Examensarbeit, 2007
117 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung und Fragestellung
1.1 Württemberg und Russland – eine Beziehung mit vielen Gesichten
2. Württembergisch-russische Begegnungen im Zeitalter der Aufklärung(18. Jahrhundert)
2.1 Peter I. und die Öffnung nach Westen
2.1.1 „Nemeckaja Sloboda“ – die deutsche Vorstadt in Moskau – die Errichtung der deutschen Sonderstellung
2.1.2 Heiratsallianzen
2.2 Herzogtum Württemberg im 18. Jahrhundert
2.3 Katharina II. Aufstieg Russlands zur Weltmacht
2.3.1 Massiver Zuzug deutscher Fachkräfte ins Russische Reich
2.4 Wissenschaft und Forschung – Tübinger Gelehrten für die Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg
2.4.1 Georg Bernhard Bilfinger, Professor für Mathematik an der Akademie St. Petersburg
2.4.2 Johann Georg Gmelin – Expedition nach Sibirien
2.4.3 Samuel Gottlieb Gmelin – Reise durch Russland zur Untersuchung der drey Naturreiche
2.4.4 Württembergischer Geschichtsforscher August Ludwig von Schlözer
2.5 Die Hohe Carlsschule in Stuttgart und ihre russischen Absolventen
2.5.1 Graf Scheremetev und Friedrich Schiller
2.5.2 Russisch-württembergische Kulturbegegnungen: Schiller-Verehrung in Russland
2.6 Auswanderung nach Russland
2.6.1 Die planmäßige Kolonisierung des Russischen Reiches
2.6.2 Die erste Kolonisationswelle – deutsche Einwanderer im Wolgagebiet
2.6.3 Religiöse Schwärmer und Separatisten – Württemberger am Schwarzen Meer und im Kaukasus
2.6.4 Flucht vor Napoleonischer Herrschaft, Hunger und Not
3. Das Haus Württemberg und die Romanows im 18./19. Jahrhundert
3.1 Königreich Württemberg im 19. Jahrhundert
3.2 Württembergische Prinzessin am russischen Zarenhof: Sophie Dorothea von Württemberg-Mömpelgard als Großfürstin Maria Feodorowna
3.3 Russische Zarentöchter als württembergische Königinnen
3.3.1 Königin Catharina Pawlowna
3.3.2 Königin Olga Nikolaewna
4. Aktualität des gewählten Themas im Zuge der letzten geschichtsdidaktischen Diskussionen
4.1 Interkulturelles Geschichtslernen: Geschichtsunterricht unter den Bedingungen von Einwanderung und Globalisierung
5. Didaktisch-methodische Umsetzung des Themas in einer achten Hauptschulklasse
5.1 Bezug zum Bildungsplan
5.2 Einblick in die aktuellen Schulbücher
5.3 Inhalte der Unterrichtseinheiten – Arbeitsblättergestaltung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historisch gewachsenen politisch-dynastischen und kulturellen Beziehungen zwischen Württemberg und Russland im 18. und 19. Jahrhundert. Ziel ist es, diese komplexen Verbindungen – von Wissenschaftstransfer über Heiratsallianzen bis hin zu Migrationsbewegungen – wissenschaftlich aufzuarbeiten und didaktisch für den Geschichtsunterricht in einer achten Hauptschulklasse nutzbar zu machen, um interkulturelles Lernen zu fördern.
2.1.1 „Nemeckaja Sloboda“ – die deutsche Vorstadt in Moskau – die Errichtung der deutschen Sonderstellung
Im Laufe des 18. Jahrhunderts bildeten Deutsche die überwiegende Mehrheit der westlichen Ausländer, die nach Russland kamen. Sie lebten zusammen gezogen in einer eigenen Vorstadt in Moskau, die „Nemeckaja Sloboda“ genannt wurde. Außer Deutsche zeichnete sich auch starke Gruppen der hochqualifizierten Schotten, Holländern und Schweizern aus. Der eigentlich gemeinte „Ausländervorstadt“ hatte einige Begünstigungen vor allem steuerlicher Art, was zum raschen materiellen Aufstieg der „Fremden“ und ihrem Wohlstand führte. Es ging natürlich nicht immer friedlich zwischen Ausländern und Russen zu, da diese Begünstigungen vom Zar Peter Neid und Missgunst der Moskowiter erregte.
Im 17. Jahrhundert gab es in Moskau zwei protestantischen Ausländergemeinden, jede mit Pfarrer, Lehrer, Kirche und Schule.
„Gerade diese Geschlossenheit der Vorstadt begünstigte die Ausprägung kultureller Eigenheiten, von Handel und Wandel nach eigenen Vorstellungen, deren Erfolg wiederum bewirkte, dass die Russen darin ein Vorbild sahen.“
Die Deutschen in Moskau waren respektable Handwerker und erfolgreiche Kaufleute. Außerdem dominierten sie in solchen Berufen wie Apotheker und Ärzte, Offiziere und militärische Experte. In dieser Zeit wurde auf dem Boden der deutschen Vorstadt eine der ersten Manufakturen in Russland, die Seidenmanufaktur A. Paulsen, entwickelt. Die Deutschen hatten auch ihr Privileg, Bier zu brauen. Neben der Alkohollizenz besaßen einzelne deutsche Kaufleute auch andere Lizenzen auf wichtige Produkte.
1. Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert die Motivation für die Themenwahl, die historische Verbundenheit zwischen Württemberg und Russland sowie die Fragestellung der Examensarbeit.
2. Württembergisch-russische Begegnungen im Zeitalter der Aufklärung(18. Jahrhundert): Das Kapitel beleuchtet die intensiven politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Kontakte, einschließlich der Reformen unter Peter I., des Zuzugs deutscher Fachkräfte und der Rolle von Gelehrten.
3. Das Haus Württemberg und die Romanows im 18./19. Jahrhundert: Hier werden die dynastischen Heiratsbeziehungen sowie die Entwicklung des Königreichs Württemberg im Spannungsfeld der europäischen Mächte analysiert.
4. Aktualität des gewählten Themas im Zuge der letzten geschichtsdidaktischen Diskussionen: Dieses Kapitel verknüpft das historische Thema mit modernen didaktischen Ansätzen wie interkulturellem Lernen, Migration und Globalisierung.
5. Didaktisch-methodische Umsetzung des Themas in einer achten Hauptschulklasse: Die Autorin entwirft hier konkrete Unterrichtseinheiten und Arbeitsblätter für den Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die historische Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen und deren Potenzial für das heutige Bildungsverständnis.
Württemberg, Russland, Romanows, Aufklärung, Dynastie, Wissenschaftstransfer, Auswanderung, Migrationsgeschichte, Geschichtsdidaktik, Interkulturelles Lernen, Welt-Zeit-Gesellschaft, Hauptschule, Fremdverstehen, Multiperspektivität, Sozialgeschichte
Die Arbeit untersucht die historischen politisch-dynastischen, wissenschaftlichen und kulturellen Wechselbeziehungen zwischen dem Herzogtum bzw. Königreich Württemberg und dem Zarenreich Russland während des 18. und 19. Jahrhunderts.
Zu den Kernbereichen gehören dynastische Heiratsbeziehungen, der Wissenschaftstransfer durch Tübinger Gelehrte, die deutsche Auswanderung nach Russland sowie die Bedeutung dieser Themen für den heutigen Geschichtsunterricht.
Die Arbeit zielt darauf ab, die historischen Verbindungen zwischen beiden Völkern aufzuarbeiten und didaktische Konzepte zu entwickeln, wie dieses Thema in einer achten Hauptschulklasse zur Förderung interkultureller Kompetenzen eingesetzt werden kann.
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die durch geschichtsdidaktische Analysen ergänzt wird, wobei primär Quellenstudien und Literaturanalysen genutzt werden, um historische Sachverhalte aufzubereiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-analytische Darstellung der politischen und kulturellen Begegnungen (Kapitel 2 und 3) und einen didaktisch-methodischen Teil, der Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung enthält (Kapitel 4 und 5).
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Württemberg, Russland, Dynastie, Migration, Aufklärung, Interkulturelles Lernen und Geschichtsdidaktik charakterisiert.
Die "Nemeckaja Sloboda" wird als Beispiel für die Ansiedlung von Deutschen in Moskau im 18. Jahrhundert angeführt, welche die Grundlage für die deutsche Sonderstellung und den kulturellen Austausch unter Zar Peter I. legte.
Die Materialien (Arbeitsblätter) dienen dazu, das historische Thema "Absolutismus" und "Revolution von 1848" für Hauptschüler handlungsorientiert und motivierend aufzubereiten, um einen Bezug zur Regionalgeschichte herzustellen.
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