Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007
26 Seiten
1 Einleitung
2 Reibung und Verschleiß
2.1 Grundlegendes und Definitionen
2.2 Reibungsarten und Mechanismen
2.3 Tribosysteme
2.4 Verschleißmechanismen und ihre Erscheinungsformen
3 Optimierung des Verschleißwiderstandes
3.1 Härte und Verschleiß
3.2 Modifikation der Oberfläche
Die vorliegende Arbeit gibt einen werkstoffkundlichen Überblick über die komplexen Phänomene von Reibung und Verschleiß, um das Verständnis für tribologische Systeme zu schärfen und Werkstoffkonzepte zur Optimierung der Bauteilhaltbarkeit zu identifizieren.
1 Einleitung
Tribologische Fragen haben die Ingenieure seit Jahrhunderten beschäftigt. Unbestritten sind der wichtige Einfluss der Reibung bei Energieverlusten und die Bedeutung von Verschleiß für die Lebensdauer von Maschinen und Werkzeugen. Der Umfang der Forschung auf diesem Gebiet war und ist groß. Auch wenn daraus manche nützliche Ergebnisse hervorgegangen sind, so entsprach doch der Fortschritt des grundsätzlichen Verständnisses von Reibung und Verschleiß nicht dem Umfang dieser Bemühungen. Dies ist jedoch nicht der Unfähigkeit der Forscher zuzuschreiben, sondern dem höchst komplexen Systemcharakter der Tribologie als solcher.
Reibung wird verursacht durch eine Vielzahl energiedissipierender Prozesse. Dabei wird grundsätzlich zwischen „innerer“ und „äußerer“ Reibung unterschieden. Erstere führt zu Dämpfung von Schwingungen unter Entwicklung von Wärme oder zu Ermüdung durch Bildung und Akkumulation von Strukturdefekten. Die äußere Reibung entsteht durch die tangentiale Bewegung zweier Oberflächen von Festkörpern oder auch durch an einer festen Oberfläche vorbeiströmende Fluide. Insbesondere die äußere Reibung führt zu Verschleiß, also den Verlust von Material aus den beteiligten Festkörpern.
Die so durch Reibung und Verschleiß anfallende Wertminderung von Gütern und industriellen Anlagen ist von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Nach regelmäßigen Erhebungen werden in den führenden Industrienationen die durchschnittlichen jährlichen Schäden auf ca. 4 % des Bruttosozialproduktes beziffert /1/. Vor dem aktuellen Hintergrund vielfältiger Energie- und Rohstoffprobleme bekommen die Fragen der Gewährleistung und damit der Bauteilhaltbarkeit wieder eine zunehmende Bedeutung.
Im Folgenden soll daher insbesondere der werkstoffkundliche Hintergrund von Reibung und Verschleiß kurz näher betrachtet werden. Vertiefend wird dabei auf die Wechselwirkungen innerhalb eines Tribosystems eingegangen und darauf aufbauend Werkstoffkonzepte zur Optimierung von entsprechend beanspruchten Maschinenkomponenten vorgestellt.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche und technische Bedeutung der Tribologie und stellt die Zielsetzung der Arbeit zur werkstoffkundlichen Betrachtung von Verschleißprozessen vor.
2 Reibung und Verschleiß: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Reibung und des Verschleißes, erläutert verschiedene Reibungsarten sowie die komplexen Wechselwirkungen in Tribosystemen und beschreibt die vier primären Verschleißmechanismen.
3 Optimierung des Verschleißwiderstandes: Hier werden Strategien zur Verschleißminderung diskutiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss der Werkstoffhärte und innovativen Methoden der Oberflächenmodifikation liegt.
Tribologie, Reibung, Verschleiß, Festkörperreibung, Verschleißmechanismen, Tribosysteme, Werkstoffhärte, Oberflächenmodifikation, Adhäsion, Abrasion, Oberflächenzerrüttung, Blitztemperaturen, Werkstoffkunde, Bauteilhaltbarkeit, Kontaktfläche
Die Arbeit behandelt die werkstoffkundlichen Grundlagen von Reibung und Verschleiß und deren Bedeutung für die technische Bauteilhaltbarkeit.
Die Schwerpunkte liegen auf den Mechanismen der Reibung, der Systemcharakteristik von Tribosystemen, den Verschleißarten sowie Möglichkeiten zur Oberflächenoptimierung.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Werkstoffbeanspruchung in Tribosystemen zu vermitteln, um gezielte Werkstoffkonzepte zur Verschleißminderung zu entwickeln.
Es wird ein theoretisch-werkstoffkundlicher Ansatz gewählt, der auf der Analyse von Systemkomponenten, Mechanismen und praktischen Modifikationsverfahren basiert.
Der Hauptteil unterteilt sich in die phänomenologische Beschreibung von Reibung und Verschleiß sowie die Diskussion über die Härte von Werkstoffen und moderne Beschichtungsverfahren.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tribologie, Adhäsion, Abrasion, Oberflächenzerrüttung, Blitztemperaturen und Oberflächenmodifikation.
Dies sind punktuelle, extrem hohe Temperaturen, die an den tatsächlichen Berührungsflächen zweier Reibpartner entstehen und das Gefüge lokal beeinflussen können.
Da Verschleiß primär ein Oberflächenphänomen ist, bestimmt die gezielte Beeinflussung der Oberflächeneigenschaften maßgeblich die Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit von Bauteilen.
Die feinen, harten Ausscheidungsteilchen können bei abrasiver Beanspruchung zusammen mit der weicheren Matrix aus der Oberfläche ausgepflügt werden.
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