Diplomarbeit, 2007
157 Seiten, Note: 1,0
Abflug ! -
Zu Beginn: Reisevorbereitung
I Eine Person, ein Strand ... in Sansibar –
Die subjektive Wahrnehmung von Fremdheit
1.1 Irritation des Vertrauten
1.2 Fremdzuschreibung – Anzeigen von Relevanz
1.2.1 Fremdheit als irreversible Relation
1.2.2 Zur Relation von Fremdheit und Exotik
1.2.3 Unzugänglichkeit, Differenz und Distanz
1.3 Exotik als Modell der Fremde
1.4 ‘Dosierung’ von Fremdheit
II Zur Methode –
Die Befremdung des Blicks
2.1 Zur Methodenwahl und dem methodischen Vorgehen
2.2 Die Analyseebenen der ikonografisch-ikonologischen Bildinterpretation
2.3 Zur eigenen Perspektivgebundenheit – Problem und Chance
2.4 Das Sample der Studie
III Ein ‘schwarzer’ Mann, der lacht; ein ‘wildes’ Tier, das brüllt –
Die Konstruktion von Fremdheit durch den ‘touristischen Blick’
3.1 Exotik als subjektive Konstruktionspraxis
3.2 Befremdung innerhalb von Fremderfahrung
3.3 Exotik innerhalb vertrauter Funktionen - Dienstleistung und Besichtigung
3.3.1 Dienstleistung
3.3.2 Besichtigung
IV Das ‘Tam Tam’ der Trommeln in Gambia –
Die Konstruktion von kollektiver Fremdheit
4.1 Gleichheit, Differenz und Bedeutungsproduktion
4.2 Lebensformen in binärer Opposition – ‘Zivilisation‘ und ‘Primitivität‘
4.2.1 Faszination der fremden Lebensform – Aufwertung des ‘Eigenen‘
4.2.2 Faszination der eigenen Lebensform – Abwertung des ‘Fremden‘
4.3 Fremdheit als Negation von Eigenheit
V Sie haben es sich verdient! –
Die diskursive Macht des ‘exotischen Blicks’
5.1 Zur Vermischung der Kulturen
5.2 Zentrierung – Zur ‘Einverleibung’ des Fremden
5.3 Zur Hierarchisierung und Sicherung von Positionierungen
5.3.1 Auf den Spuren von ... kolonialen Fantasien?
5.3.2 Die ‘epistemische Gewalt’ hegemonialer Diskurse
Bereit zur Landung? -
Zum Schluss: Exotismus einmal anders denken
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Konstruktion von Fremdheit in Reisekatalogen durch den sogenannten "touristischen Blick". Das primäre Ziel ist es, aufzudecken, wie Reisekataloge durch visuelle Inszenierungen ein exotisiertes Bild der "Anderen" erzeugen, um das Bedürfnis westlicher Touristen nach einer Flucht aus dem Alltag zu bedienen, wobei Machtaspekte und eurozentrische Wahrnehmungsmuster kritisch hinterfragt werden.
1.1 Irritation des Vertrauten
Das vorliegende Bild scheint für den Einstieg in das Thema ‘Verbildlichte Fremdheit’ prädestiniert zu sein, da es in seiner Gesamtwirkung irritiert, die Gründe hierfür jedoch nicht offensichtlich erscheinen.
Ohne ‘Irritation’ nun an sich als theoretisches Problem aufzugreifen, werde ich mich inhaltlich mit dem Befremdlichen beschäftigen, das dieses Bild hervorzurufen scheint. Wie umfassend ist die Verunsicherung, die diese Darstellung provoziert? Ergeben sich Antworten, die dem potenziellen Touristen eine Erfahrung der Fremde und des Fremden ‘versichern’ und ihn ‘absichern’ bezüglich möglicher Probleme in einem fremden Land, so weit weg vom vertrauten Zuhause?
Zu sehen ist die Fremde im ‘Tortenstück-Format’. Das Bild zeigt einen langen breiten Sandstrand, am rechten Bildrand das Meer, hinten im Bild einen gepflegt wirkenden hölzernen Steg, der vom Strand ins Meer führt. Am linken Bildrand erstreckt sich ein schmaler Streifen grüner Bewaldung, vor dem sich, im Hintergrund des Bildes befindlich, einige Touristen auf Sonnenliegen aufhalten. Eine große weiße Wolke ist am blauen Himmel ersichtlich. Die Gesamtkomposition des Bildes wirkt auf den ersten Blick harmonisch aufeinander abgestimmt. Als potenzielle Reisende halte ich ein Bild in der Hand, das mir laut Beschriftung einen ‘paradiesischen Urlaub’ in einem afrikanischen Land verspricht.
Abflug ! -: Diese Einleitung führt in die Thematik der "verbildlichten Fremdheit" in Reisekatalogen ein und erläutert den phänomenologischen Ansatz der Arbeit.
I Eine Person, ein Strand ... in Sansibar –: Dieses Kapitel widmet sich der subjektiven Wahrnehmung von Fremdheit und analysiert ein erstes Fallbeispiel eines Katalogbildes, um die Komplexität der Fremdzuschreibung zu entfalten.
II Zur Methode –: Hier wird das methodische Vorgehen der seriell-ikonografischen Fotoanalyse vorgestellt, das auf die "Befremdung des Blicks" abzielt, um Vorannahmen kritisch zu hinterfragen.
III Ein ‘schwarzer’ Mann, der lacht; ein ‘wildes’ Tier, das brüllt –: Das Kapitel untersucht, wie durch touristische Inszenierungen von Mensch und Tier im Zusammenspiel eine "Exotik" konstruiert wird, die den touristischen Blick steuert.
IV Das ‘Tam Tam’ der Trommeln in Gambia –: Hier steht die Konstruktion kollektiver Fremdheit im Fokus, wobei insbesondere die binäre Opposition von "Zivilisation" und "Primitivität" analysiert wird.
V Sie haben es sich verdient! –: Das abschließende Kapitel analysiert die diskursive Macht des "exotischen Blicks" und arbeitet heraus, wie diese Machtverhältnisse im Tourismus moralisch legitimiert werden.
Fremdheit, Tourismus, Reisekataloge, Exotismus, Bildinterpretation, Phänomenologie, Machtgefälle, Konstruktion, Touristischer Blick, Kolonialismus, Identität, Wahrnehmung, Differenz, Distanz, Stereotype
Die Arbeit analysiert kritisch, wie "Fremdheit" in Reisekatalogen visuell und textlich für ein westliches Publikum konstruiert wird, um Reiselust zu erzeugen.
Die Schwerpunkte liegen auf der touristischen Konstruktion von Exotik, den damit verbundenen Machtverhältnissen und der kritischen Reflexion eurozentrischer Wahrnehmungsmuster.
Ziel ist es aufzudecken, wie "Fremdheit" in der Werbung genutzt wird, um Urlaub als ein begehrenswertes, kontrollierbares und faszinierendes Produkt zu präsentieren.
Die Autorin nutzt die seriell-ikonografische Fotoanalyse nach Pilarczyk und Mietzner, um Bilder tiefgehend zu deuten.
Der Hauptteil analysiert konkrete Bildbeispiele aus Reisekatalogen und verknüpft diese mit theoretischen Konzepten, unter anderem von Bernhard Waldenfels und Stuart Hall.
Zentrale Begriffe sind Exotismus, Machtverhältnisse, Konstruktion von Fremdheit, kolonialer Blick und Identität.
Der Markthändler wirkt durch seine Kleidung und sein Lachen "westlich" angepasst, was eine gezielte, aber "kontrollierte" Interaktion im touristischen Raum suggeriert.
Damit ist die Strategie gemeint, das "Fremde" so zu präsentieren, dass es zwar faszinierend und exotisch wirkt, aber keine bedrohlichen Emotionen weckt, die den Urlaubsgenuss stören könnten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

