gerade von Piggy machte Jack rasend. (...) Endlich konnte er an jemandem seine Wut auslassen, zuschlagen. Er trat einen Schritt vor und stieß Piggy die Faust in den Magen. Piggy sackte ächzend zusammen. Jack stand über ihm. (...) Ralph ging einen Schritt auf ihn zu, und Jack schlug Piggy auf den Kopf. Piggys Brille flog davon und klirrte über das Gestein. (...) „Jetzt hab ich nur noch ein Auge. Wart du nur - !“ Jack ahmte das Gewimmer und Gekrabbel nach. Piggy und seine Parodie, das war so lustig, dass die Jäger anfingen zu lachen. Jack fühlte sich ermutigt. Er äffte weiter Piggys Gekrabbel nach, und das Lachen schwoll zu stürmischer Hysterie an..“
Diese Passagen aus William Goldings „Herr der Fliegen“ lösen im Leser unwillkürlich Gefühle aus, die sich unterscheiden, je nachdem, mit wem er sich identifiziert. Sei es im Mitgefühl mit dem gedemütigten, drangsalierten Piggy oder in jener Belustigung, die auch die außenstehenden Jack ermutigenden Jäger empfinden, oder gar in einer Form von Machtgefühl durch die Identifizierung mit dem demütigenden, unterdrückenden, aggressiven Jack.
1. Einführung: Die Einleitung führt mittels literarischer Beispiele in die Thematik der Täter-Opfer-Rollen ein und begründet die Aktualität des Bullying-Phänomens.
2. Theorie: Dieser Abschnitt definiert Bullying als spezifische Form der Aggression, beleuchtet Tätereigenschaften sowie Ursachen und betrachtet die Rolle der Angst.
3. Hypothese: Hier werden die theoretischen Annahmen in konkrete Forschungshypothesen überführt, die einen positiven Zusammenhang zwischen Angst und Bullying postulieren.
4. Empirie: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung, die Probandengruppe, den Fragebogenaufbau und die statistische Datenanalyse.
5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert und bestätigen den Zusammenhang zwischen Ängsten in verschiedenen Lebensbereichen und dem Auftreten von Bully-Verhalten.
Bullying, Angst, Lernbehinderung, Aggression, Berufsschule, Jugendliche, Machtausübung, Selbstwertgefühl, Zukunftsangst, Leistungsdruck, Kompensation, empirische Untersuchung, Prävention, Täter-Opfer-Dynamik, Sozialverhalten.
Die Magisterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Bully-Verhalten und Angst bei lernbehinderten Jugendlichen, die eine Berufsschule besuchen.
Zentrale Felder sind die verschiedenen Formen des Bullying, die Ursachen für Aggression sowie die Funktion von Angst als auslösender Faktor für unterdrückendes Verhalten.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob Angst bei Jugendlichen eine spezifische risikoerhöhende Bedingung darstellt, die zu aggressivem Verhalten (Bullying) führt.
Es wurde eine empirische Untersuchung mittels eines selbst konzipierten, schriftlichen Fragebogens bei 54 lernbehinderten Berufsschülern durchgeführt.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die statistische Datenanalyse, die Ergebnisse der Korrelationen zwischen Angstvariablen und Bully-Items sowie deren Interpretation dargelegt.
Wichtige Begriffe sind Bullying, Angst, Lernbehinderung, Kompensation und Zukunftsängste.
Die Studie zeigt, dass Arbeitslosigkeit eine der am stärksten angstauslösenden Bedingungen für die befragten Jugendlichen ist, insbesondere im Hinblick auf ihre eigene berufliche Zukunft.
Der Autor zeigt Zusammenhänge auf, bei denen Ängste vor Lehrern oder schlechter Bewertung durch diese dazu führen können, dass Schüler ihre Frustration an Mitschülern ablassen.
Lernbehinderte Jugendliche gelten als besonders benachteiligte Gruppe in der Leistungsgesellschaft und wurden bisher in diesem Forschungszusammenhang kaum beachtet.
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