Examensarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1 Taktik
1.1 Begriffseingrenzung
1.2 Taktik im Sportspiel
1.3 Komponenten der sportlichen Taktik
1.4 Theoriemodelle zu taktischen Entscheidungshandlungen
1.4.1 Taktikmodell von Mahlo
1.4.2 Das Zweistufen-Modell von Roth
1.4.3 Das Modell der antizipativen Verhaltenssteuerung von Hoffmann
1.5 Taktik im Handball
1.5.1 Individualtaktik
1.5.1.1 Individualtaktik im Angriff
1.5.1.2 Individualtaktik in der Abwehr
1.5.2 Gruppentaktik
1.5.3 Mannschaftstaktik
1.5.4 Trainingsinhalte der Gruppen- und Mannschaftstaktik
1.5.5 Sportmotorische Modelle zum Taktiklernen
1.6 Fazit
2 Mentales Training
2.1 Begriffseingrenzung
2.2 Ziele des Mentalen Trainings
2.3 Funktionen des Mentalen Trainings
2.4 Die Wirksamkeit von Mentalem Training
2.4.1 Kuriose und unspezifische Hypothesen
2.4.2 Spezifische Hypothesen
2.4.2.1 Kognitive Hypothese
2.4.2.2 Ideomotorische Hypothese
2.4.2.3 Programmierungs-Hypothese
2.4.2.4 Restriktions-Hypothese
2.5 Mentale Trainingsformen
2.5.1 Voraussetzungen für Mentales Training
2.5.2 Vier Stufen des Mentalen Trainings
2.6 Mentales Training im Mannschaftssport
3 Ableitung der Fragestellung
4 Methoden
4.1 Planung
4.2 Durchführung
4.2.1 Auswahl der Stichprobe und Festlegung der Messzeitpunkte/-orte
4.2.2 Videoaufnahmen
4.2.3 Festlegung der mentalen und praktischen Trainingsinhalte
4.2.4 Das Mentale Mannschaftstraining
4.3 Auswertung
4.3.1 Gruppentaktische Leistungsmessung
4.3.2 Auswahl der Experten
4.3.3 Durchführung der Leistungsbewertung durch die Experten
5 Ergebnisse
5.1 Darstellung und Interpretation der Fragestellung 1
5.1.1 Vorstellungsfähigkeit der Taktikvorgaben
5.1.2 Durchführungshäufigkeit
5.1.3 Motivationsschwierigkeiten
5.1.4 Beurteilung des Einsatzes von Mentalem Training im Handball
5.1.5 Zukünftige Rückgriffe auf das Mentale Training
5.1.6 Optimierung der Taktikleistung durch Mentales Training
5.1.7 Mentales Training als sinnvolle Trainingsmethode für Taktik
5.1.8 Individuelle taktische Leistungsverbesserung
5.1.9 Individuelle technische Leistungsverbesserung
5.1.10 Effektivität
5.1.11 Ergänzung zum praktischen Training
5.2 Auswertung der Fragestellung 2
5.2.1 Überprüfung der Expertenübereinstimmung
5.2.2 Überprüfung der gruppentaktischen Leistungsentwicklung
5.2.2.1 Laufwege
5.2.2.2 Bewegungsgeschwindigkeit
5.2.2.3 Timing
5.2.2.4 Torgefährlichkeit
5.2.2.5 Entscheidungsverhalten
5.2.2.6 Technikausführung
6 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirksamkeit von mentalem Training bei gruppentaktischen Maßnahmen im Handballsport zu untersuchen und zu prüfen, ob dieses ergänzend zum klassischen praktischen Training zu einer Leistungssteigerung führt.
1.4.2 Das Zweistufen-Modell von Roth
Roth (1989) trennt in seinem Zwei-Stufen-Modell Entscheidungen 1. und 2. Art. Sein Modell beschreibt die Entscheidungsvorgänge im Sportspiel unter der Einbeziehung von psychologischen Kenntnissen über die Koordination menschlicher Willkürbewegungen. Die zentrale Idee für dieses Modell liefert die so genannte „Hypothese generalisierter motorischer Programme“ nach Schmidt (1982). Das Modell kann unter den handlungsorientierten Phasenmodellen in die Kategorie „Selektion aus begrenzten Listen von Alternativen“ eingeordnet werden. Entsprechend wird davon ausgegangen, dass der Sportler sein Lösungsverfahren aus vorab begrenzten Listen von Handlungsalternativen auswählt. Die Entscheidung zu einer Spielaktion erfolgt nicht ganzheitlich, sondern in geordneten Entscheidungsfolgen oder Mehrfachentscheidungen.
Zur Veranschaulichung des Modells kann die „Disc-Jockey-Analogie“ herangezogen werden. Der DJ wählt zuerst die Schallplatte, also die invarianten Bestandteile aus. Ebenso wählt der Spieler in einer konkreten Situation zunächst eine disziplinspezifische Technik aus, die ebenfalls aus invarianten Bestandteilen besteht. Die WAS-Entscheidung ist getroffen. Sie stellt die Entscheidung 1. Art dar. Vor dem Auflegen der Platte muss der DJ noch die variablen Parameter wie Lautstärke, Umdrehungsgeschwindigkeit oder Klangfarbe festlegen. Auch der Sportspieler muss entscheiden, wie er die Ausführungsparameter (z.B. Bewegungsdynamik, Geschwindigkeit, Krafteinsatz) wählt, damit das Programm optimalen Erfolg bringt. Die Variation der Ausführungsparameter verändert die Grundstruktur der Technik nicht. Diesen Vorgang, also die WIE-Entscheidung, bezeichnet Roth als Entscheidung 2. Art. Ein wesentlicher Aspekt der Trennung zwischen „Was“ und „Wie“ ist, dass Spezifikationen zweiter Art zeitlich erst nach der ersten Art sinnvoll erfolgen können. Der Sportler muss zuerst wissen, was er tun will, bevor er sich entscheidet, wie er es tun will. Mit dieser Reihung der Auswahlprozesse ist der Umfang der notwendigen Korrekturmaßnahmen verbunden. Wird eine Entscheidung 1. Art revidiert, muss eine Revision der Entscheidung 2. Art folgen. Bei Revisionen der Entscheidung 2. Art kann hingegen die vorangegangene „Was“-Selektion beibehalten werden.
1 Taktik: Dieses Kapitel definiert den Taktikbegriff im Sport, erläutert verschiedene Theoriemodelle zur Entscheidungsfindung und beschreibt die spezifische Struktur der Taktik im Handballsport.
2 Mentales Training: Hier werden die Ziele, Funktionen und wissenschaftlichen Wirksamkeitshypothesen des mentalen Trainings sowie konkrete Trainingsformen und Voraussetzungen detailliert dargestellt.
3 Ableitung der Fragestellung: In diesem Kapitel werden auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen die beiden zentralen Forschungsfragen der Arbeit formuliert.
4 Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Planung, die Durchführung der Datenerhebung sowie das Verfahren der Expertenratings zur Leistungsmessung.
5 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Befragung der Sportlerinnen und die statistischen Auswertungen der Expertenbewertungen zur gruppentaktischen Leistung präsentiert.
6 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel setzt die erhobenen Daten in Bezug zur Theorie, diskutiert die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Mentales Training, Handball, Gruppentaktik, Sportpsychologie, Entscheidungsverhalten, Leistungsdiagnostik, Spieltaktik, Kognitive Hypothese, Restriktions-Hypothese, Torgefährlichkeit, Bewegungsplanung, Trainingswissenschaft, Feldstudie, Expertenrating, Handlungsalternativen.
Die Arbeit untersucht, ob und wie mentales Training als ergänzende Methode zur Verbesserung gruppentaktischer Leistungen im Handball eingesetzt werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von kognitiven Trainingsansätzen, sportwissenschaftlicher Taktiktheorie und deren Anwendung im Mannschaftssport.
Das Hauptziel besteht darin, die Akzeptanz von mentalem Training bei Handballspielerinnen zu evaluieren und festzustellen, ob ein zusätzliches mentales Training zu einer messbaren Leistungssteigerung bei gruppentaktischen Spielzügen führt.
Es wurde eine explorative Feldstudie mit zwei Handballmannschaften durchgeführt, wobei mittels Videoanalysen und Expertenratings die taktische Leistung vor und nach einer sechswöchigen Trainingsphase bewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Taktik und mentalem Training, die methodische Versuchsplanung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der erzielten Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Mentales Training, Gruppentaktik im Handball, kognitive Hypothesen sowie die methodische Leistungsdiagnostik durch Expertenratings.
Die mental trainierende Versuchsgruppe zeigte von Prä- zu Post-Spiel in allen Kategorien eine Leistungsverbesserung, während die Kontrollgruppe in den gleichen Kategorien Verschlechterungen aufwies.
Diese Methode wurde aufgrund ihrer hohen Praxisnähe als optimale Form des mentalen Trainings für die Untersuchungsteilnehmerinnen gewählt und intensiv geübt.
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