Diplomarbeit, 2006
136 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Bedeutung und Aufgaben der wertorientierten Unternehmenssteuerung
1.2 Ansatz und Prämissen der Arbeit
1.3 Grundlagen der Unternehmensbewertung
2 Residualgewinnkonzepte
2.1 Grundlagen
2.2 Residual Income Model (RIM)
2.3 Economic Value Added (EVA)-Ansatz
2.3.1 Economic Value Added (EVA)
2.3.2 Market Value Added
2.4 Cash Value Added (CVA)-Ansatz
3 Discounted Cash Flow-Methoden und Ertragswertverfahren
3.1 Discounted Cash Flow-Methoden
3.1.1 Grundlagen und Systematisierung
3.1.2 Adjusted-Present-Value (APV)-Ansatz
3.1.3 WACC-Ansatz
3.1.4 Equity-Ansatz
3.2 Ertragswertverfahren nach IDW
4 Formaler Wertkompatibilitätsnachweis zwischen Residualgewinnkonzepten und DCF-Verfahren
4.1 Äquivalenz auf Ebene der Einzelinvestition (Grundmodell Lücke)
4.2 Übertragung auf Unternehmensebene
4.2.1 Wertäquivalenz im Rahmen der Unternehmensbewertung
4.2.2 Spezialfall der Vollausschüttung
4.2.3 Zwischenfazit
5 Wertäquivalenz und methodische Konvergenz der spezifischen Unternehmensbewertungsmethoden
5.1 Ableitung der Vergleichspaare
5.2 EVA/MVA-Konzept versus WACC-Ansatz
5.2.1 Abbildung der Investitions- und Finanzierungstätigkeit
5.2.2. Anpassungsmaßnahmen
5.3 Residual Income Model versus Ertragswertverfahren
5.3.1 Abbildung der Investitions- und Finanzierungstätigkeit
5.3.2 Anpassungsmaßnahmen
6 Residualgewinn- und Cash Flow-basierte Konzepte zur Performancemessung und Verhaltenssteuerung
6.1 Anforderungen an wertorientierte Unternehmenssteuerungssysteme zur Performancemessung und Verhaltenssteuerung
6.2 Residualgewinnbasierte Performancemessung und Verhaltenssteuerung
6.3 Cash Flow-basierte Performancemessung und Verhaltenssteuerung
6.4 Zusammenfassung Kapitel 6
7 Zusammenfassung der Ergebnisse
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die theoretische Kompatibilität und methodische Konvergenz zwischen Residualgewinnkonzepten (wie EVA) und Discounted Cash Flow (DCF)-Methoden im Kontext der wertorientierten Unternehmenssteuerung systematisch zu untersuchen und Bedingungen für deren Wertäquivalenz aufzuzeigen.
1.1 Bedeutung und Aufgaben der wertorientierten Unternehmenssteuerung
Rappaports klassisches Werk „Creating Shareholder Value“ (1986) leitete international eine Neuausrichtung der Unternehmenspolitik ein, von der reinen Rentabilitätsorientierung hin auf die Steigerung des Aktionärsvermögens. Diese hat sich seitdem auch in Deutschland als „Wertorientierung“ bzw. „wertorientierte Unternehmensführung“, sowohl in der betriebswirtschaftlichen Literatur als auch in der Unternehmenspraxis, als akzeptierte unternehmerische Zielmaxime durchgesetzt.
Im wertorientierten Paradigma bzw. im Rahmen der sog. Shareholder-Value-Orientierung werden die Interessen der Eigenkapitalgeber, die auf eine nachhaltige Maximierung des Unternehmenswertes, respektive des Marktwerts des von ihnen investierten Kapitals (Shareholder Value) gerichtet sind, in den Vordergrund des Zielsystems des Unternehmens gerückt. Nur eine gute Wettbewerbsposition des Unternehmens auf den Kapitalmärkten schafft Finanzierungsmöglichkeiten für weiteres Wachstum oder Umstrukturierungen und lässt damit letztlich alle Interessensgruppen (Stakeholder) der Unternehmung profitieren. Darüber hinaus verringert sich die Gefahr einer Übernahme.
Gründe für die gestiegene Bedeutung des Shareholder Value seit Ende der 1980er Jahre sind insbesondere die wegen gestiegener Kapitalintensität der Produktion und der Globalisierung und Institutionalisierung der Kapitalmärkte gewachsene Konkurrenz an den Aktienmärkten, weiterhin die zunehmende Gefahr von Unternehmensübernahmen durch Unterbewertung (Value Gaps), sowie die gewachsene Bedeutung von Unternehmensveräußerungen (Merger & Aquisitions-Aktivitäten). Jüngst hinzu kamen die Bonitätsanforderungen der Basel II-Richtlinie. Die Einsicht in die Schwächen traditioneller Erfolgsmaßstäbe bzw. Renditekennzahlen (z. B. Gewinn pro Aktie, Return on Investment) wie die unzureichende Berücksichtigung von Risiko und des Zeitwerts des Geldes, Außerachtlassen von Eigenkapitalkosten und Zahlungsströmen, Verzerrungen durch Ansatz- und Bewertungswahlrechte und die mangelnde Korrelation zum Börsenkurs, sowie schließlich die Erkenntnis, dass langfristige Entlohnungssysteme mit der Eigentümerrendite eng gekoppelt sein müssen, führten zur Entwicklung wertorientierter Kennzahlen, bei denen die Kapitalkosten inklusive der risikoadjustierten Eigenkapitalverzinsung mit in das Kalkül eines Erfolgs- bzw. Wertbeitrags einbezogen werden.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der wertorientierten Unternehmenssteuerung und definiert den Rahmen sowie die zentralen Prämissen für den Vergleich der verschiedenen Bewertungskonzepte.
2 Residualgewinnkonzepte: Hier werden die theoretischen Grundlagen und spezifische Ansätze wie das Residual Income Model (RIM), Economic Value Added (EVA) und Cash Value Added (CVA) vorgestellt.
3 Discounted Cash Flow-Methoden und Ertragswertverfahren: Dieses Kapitel systematisiert die DCF-Methoden sowie das Ertragswertverfahren nach IDW als zukunftsorientierte Unternehmensbewertungsansätze.
4 Formaler Wertkompatibilitätsnachweis zwischen Residualgewinnkonzepten und DCF-Verfahren: Es wird die formale theoretische Äquivalenz der Konzepte mittels des Lücke-Theorems hergeleitet und auf Unternehmens- sowie Einzelinvestitionsebene bewiesen.
5 Wertäquivalenz und methodische Konvergenz der spezifischen Unternehmensbewertungsmethoden: Das Kapitel vergleicht konkrete methodische Paare unter Berücksichtigung von Finanzierungspolitik und notwendigen Anpassungsmaßnahmen (Conversions).
6 Residualgewinn- und Cash Flow-basierte Konzepte zur Performancemessung und Verhaltenssteuerung: Hier wird diskutiert, wie die Bewertungsmodelle als Instrumente für Anreizsysteme und die operative Unternehmenssteuerung genutzt werden können.
7 Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Untersuchung zur Ergebniskonformität und den Voraussetzungen für eine Wertäquivalenz zusammen.
Wertorientierte Unternehmenssteuerung, Residualgewinn, Discounted Cash Flow, Unternehmensbewertung, Shareholder Value, Economic Value Added, Kapitalkosten, WACC, Lücke-Theorem, Kongruenzprinzip, Performancemessung, Finanzierungsstrategie, Unternehmenswert, Capital Asset Pricing Model, Conversions.
Die Arbeit vergleicht theoretische Ansätze zur Unternehmensbewertung, konkret Residualgewinnkonzepte und DCF-Methoden, um deren Eignung und Konsistenz im Rahmen einer wertorientierten Unternehmenssteuerung zu bewerten.
Zentral sind die theoretische Herleitung der Wertäquivalenz, der Einfluss von Finanzierungsprämissen (Kapitalstruktur) auf das Bewertungsergebnis sowie die praktische Anwendung zur Performancemessung.
Das Ziel ist der Nachweis, unter welchen Bedingungen verschiedene Bewertungsmethoden zu gleichen Ergebnissen führen und wie methodische Unterschiede (z.B. durch Anpassungsmaßnahmen) die Vergleichbarkeit beeinflussen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die formale mathematische Beweise (u.a. Lücke-Theorem) mit Literaturanalysen und tabellarischen Beispielrechnungen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Residualgewinn- und DCF-Konzepte, deren formalen Kompatibilitätsnachweis sowie die detaillierte Analyse ihrer methodischen Konvergenz unter Einbezug von Finanzierungsstrategien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Residualgewinn, DCF-Verfahren, Kapitalkosten, WACC, Shareholder Value, Unternehmenssteuerung und Kongruenzprinzip geprägt.
Die Kapitalstruktur bestimmt durch den steuerlichen Vorteil der Fremdfinanzierung (Tax Shield) und das damit verbundene Kapitalstrukturrisiko den diskontierten Unternehmenswert, weshalb unterschiedliche Finanzierungsprämissen zu inkompatiblen Ergebnissen führen können.
Conversions dienen dazu, buchhalterische Daten (z.B. nach HGB) in ökonomisch aussagekräftigere Größen zu transformieren, um das Modell "wirtschaftlicher" zu gestalten, wobei diese Anpassungen jedoch häufig die Wertäquivalenz der zugrunde liegenden Logik beeinflussen.
Das Lücke-Theorem bildet die theoretische Basis für den Nachweis, dass eine Unternehmensbewertung sowohl über erfolgsorientierte Residualgewinne als auch über zahlungsorientierte Cash Flows äquivalente Ergebnisse liefern kann, sofern gewisse Bedingungen wie das Kongruenzprinzip erfüllt sind.
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