Diplomarbeit, 2007
94 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffe und Definitionen
2.1 Lehrbuch
2.2 computerbasierte Lernumgebungen
3. Medienkritik als Phänomen
3.1 Kritik am Buch
3.2 Die Auswirkungen des Fernsehens auf das Leseverhalten
3.3 Lesemüdigkeit
3.4 Kritik an der Medienkritik
4. Mediennutzung
4.1 Modelle des Leseprozesses
4.1.1 Grundbegriffe des Leseprozesses
4.1.2 Lesen am Bildschirm
4.2 Rezeption von Bildern
4.2.1 Kombination von Bild und Text
4.2.2 Bildtypologie nach Pöggeler
4.3 Nutzung von Multimedia-Inhalten
4.3.1 Gestaltungsprinzipien nach Varesi
4.3.2 Gestaltungsprinzipien nach Mayer
5. Mediendidaktik
5.1 Aufgabe des Lernmediums
5.2 Lerntheoretische Grundlagen
5.2.1 Behavioristisches Lernmodell
5.2.2 Kognitivistisches Lernmodell
5.2.3 Konstruktivistisches Lernmodell
5.3 Didaktischer Aufbau von Lehrbüchern
5.3.1 Allgemeine Kriterien zur Lehrbuchgestaltung
5.3.2 Erstellung von Lehrtexten
5.3.3 Zulassungskriterien für Schulbücher
5.3.4 Lehrbuchtypen
5.4 Didaktischer Aufbau computerbasierter Lernumgebungen
5.4.1. Programme zur Instruktion
5.4.2 Programme zur Darstellung von Inhalten
5.4.3 Programme zur Produktion von Inhalten
5.4.4 Programme zur Kommunikation
5.4.4.1 synchrone Online-Kommunikation
5.4.4.2 asynchrone Online-Kommunikation
5.4.5 Programmkombinationen zu Lernzwecken
5.4.6 Unentdeckte Nutzungsmöglichkeiten
6. Wird das Lehrbuch von computerbasierten Lernprogrammen verdrängt?
6.1 Vergleich der Eigenschaften
6.1.1 Vorteile des Lehrbuchs
6.1.2 Nachteile des Lehrbuchs
6.1.3 Vorteile von CBL
6.1.4 Nachteile von CBL
6.2 Zukunftsprognosen
6.2.1 Ausschluss-Szenario
6.2.2 Koexistenz-Szenario
6.2.3 Zusammenspiel-Szenario
6.2.4 Konvergenz-Szenario
7. Abschließende Worte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, auf Basis mediendidaktischer Erkenntnisse und der Leseforschung zu untersuchen, ob der Computer in Zukunft die Funktionen des Buches als Lernmedium vollständig übernehmen kann oder ob eine Verdrängung des Lehrbuches durch computerbasierte Lernangebote wahrscheinlich ist.
3.1 Kritik am Buch
Die häufigste und immer wiederkehrende Kritik an Medien im Allgemeinen ist auf der Sorge um deren schädliche Wirkungen auf Kinder und Jugendliche begründet. Die Debatte um mögliche Zusammenhänge zwischen Gewalt und Kriminalität von Jugendlichen und entsprechenden Motiven in Medien wird nicht erst seit dem Aufkommen von Videofilmen und Computerspielen geführt. Mit der wachsenden Verfügbarkeit von Büchern und dem Aufkommen entsprechender Literaturgattungen wurden ähnliche Auswirkungen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts befürchtet. Durch die Alphabetisierung großer Bevölkerungsteile ergab sich eine hohe Nachfrage nach preisgünstigen Büchern. Die Produktion der Inhalte richtete sich nicht länger nach den Vorgaben gesellschaftlicher Institutionen, sondern nach der Nachfrage.
"Indiz hierfür sind die sogenannten Groschenromane, kurze Liebes- oder Abenteuergeschichten, die für einen Groschen angeboten wurden und sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreuten. [...] ´Schmutz und Schundliteratur´ erhielt ebenso rasch wie ungerechtfertigt den Ruf, für die hohe Kriminalitätsrate in den unteren sozialen Schichten mitverantwortlich zu sein" (Busche, 2005, S.13f).
Erste gesetzliche Grundlagen zur Kontrolle von Schriften zum Schutz der Jugend wurden laut Busche (2005) im Jahr 1926 eingeführt (vgl. ebd.). Durch die Möglichkeit der Medienkontrolle bot sich allerdings auch ein Vorwand für Zensur und Manipulation durch politische Machthaber. So konnte der Jugendschutz auch als Vorwand genutzt werden, unerwünschte Schriften von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Die Zugangsbeschränkung für Jugendliche und damit verbundene Einschränkungen für die Vermarktung derartiger Medien wirkte sich schließlich auf deren Erreichbarkeit für Erwachsene aus (vgl. dies., S. 15f).
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage, ob der Computer das Lehrbuch verdrängen wird, und ordnet die Arbeit medienpädagogisch ein.
2. Begriffe und Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe wie Lehrbuch und verschiedene Formen computerbasierter Lernumgebungen (CBL) definiert und eingegrenzt.
3. Medienkritik als Phänomen: Hier werden historische und aktuelle medienkritische Diskurse, insbesondere Sorgen um Medienwirkungen auf die Jugend, untersucht.
4. Mediennutzung: Dieses Kapitel widmet sich den kognitiven Prozessen des Lesens sowie der Rezeption von Bildern und Multimedia-Inhalten im didaktischen Kontext.
5. Mediendidaktik: Hier werden lerntheoretische Grundlagen und Kriterien für die didaktische Gestaltung von Lehrbüchern und digitalen Lernprogrammen vorgestellt.
6. Wird das Lehrbuch von computerbasierten Lernprogrammen verdrängt?: Das Kernkapitel vergleicht die Eigenschaften beider Medien und entwickelt Prognosen anhand verschiedener Szenarien.
7. Abschließende Worte: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beurteilung und einem Ausblick auf zukünftige Fragestellungen der Medienforschung.
Lehrbuch, computerbasiertes Lernen, Medienpädagogik, Leseprozess, Mediendidaktik, Multimedia, Mediennutzung, Medienkritik, Lernumgebung, E-Learning, Textverständnis, Schulpädagogik, Informationstechnik, Digitalisierung, Medienszenarien
Die Arbeit untersucht das medienpädagogische Verhältnis zwischen dem traditionellen Lehrbuch und modernen computerbasierten Lernmedien im Hinblick auf ihre zukünftige Bedeutung im Bildungswesen.
Die zentralen Themen umfassen die Medienkritik, die kognitive Mediennutzung (insb. Lesen), mediendidaktische Konzepte sowie eine vergleichende Analyse der Vor- und Nachteile von Print- und Digitalmedien.
Das primäre Ziel ist es, zu prognostizieren, ob der Computer das Buch vollständig als Lernmedium verdrängen wird oder ob eine Koexistenz bzw. ein Zusammenspiel der Medien wahrscheinlicher ist.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, in der Erkenntnisse aus der Medienpädagogik, der Leseforschung und der Mediendidaktik zusammengeführt und kritisch verglichen werden.
Der Hauptteil behandelt die kognitiven Prozesse bei der Mediennutzung, die lerntheoretischen Grundlagen des digitalen Lehrens sowie spezifische Gestaltungsprinzipien für multimediale Lerninhalte.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Medienkompetenz, E-Learning, Didaktik, Leseprozess, Multimedialität und Lehrbuchanalyse beschreiben.
Der Autor sieht in Simulationen ein mächtiges Instrument zur Veranschaulichung komplexer Prozesse, mahnt jedoch an, dass die Lernenden sich der Grenzen der dargestellten Wirklichkeit bewusst sein müssen.
Der Autor schätzt ein Ausschluss-Szenario als sehr unwahrscheinlich ein und favorisiert Modelle, in denen die Medien sich gegenseitig ergänzen (Zusammenspiel-Szenario) oder koexistieren.
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