Magisterarbeit, 2007
99 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 FORSCHUNGSÜBERBLICK
3 FREUNDSCHAFT UND BRIEF IM 18. JAHRHUNDERT – EINE THEMATISCHE EINFÜHRUNG
3.1 INDIVIDUUM UND GESELLSCHAFT
3.2 DER BRIEF
3.3 DIE FREUNDSCHAFT
3.3.1 Vorstufen des Freundschaftskultes
3.3.2 Die Epoche der Freundschaft
3.3.3 Freundschaftskult und Tugendempfindsamkeit
3.3.4 Das Fortwirken des Freundschaftskults
4 EINE FREUNDSCHAFT IM ZENTRUM DES BRIEFKULTES
4.1 DER BRIEFAUTOR J. W. L. GLEIM
4.2 K.W. RAMLER – DER GEFÄHRTE GLEIMS
4.3 DIE DICHTERVERBINDUNG
5 UNTERSUCHUNG DER BRIEFKORRESPONDENZ VON J.W.L. GLEIM UND K.W. RAMLER
5.1 INHALT – INHALTSLEERE
5.2 NÄHE UND DISTANZ
5.2.1 Gesellschaftlich
5.2.2 Persönlich
5.2.3 Physisch
5.3 NATÜRLICHKEIT
5.3.1 Genese eines natürlichen Briefstils
5.3.2 Natürlichkeit bei GLEIM und RAMLER
5.4 TOPOI
5.4.1 Sehnsucht
5.4.2 Wiedersehen
5.4.3 Sorge
5.4.4 Beschwerde
5.4.5 Lob
5.4.6 Liebe
5.5 IDENTITÄT UND INSZENIERUNG
5.6 FIKTIONALISIERUNG
6 DER BRIEF IM KONTEXT VON FREUNDSCHAFT UND (FIKTIONALER) IDENTITÄTSSTIFTUNG
7 DAS WESEN DER BRIEFE – KOMMUNIKATIONSMEDIUM ODER KUNSTWERK?
8 SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht den Briefwechsel der Literaten Johann Wilhelm Ludwig Gleim und Karl Wilhelm Ramler aus den Jahren 1745 bis 1759, um dessen Beitrag zur Genese der Briefkultur des 18. Jahrhunderts zu beleuchten und die Verbindung von Briefkultur und Freundschaftskult sowie die identitätsstiftende Funktion des Briefes zu analysieren.
5.4.1 Sehnsucht
Die Schilderung sehnsüchtiger Gedanken und das Verlangen nach einer Begegnung mit dem Freund durchdringen die Briefe in auffallend hohem Maße. Dabei kommt der Topos der Sehnsucht auf vielförmige Weise zur Geltung.
Unter metaphorischer Ausschmückung überbieten sich die Freunde regelmäßig in ihren Sehnsuchtsbeteuerungen. RAMLER würde am liebsten zu Fuß zu seinem Freund laufen, hätte er nicht „Ketten an den Füßen.“ GLEIM sehnt sich nach RAMLER, „wie eine Braut“. Er möchte sich „Flügel ansetzen, und zu [RAMLER] fliegen“ anstatt ihm lediglich zu schreiben. RAMLER hingegen zählt immerwährend die Stunden, bis er seinen Freund wiedersieht. Ihn verlangt nach GLEIM, wie „nach dem Himmelreich“
1 EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung des Briefes als historische Quelle sowie Zielsetzung der Arbeit, den speziellen Briefwechsel von Gleim und Ramler als Forschungsgegenstand zu erschließen.
2 FORSCHUNGSÜBERBLICK: Kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschungsliteratur, die sich meist nur peripher mit diesem speziellen Briefwechsel beschäftigt hat.
3 FREUNDSCHAFT UND BRIEF IM 18. JAHRHUNDERT – EINE THEMATISCHE EINFÜHRUNG: Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts, die zum Aufstieg des Freundschaftskultes und der Briefkultur als neuartige Kommunikationsformen führten.
4 EINE FREUNDSCHAFT IM ZENTRUM DES BRIEFKULTES: Porträt der beiden Briefautoren J.W.L. Gleim und K.W. Ramler sowie Skizzierung ihrer Dichterverbindung und deren Entfremdung.
5 UNTERSUCHUNG DER BRIEFKORRESPONDENZ VON J.W.L. GLEIM UND K.W. RAMLER: Detaillierte formanalytische Untersuchung der Briefe hinsichtlich Inhalt, Nähe/Distanz, Natürlichkeit und zentraler Topoi wie Sehnsucht, Lob, Beschwerde und Liebe.
6 DER BRIEF IM KONTEXT VON FREUNDSCHAFT UND (FIKTIONALER) IDENTITÄTSSTIFTUNG: Synthese der Erkenntnisse über das Wechselverhältnis von Brief und Freundschaft und deren identitätsstiftende Funktion.
7 DAS WESEN DER BRIEFE – KOMMUNIKATIONSMEDIUM ODER KUNSTWERK?: Erörterung der Gattungsfrage unter Einbeziehung medientheoretischer Ansätze zur Abgrenzung von Alltagsbriefen und kunstvollen Brieftexten.
8 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse, die den Brief als Mischgattung aus pragmatischem Kommunikationsmedium und ästhetischem Kunstwerk identifizieren.
Briefkultur, Freundschaftskult, 18. Jahrhundert, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Karl Wilhelm Ramler, Briefwechsel, Briefanalyse, Empfindsamkeit, Gattungstheorie, Identitätsstiftung, Fiktionalisierung, Literatursoziologie, Briefsteller, Epistolographie, Topoi.
Die Arbeit untersucht den Briefwechsel zwischen den Literaten Johann Wilhelm Ludwig Gleim und Karl Wilhelm Ramler aus den Jahren 1745 bis 1759 als zentrales Dokument der Briefkultur des 18. Jahrhunderts.
Zentrale Schwerpunkte sind die soziokulturelle Bedeutung des Briefes im 18. Jahrhundert, die enge Verflechtung von Briefkultur und Freundschaftskult sowie die Frage, inwieweit Briefe als identitätsstiftende Medien fungieren.
Das Ziel ist es, den Briefwechsel als exemplarische Quelle für den Freundschaftskult zu analysieren und zu klären, welche identitätsstiftenden und fiktionalisierenden Funktionen die Briefe für die Korrespondenten hatten.
Die Arbeit nutzt eine formanalytische Untersuchung des Briefkorpus, verknüpft mit literatursoziologischen Ansätzen und brief- bzw. kommunikationstheoretischen Modellen zur Bestimmung des Gattungscharakters.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Briefkorrespondenz, der Analyse stiltypischer Topoi wie Sehnsucht, Sorge und Liebe sowie der Frage nach der Fiktionalisierung und Inszenierung von Identität in den Schreiben.
Wichtige Begriffe sind Briefkultur, Freundschaftskult, Empfindsamkeit, Fiktionalisierung, Identitätsstiftung und die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Kommunikationsmedium und Kunstwerk.
Die physische Trennung von Halberstadt und Berlin machte das Briefeschreiben zur konstitutiven Bedingung für den Erhalt der Freundschaft, da persönliche Treffen selten waren und die Briefe als idealisierter Raum für das emotionale Miteinander dienten.
Die Arbeit zeigt, dass Ehen oder Liebschaften mit Frauen in der Welt der Briefautoren oft als störend für die „reine“ Freundschaft empfunden oder ironisch-zynisch abgewertet wurden, da der Fokus auf einer platonisch-empfindsamen Männerfreundschaft lag.
Die Sprache wird nicht als Ausdruck eines rein erotischen Verhältnisses, sondern als kultivierter Motivschatz der damaligen Epoche verstanden, der dazu diente, Verbundenheit und emotionale Nähe innerhalb der inszenierten Welt des Briefes auszudrücken.
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