Diplomarbeit, 2006
244 Seiten, Note: 1,0
1. Migration
1.1 Bezeichnungen für Menschen mit Migrationshintergrund
1.2 Rechtliche Stellung der Migranten
1.3 Psychische Aspekte der Migration
2. Soziale Integration nach Esser
2.1 Begriffsdefinitionen zur sozialen Integration
2.2 Formen sozialer Integration
2.2.1 Kulturation
2.2.2 Platzierung
2.2.3 Interaktion
2.2.4 Identifikation
2.3 Sozialintegration von Migranten
2.4 Exkurs: Integrationssituation in Deutschland
2.5 Diagnostische Zugänge zur Erfassung sozialer Integration
3. Subjektives Wohlbefinden
3.1 Begriffsdefinitionen zum subjektiven Wohlbefinden
3.2 Theoretische Zugänge zum habituellen Wohlbefinden
3.2.1 Personenzentrierte Ansätze
3.2.2 Umweltzentrierte Ansätze
3.2.3 Passungstheoretische Ansätze
3.2.4 Zusammenfassung der Theorien zum habituellen Wohlbefinden
3.3 Übertragung der theoretischen Ansätze zum Wohlbefinden auf die Situation von Migranten
3.4 Diagnostische Zugänge zur Erfassung von Wohlbefinden
4. Zum Zusammenhang von sozialer Integration und Wohlbefinden
4.1 Kulturation und Wohlbefinden
4.2 Platzierung und Wohlbefinden
4.3 Interaktion und Wohlbefinden
4.4 Identifikation und Wohlbefinden
5. Rahmenbedingungen in Görlitz
6. Methodisches Vorgehen
6.1 Qualitative versus quantitative Verfahren
6.2 Erhebungsmethoden
6.2.1 Die Erhebung mit dem Experteninterview
6.2.2 Die Sekundärauswertung statistischer Daten
6.2.3 Die Erhebung mit problemzentrierten Interviews
6.3 Aufbereitungsverfahren
6.4 Auswertungsmethoden
6.4.1 Auswertung der statistischen Daten
6.4.2 Auswertungsverfahren der Interviews
6.5 Durchführung der Datenerhebung und Datenauswertung
6.5.1 Ablaufplan der Datenerhebung und Datenauswertung
6.5.2 Auswahl und Finden der Interviewpartner
6.5.3 Das Probeinterview
6.5.4 Durchführen der Experten- und Migranteninterviews
7. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
7.1 Auswertung des Experteninterviews
7.1.1 Auftragsgrundlagen für die Tätigkeit der Integrationsbeauftragten der kreisfreien Stadt Görlitz
7.1.2 Postskript des Experteninterviews
7.1.3 Motto des Experteninterviews
7.1.4 Zusammenfassende Nacherzählung des Experteninterviews
7.1.5 Themenkatalog des Experteninterviews
7.1.6 Paraphrasierung des Experteninterviews
7.1.7 Zentrale Kategorien des Experteninterviews
7.1.8 Nachträgliche Information zu Integrationsangeboten der Stadt Görlitz
7.2 Sekundärauswertung der statistischen Daten
7.2.1 Bevölkerungsentwicklung
7.2.2 Staatsangehörigkeit der ausländischen Bevölkerung
7.2.3 Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer
7.2.4 Einbürgerungen
7.2.5 Die Altersstruktur
7.2.6 Verteilung der Einwohner auf die Stadtteile
7.2.7 Sozialhilfeempfänger
7.2.8 Arbeitslosenquote und Struktur der Arbeitslosigkeit
7.2.9 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
7.2.10 Bildungsdaten
7.2.11 Zusammenfassung der Sekundärauswertung statistischer Daten
7.3 Einzelauswertung der Migranteninterviews
7.3.1 Interview mit Ali Abdullah
7.3.2 Interview mit Sukapura
7.3.3 Probeinterview mit Adil
7.4 Systematischer Vergleich der Migranteninterviews
7.4.1 Synopsis und Verdichtung der zentralen Kategorien der Einzelinterviews
7.4.2 Komparative Paraphrasierung der Konstrukte
8. Gegenüberstellung und Diskussion der Ergebnisse der verschiedenen Erhebungsbereiche
9. Reflexion der Ergebnisse
9.1 Beurteilung der Ergebnisse nach Gütekriterien
9.1.1 Beurteilung der Validität
9.1.2 Beurteilung der Reliabilität
9.2 Kritische Betrachtung der Vorgehensweise
10. Zusammenfassung und Ausblick
10.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
10.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die soziale Integrationssituation und das subjektive Wohlbefinden von Migranten in der ostdeutschen Kleinstadt Görlitz unter Einbeziehung der Integrationsleistungen der Aufnahmegesellschaft, um aufzuzeigen, wie gut Migranten in die Gesellschaft integriert sind und welche Faktoren ihr Wohlbefinden beeinflussen.
1.1 Bezeichnungen für Menschen mit Migrationshintergrund
Bereits für die Begriffe Migration und Migrant gibt es in der Literatur keine allgemeingültige Definition. Abstammend vom lateinischen Wort "migro" bedeutet Migration „wandern“ oder auch „wegziehen“. Gemeinsam ist den Definitionen verschiedener Autoren, dass Migration immer mit einem örtlichen Wechsel von Individuen und/oder Gruppen verbunden ist. In Anlehnung an die Definition der Migration von Meister verstehe ich zunächst unter Migranten
(...) Personen (...), die aus einem anderen Land einreisen und damit einen ständigen oder vorübergehenden Wechsel ihres Wohnsitzes und ihres ‚Lebensmittelpunktes‘ vollziehen, gleichgültig auf welche Verursachungen dies zurückzuführen ist.
Diese Definition schließt also auch Spätaussiedler, Asylanten (s. u.) und eingebürgerte Personen mit ein. Auch die Bezeichnungen „Emigrant“ und „Immigrant“ beziehen sich auf diesen Ortswechsel. So bezeichnet man eine Person, die ihr Land verlässt, als Emigrant (Auswanderer) und jemanden, der sich in einem anderen Land niederlässt als Immigrant (Ein- bzw. Zuwanderer). Allerdings werden mittlerweile auch in Deutschland geborene Menschen, deren Eltern nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, als Migranten bezeichnet. Die deutsche Staatsbürgerschaftspolitik hat dazu beigetragen, dass mittlerweile sogar eine dritte Generation von „Migranten“ existiert. Die Bezeichnung „Migrant“ ist zwar nach o. g. Definition für diese Personengruppe unzutreffend, birgt jedoch möglicherweise ein Stück Alltagsrealität. Es ist vorstellbar, dass „Migranten“ der zweiten und dritten Generation tagtäglich eine Migration vollziehen - zwischen ihrem von den Normen und Wertvorstellungen des Herkunftslands der Eltern geprägten Zuhause und der vorwiegend von deutschen Normen dominierten Gesellschaft außerhalb.
1. Migration: Einführung in Begrifflichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen und psychische Aspekte der Migration.
2. Soziale Integration nach Esser: Vorstellung des Integrationsmodells von Hartmut Esser und Übertragung auf Migranten.
3. Subjektives Wohlbefinden: Theoretische Grundlagen und verschiedene Ansätze zur Definition und Erfassung von Wohlbefinden.
4. Zum Zusammenhang von sozialer Integration und Wohlbefinden: Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Integrationsdimensionen und Wohlbefinden.
5. Rahmenbedingungen in Görlitz: Darstellung der strukturellen und sozialen Situation in der Stadt Görlitz.
6. Methodisches Vorgehen: Erläuterung der qualitativen und statistischen Forschungsmethoden sowie des Ablaufplans.
7. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse: Detaillierte Analyse des Experteninterviews, der Statistiken und der Migranteninterviews.
8. Gegenüberstellung und Diskussion der Ergebnisse der verschiedenen Erhebungsbereiche: Kritische Zusammenführung und Diskussion der erhobenen Daten.
9. Reflexion der Ergebnisse: Beurteilung der Arbeit nach Gütekriterien und kritische Vorgehensweise.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Untersuchung und Perspektiven für weitere Forschung.
Migration, Soziale Integration, Subjektives Wohlbefinden, Görlitz, Migranten, Integrationsmodell, Hartmut Esser, Lebensqualität, Akkulturationsstress, Qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Problemzentriertes Interview, Sozialer Zusammenhalt, Lebenswelt, Identitätsfindung.
Die Arbeit exploriert die Integrationssituation und das subjektive Wohlbefinden von Migranten in Görlitz, einer ostdeutschen Kleinstadt, und analysiert die Leistungen der Aufnahmegesellschaft.
Die Schwerpunkte liegen auf den Themen Migration, soziale Integration nach dem Modell von Hartmut Esser sowie dem habituellen subjektiven Wohlbefinden der betroffenen Personen.
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie gut Migranten integriert sind, wie sie ihr eigenes Wohlbefinden bewerten und wie die Stadt Görlitz ihre Rolle in der Integration wahrnimmt.
Die Autorin verwendet einen methodischen Mix aus qualitativer Forschung (Experteninterviews, problemzentrierte Interviews mit Migranten) und einer Sekundäranalyse statistischer Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Migration, Integrations- und Wohlbefindenstheorien) und einen empirischen Teil (Analyse der Görlitzer Situation mittels Experten- und Migrantenbefragungen sowie statistischen Daten).
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Migration, soziale Integration, subjektives Wohlbefinden, Identitätsfindung und das spezifische Umfeld der Stadt Görlitz.
Die Migranten berichten von massiven Hindernissen durch rechtliche Restriktionen und eine geringe soziale Akzeptanz, was ihre Integration und ihr Wohlbefinden erheblich einschränkt.
Die Stadt Görlitz wird als wenig unterstützend wahrgenommen, da sie Migranten primär als Belastung betrachtet und nur für polnische Bürger relevante Integrationsprojekte fördert.
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