Magisterarbeit, 2005
117 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Allgemeiner Teil
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
2. Die Veränderung Berlins Mitte des 19. Jahrhunderts und die Voraussetzungen für den Bau einer Stadteisenbahn
2.1. Die Entwicklung Berlins bis 1840
2.2 Die Verwaltungsgliederung Berlins Mitte des 19. Jahrhunderts und der Versuch staatlicher Planung bis 1862
2.2.1 Die Verwaltungsgliederung und kommunalpolitische Lage Berlins Mitte des 19. Jahrhunderts
2.2.2 Die Versuche staatlicher Stadtplanung bis 1862
2.3 Die Wohnungssituation, industrielles Wachstum und die Citybildung in Berlin und ihre Einflüsse auf die soziale Mobilität
2.3.1 Das Wohnungselend um 1870
2.3.2 Die expandierende Industrie am Beispiel der Firma Borsig und die Differenzierung von Wohn- und Arbeitsplatz
2.3.3 Die Citybildung in Berlin ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
2.4 Die Entwicklung des Berliner Eisenbahnnetzes
2.5 Zusammenfassung
3. Der öffentliche Nahverkehr Berlins bis zur Eröffnung der Stadtbahn
3.1 Die Anfänge: Pferdeomnibus und Pferdestraßenbahn
3.2 Die Berliner Verbindungsbahn von 1851
3.3 Die Neue Berliner Verbindungsbahn (Ringbahn) von 1871/77
3.4 Zusammenfassung
4. Projekte und Planungen zur Stadtbahn
4.1 Das Stadtbahnprojekt von August Orth
4.2 Das Stadtbahnprojekt von Emil Hartwich
4.3 Das Stadtbahnprojekt von Otto Busse
4.4 Zusammenfassung
5. Der Bau der Berliner Stadtbahn 1872 – 1882
5.1 Von der Planung Hartwichs bis zur Gründung der Berliner Stadteisenbahn-Gesellschaft 1874
5.2 Vom ersten Spatenstich bis zur Auflösung der Stadteisenbahn-Gesellschaft 1878
5.3 Der Bau unter staatlicher Regie und die Fertigstellung der Stadtbahn 1882
5.4 Die Betriebsaufnahme der Stadtbahn, die Tarifgestaltung und der weitere Ausbau bis 1896
5.5 Zusammenfassung
6. Bedeutung der Stadtbahn für verschiedene Bereiche der Berliner Entwicklung im 19. Jahrhundert
6.1 Der Beginn des modernen Massenverkehrs für Berlin und sein Umland und die zweite Randwanderung der Industrie
6.2 Die Entwicklung Charlottenburgs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
6.3 Die Stadtbahnbögen und die Zentralmarkthalle am Alexanderplatz
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Voraussetzungen, Ursachen und Auswirkungen des Baus der Berliner Stadtbahn im 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Entwicklung der Stadtbahn als Antwort auf die städtebaulichen, sozialen und verkehrstechnischen Krisen des schnell wachsenden Berlins zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwiefern das Projekt die in es gesetzten Hoffnungen auf eine Linderung der Wohnungsnot und eine Verbesserung der sozialen Lage erfüllen konnte.
2.3.2 Die expandierende Industrie am Beispiel der Firma Borsig und die Differenzierung von Wohn- und Arbeitsplatz
Zum oben erwähnten Wohnungselend trat in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine weitere, die Bewohner der Stadt besonders stark beeinflussende Entwicklung. Auf der Grundlage der bereits beschriebenen Wandlung der handwerklich-manufakturellen Produktion hin zur industriellen-fabrikmäßigen, kam es zu einem starken Wachstum der Industriebetriebe. Für Berlin zeigt sich diese Entwicklung am deutlichsten, und daher beispielhaft, in der Entstehung der Schwerindustrie, des Maschinenbaus.
Die Wurzeln der Berliner Maschinenbauindustrie lagen in der Mauerstraße, wo Cockerill und Freund um 1815 sowie Egells in der Lindenstraße 1821, ihre ersten Betriebe gründeten. Diese Betriebe waren noch reine Handwerksbetriebe, die sich, wie beim Handwerk üblich, ganz in die allgemeine Wohnbebauung einpassten. Von einer fabrikmäßigen Produktion oder gar einem richtigen Industriestandort konnte man damals noch nicht sprechen. Der erste Schritt hierzu erfolgte mit der Verlegung des Egellschen Betriebs in die Chauseestraße und der dortigen Gründung einer eigenen Eisengießerei im Jahre 1828. Auch in diesem Fall handelte es sich noch nicht um Fabriken im eigentlichen Sinne, sondern eher um vergrößerte Handwerksbetriebe oder Manufakturen. Es lassen sich hier in der Chauseestraße zwei Momente des Wandlungsprozesses der städtischen Wirtschaft im 19. Jahrhundert deutlich beobachten, die als beispielhaft angesehen werden können. Dies sind zum einen die schon genannte Entstehung von Fabriken sowie zum anderen die Herausbildung von Produktionsstandorten der Industrie, die in ihrer monofunktionalen Art eine andere Nutzung des Gebietes ausschlossen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Berliner Nahverkehrs ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Voraussetzungen und Auswirkungen der Stadtbahn kritisch zu beleuchten.
2. Die Veränderung Berlins Mitte des 19. Jahrhunderts und die Voraussetzungen für den Bau einer Stadteisenbahn: Das Kapitel analysiert die rasante Bevölkerungsexplosion und das damit verbundene Wohnungselend sowie die Defizite in der damaligen städtischen Planung.
3. Der öffentliche Nahverkehr Berlins bis zur Eröffnung der Stadtbahn: Hier werden die damaligen Verkehrsmittel wie Pferdeomnibusse und die erste Verbindungsbahn kritisch auf ihre Eignung zur Lösung der innerstädtischen Verkehrsprobleme geprüft.
4. Projekte und Planungen zur Stadtbahn: Die Entwürfe der Planer Orth, Hartwich und Busse werden vorgestellt, wobei insbesondere die unterschiedlichen Beweggründe wie Profitstreben und soziale Reformansätze gegenübergestellt werden.
5. Der Bau der Berliner Stadtbahn 1872 – 1882: Dieses Kapitel detailliert den schwierigen Bauprozess, die finanziellen Schwierigkeiten der privaten Akteure und die schließlich notwendige Übernahme durch den Staat.
6. Bedeutung der Stadtbahn für verschiedene Bereiche der Berliner Entwicklung im 19. Jahrhundert: Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Massenverkehrs, der Expansion Charlottenburgs und der Versorgung der Berliner Bevölkerung durch die neu geschaffene Zentralmarkthalle.
7. Zusammenfassung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Stadtbahn als technisches System zwar erfolgreich war, die in sie gesetzten sozialen Hoffnungen zur Lösung der Wohnungsnot jedoch weitgehend unerfüllt blieben.
Berliner Stadtbahn, Verkehrsgeschichte, 19. Jahrhundert, Urbanisierung, Industrialisierung, Wohnungselend, Mietskasernen, Nahverkehrspolitik, Terrainspekulation, Zentralmarkthalle, Massenverkehr, Stadtplanung, preußische Eisenbahngeschichte, Charlottenburg, Infrastruktur
Die Magisterarbeit untersucht die Entstehung und Bedeutung der Berliner Stadtbahn im 19. Jahrhundert im Kontext der massiven städtischen Veränderungen Berlins.
Zu den Schwerpunkten gehören das Berliner Bevölkerungswachstum, die Wohnungssituation, die industrielle Randwanderung, Stadtplanung und die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs.
Das Ziel ist es, die eigentlichen Voraussetzungen für den Bau der Stadtbahn zu ergründen und kritisch zu prüfen, ob militärische oder siedlungspolitische Aspekte ausschlaggebend waren.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse zeitgenössischer Dokumente, Fachliteratur, Verwaltungsberichte und historischer Stadtbahn-Planungsentwürfe.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Stadtentwicklung, die verschiedenen Stadtbahnprojekte, den Bau unter privater und staatlicher Regie sowie die Auswirkungen auf den Massenverkehr und die Lebensmittelversorgung.
Die wichtigsten Begriffe sind Berliner Stadtbahn, Industrialisierung, Wohnungselend, Stadtplanung, Terrainspekulation und Massenverkehr.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass militärische Gründe für den Bau der Stadtbahn eine untergeordnete Rolle spielten und die Annahme, das Militär sei der alleinige Initiator gewesen, falsch ist.
Die Stadtbahn wirkte als siedlungstechnischer Impulsgeber, der Charlottenburg von einer Sommerzuflucht zu einer dicht besiedelten preußischen Großstadt transformierte.
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