Wissenschaftlicher Aufsatz, 1996
16 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
I
II
III
IV
V
Die vorliegende Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die Entwicklung und die zentralen Fragestellungen der deutsch- und englischsprachigen Ästhetik der letzten fünfzig Jahre. Ziel ist es, die Verlagerung von ästhetischen Phänomenen hin zu meta-ästhetischen und sprachanalytischen Diskursen kritisch zu beleuchten und eine interdisziplinäre Einordnung zu ermöglichen.
III
Bekanntlich lassen sich ästhetologische Betrachtungen grob nach drei Gesichtspunkten einteilen, nämlich danach. ob sie sich 1. hauptsächlich auf das Kunstwerk bezw. den Gegenstand ästhetischen Erlebens beziehen (was nicht das gleiche zu sein braucht), 2. auf dieses Erleben selbst, und damit auf den Erlebenden oder Rezipienten, oder 3. auf den Künstler bezw. Schöpfer von Kunstwerken. Etwas anders unterscheidet Dickie (1971), indem er das schöpferische Subjekt beiseite lässt: 1. die Philosophie der Kunst (als Objekt der ästhetischen Erfahrung), 2. die Theorie des Ästhetischen (des Subjektes der ästhetischen Erfahrung) und 3. die Philosophie der Kunstkritik, die er zur "Meta-Ästhetik" zählt. Diese beiden Einteilungen unterscheiden sich nur im jeweils dritten Glied, wo die herkömmlichen Gliederungen meist der Sch6pfer oder der kreative Akt oder das Phänomen der Kreativität überhaupt interessierten, den Vertreter der "analytischen Schule", zu der Dickie gehört, statt dessen die Kunstkritik bezw. der sprachliche Ausdruck von ästhetischen Erlebnissen allgemein. Man kann also die beiden Schemata kombinieren und erhält dann eine viergliedrige Einteilung:
1. ästhetisches Objekt, zumeist das Kunstwerk;
2. ästhetisches Subjekt, der Rezipient und sein Erleben;
3. der Produzent des Ästhetischen, zumeist der Künstler;
4. die sprachliche Artikulation des Ästhetischen.
Diese Perspektiven haben sich als Schwerpunkte in der Geschichte der Ästhetik mehrfach abgewechselt, sind aber auch zusammen aufgetreten.
I: Dieses Kapitel analysiert die Zunahme theoretischer und meta-ästhetischer Publikationen nach 1950 und kritisiert deren zunehmende Abstraktion von tatsächlichen Kunstwerken.
II: Das Kapitel vergleicht die Entwicklungen in der Ästhetik mit der Literaturwissenschaft und plädiert für eine interdisziplinäre Einbeziehung von Psychologie und Kulturanthropologie, anstatt sich rein auf Sprachanalyse zu beschränken.
III: Es wird eine viergliedrige Systematik ästhetischer Betrachtungsweisen eingeführt, die Objekt, Subjekt, Produzent und sprachliche Artikulation als zentrale Schwerpunkte definiert.
IV: Das Kapitel thematisiert die vier zentralen thematischen Komplexe: ästhetisches Erlebnis, ästhetische Qualität, das Wesen des Schönen und den Diskurs über diese Elemente.
V: Der abschließende Teil widmet sich den konkreten Einzelfragen der aktuellen Ästhetik, insbesondere der Problematik von Wahrnehmungsarten, Identitätskriterien für Kunstwerke und dem Status ästhetischer Eigenschaften.
Ästhetik, Meta-Ästhetik, Kunstphilosophie, Kunstkritik, Ästhetische Erfahrung, Sprachanalytische Ästhetik, Rezeptionsästhetik, Kreativität, Schönheitsbegriff, Kunstwerk, Kulturanthropologie, Ästhetisches Objekt, Ästhetisches Subjekt.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die theoretische Ausrichtung der deutsch- und englischsprachigen Ästhetik in den letzten fünfzig Jahren, wobei der Fokus auf dem Wandel der Fragestellungen liegt.
Zentrale Themen sind die Meta-Ästhetik, die analytische Philosophie, die Einteilung ästhetischer Perspektiven sowie die Beziehung zwischen Kunst und Betrachter.
Das Ziel ist eine Übersicht und systematische Einordnung der verschiedenen ästhetischen Denkrichtungen, um die wissenschaftliche Relevanz der Ästhetik über die reine Sprachanalyse hinaus aufzuzeigen.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse fachwissenschaftlicher Literatur und Theorien, um ästhetische Fragestellungen in einen historisch-methodischen Kontext zu setzen.
Der Hauptteil analysiert die Verschiebung von konkreten Kunstbetrachtungen hin zu Meta-Theorien und stellt ein viergliedriges Modell zur Klassifizierung ästhetischer Betrachtungen vor.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ästhetik, Meta-Ästhetik, Kunstphilosophie, ästhetische Erfahrung und das ästhetische Objekt.
Die Meta-Ästhetik beschäftigt sich nicht primär mit der Kunst selbst, sondern analysiert die Terminologie, die Logik und die theoretischen Grundlagen des Sprechens über Kunst.
Der Autor argumentiert, dass philosophische Ästhetik oft zu abstrakt ist und durch konkrete Daten aus der Kulturanthropologie und Psychologie bereichert werden muss, um das ästhetische Erlebnis besser zu verstehen.
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