Examensarbeit, 2006
128 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. GESCHICHTE DES BEBOP
2.1 Entstehung
2.2 Musikalische Neuerungen
2.3 Das soziale Umfeld
3. EIGENSCHAFTEN DER BEBOP-HEADS
3.1 Heads als zentrale Kompositionsweise im Bebop
3.1.1 Komposition im Bebop
3.1.2 Die Kompositionsweise der Heads
3.1.3 Head als Begriff
3.1.4. Die Namen der Heads
3.2. Entstehung der Heads
3.2.1 Vorläufer
3.2.2 Entwicklung
3.2.3 Gründe für die Entstehung der Heads
3.2.3.1 Sicherung des Urheberrechts
3.2.3.2 Vertreibung weniger versierter Musiker
3.2.3.3 Musikalische Herausforderung
3.2.3.4 Distanzierung vom Swing und Anpassung an den Bebop
3.3 Die Vorlagen
3.3.1 Auswahl der Vorlagen
3.3.2 Zeitliche Einordnung
3.3.3 Form
3.3.3.1 Die Formschemata der Heads
3.3.3.2 Die Sonderrolle der Rhythm Changes
3.4 Heads in den einzelnen Stilepochen
3.4.1 Ohne zeitliche Einordnung
3.4.2 Swing und Bebop
3.4.3 Cool Jazz, Hard Bop und Free Jazz
3.5 Komponisten
4. IMPROVISATORISCHE UND KOMPOSITORISCHE ASPEKTE IN BEBOP-HEADS
4.1 Improvisation und Komposition
4.1.1 Improvisation und Komposition im Jazz
4.1.1.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.1.1.2 Polaritäten-Modell
4.1.2 Improvisation und Komposition im Bebop
4.1.2.1 Die Rolle des Themas
4.1.2.2 Bebop-Improvisation
4.1.2.3 Bebop-Komposition
4.1.2.4 Improvisiertes als Thema
4.1.3 These: Heads als fixierte Bebopimprovisationen
4.2 Musikalische Merkmale einer Bebop-Interpretation
4.2.1 Die Vorlagen
4.2.1.1 Melodik
4.2.1.2 Harmonik
4.2.1.3 Rhythmik
4.2.1.4 Form
4.2.1.5 Beispiel: I Got Rhythm
4.2.2 Die Improvisation
4.2.2.1 Melodik
4.2.2.2 Harmonik
4.2.2.3 Rhythmik
4.2.2.4 Form
4.2.2.5 Beispiel: Bud Powells Solo über „Celia“
4.2.3 Merkmale der Heads
4.2.3.1 Melodik
4.2.3.2 Harmonik
4.2.3.3 Rhythmik
4.2.3.4 Form
4.2.3.5 Beispiel: „Celia“
4.3 Vergleichende Analyse
4.3.1 Heads und die jeweiligen Vorlagen im Vergleich
4.3.1.1 Melodik
4.3.1.2 Harmonik
4.3.1.3 Rhythmik
4.3.1.4 Form
4.3.1.5 Die Rolle der Melodie der Vorlage
4.3.1.6 Ergebnisse
4.3.2 Heads und Bebop-Improvisation im Vergleich
4.3.2.1 Melodik
4.3.2.2 Harmonik
4.3.2.3 Rhythmik
4.3.2.4 Form
4.3.2.5 Ergebnisse
4.3.3 Heads im Spannungsfeld von Improvisation und Komposition
5. RESÜMEE
6. ANHANG
6.1 Tabellen
6.1.1 Erläuterungen zu den Tabellen
6.1.2 Tabelle I: Heads und ihre Vorlagen, alphabetisch sortiert nach Vorlagen
6.1.3 Tabelle II: Heads und ihre Vorlagen, alphabetisch sortiert nach Heads
6.2 Notenbeispiele
6.2.1 Eigene Transkriptionen
6.2.1.1 Erläuterungen zur Notationsweise
6.2.1.2 Diskographische Angaben
6.2.1.3 Transkriptionen
6.2.2 Themen
6.3 Literatur- und Tonträgerverzeichnis
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Improvisation und Komposition im Bebop, wobei der Fokus auf sogenannten "Bebop-Heads" liegt – Kompositionen, die auf Harmoniegerüsten bekannter Jazz-Standards basieren. Ziel ist es, zu klären, ob diese Heads eher als eigenständige Kompositionen oder als fixierte, notierte Improvisationen zu kategorisieren sind, indem die musikalischen Merkmale analysiert und mit den Vorlagen sowie typischen Improvisationen verglichen werden.
3.1.1 Komposition im Bebop
Zwar hat Improvisation im Bebop ein größeres Gewicht als Komposition oder Arrangement, jedoch entstanden auch im Bebop zahlreiche Kompositionen. Nach dem im Bebop gängigen Prinzip der Chorusimprovisation wird am Anfang und am Ende eines Stücks das Thema gespielt, dazwischen improvisieren die Musiker über das Harmonieschema des Themas. Im Bebop gibt es drei grundlegende Arten von Themen: Standards, Originals und Heads. Unter Standards versteht man Stücke, die immer wieder als Improvisationsvorlage gebraucht werden und zum Standardrepertoire bei Jam-Sessions gehören. In der Bebop-Ära entstammen sie meist der populären Musik und sind bekannte Schlager, Tin-Pan-Alley- oder Musical-Songs.
Originals dagegen sind Originalkompositionen eines Jazzmusikers, die speziell für eine bestimmte Band geschrieben wurde. Im Bebop komponierten beispielsweise Thelonious Monk und Tadd Dameron viele Originals. Die mit Abstand meisten Kompositionen im Bebop sind jedoch Heads. Unter Heads versteht man Themen, die auf den Harmoniegerüsten bereits existierender Standards basieren.
Im weiteren Sinne sind Heads zwar auch Originals, da sie ebenfalls von Jazzmusikern komponiert wurden, unterscheiden sich jedoch stark bezüglich der Kompositionsweise: Bei Originals ist alles frei erfunden, sowohl die Melodie, als auch die Harmonien (Abb. 1). Lediglich die Form stützt sich bei Bebop-Originals auf Konventionen der vergangenen Epochen. Bei Heads ist nur die Melodie neu komponiert, Form und Harmonien sind von einem bestimmten Standard übernommen. (Wenn im Folgenden die Rede von Originals ist, so schließt der Begriff demzufolge Heads nicht mit ein.)
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung der Improvisation im Bebop und die Fragestellung bezüglich der Einordnung der Bebop-Heads zwischen Komposition und Improvisation.
2. GESCHICHTE DES BEBOP: Erläuterung der Entstehung des Stils als Gegenreaktion zum Swing, der sozialen Umstände und der musikalischen Neuerungen.
3. EIGENSCHAFTEN DER BEBOP-HEADS: Detaillierte Analyse der Kompositionsweise, Entstehungsgründe (Urheberrecht, soziale Abgrenzung, musikalische Herausforderung) und Einordnung der Vorlagen.
4. IMPROVISATORISCHE UND KOMPOSITORISCHE ASPEKTE IN BEBOP-HEADS: Theoretische Abgrenzung der Begriffe, Untersuchung musikalischer Merkmale und Durchführung einer vergleichenden Analyse zwischen Heads, Vorlagen und Improvisationen.
5. RESÜMEE: Synthese der Ergebnisse, welche die Bebop-Heads als eine Art "Choruskomposition" in der Mitte zwischen freier Improvisation und strikter Komposition positioniert.
Bebop, Jazz, Improvisation, Komposition, Heads, Kontrafakt, Standards, Harmonieschema, Charlie Parker, Rhythmik, Melodik, Form, Musikwissenschaft, Jazzgeschichte, Reharmonisation.
Die Arbeit untersucht das musikalische Verhältnis zwischen Improvisation und Komposition im Bebop, wobei der Fokus auf den sogenannten "Bebop-Heads" liegt.
Zentrale Themen sind die Geschichte des Bebop, die Definition und Entstehung von Bebop-Heads, die Rolle der Harmonik, Melodik und Rhythmik sowie der Vergleich von Heads mit ihren ursprünglichen Vorlagen und typischen Bebop-Improvisationen.
Die Forschungsfrage lautet, ob Bebop-Heads eher als eigenständige Kompositionen oder als fixierte, notierte Improvisationen zu kategorisieren sind.
Es wird eine musiktheoretische und analytische Methode verwendet, die auf der Analyse von Transkriptionen, Notenbeispielen und der Literatur zur Jazzgeschichte basiert, um die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Komposition und Improvisation herauszuarbeiten.
Im Hauptteil werden die musikalischen Merkmale von Bebop-Interpretationen analysiert, theoretische Modelle (wie das Polaritäten-Modell) angewandt und ein direkter Vergleich zwischen Heads, Vorlagen und Soli durchgeführt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bebop, Improvisation, Komposition, Heads, Kontrafakt, Standards und Harmonik charakterisiert.
Ein Head ist ein Thema im Bebop, das auf dem Harmoniegerüst eines bereits existierenden Jazz-Standards basiert, wobei die Melodie neu komponiert wurde.
Der Autor führt mehrere Gründe an: die Sicherung von Urheberrechten, die soziale Abgrenzung gegenüber unerwünschten Mitmusikern, der Wunsch nach musikalischer Herausforderung und die Anpassung an den neuen musikalischen Stil des Bebop.
Der Autor kommt zum Schluss, dass die These nicht vollständig zutrifft, da Heads mehr Prägnanz und Struktur besitzen als reine Improvisationen, aber dennoch improvisatorische Elemente enthalten; er schlägt daher den Begriff "Choruskomposition" vor.
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