Diplomarbeit, 2002
118 Seiten, Note: Sehr gut
1. EINLEITUNG
1.1 Relevanz der Untersuchung
1.2 Fragestellung
1.3 Gang der Untersuchung
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Allokationseffekte durch den Außenhandel
2.1.1 Heckscher-Ohlin-Samuelson-Modell
2.1.2 Wohlfahrtswirkung des Außenhandels (Theorie der Zollunion)
2.1.3 Wohlfahrtswirkung bei unvollständiger Konkurrenz und steigenden Skalenerträgen
2.2 Faktorbewegungen
2.2.1 Wohlfahrtswirkung der Migration
2.2.2 Wohlfahrtswirkung von Ausländischen Direktinvestitionen
2.3 Wachstumseffekte
2.4 Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse
3. AUSSENHANDEL
3.1 Bisheriger Außenhandel mit den MOEL
3.1.1 Politische Regulierung
3.1.2 Entwicklung und Relevanz des Außenhandels
3.2 Spezialisierungsmuster im Außenhandel
3.2.1 Analyse nach Faktorintensitäten
3.2.2 Analyse der Handelsstruktur (Intra-industrieller Handel)
3.3 Zukünftiges Außenhandelspotenzial
3.3.1 Beobachtung früherer Erweiterungen
3.3.2 Schätzungen durch Gravitationsmodelle
3.4 Wirkung auf Einkommen und Beschäftigung
3.5 Beurteilung der Außenhandelseffekte
4. AUSLÄNDISCHE DIREKTINVESTIONEN
4.1 Umfang der Direktinvestitionen in den MOEL
4.2 Bestimmungsfaktoren der Direktinvestitionen
4.2.1 Kostenmotiv versus Absatzmotiv
4.2.2 Politische, rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen
4.3 Regionale Agglomerationseffekte
4.4 Wirkung auf Einkommen und Beschäftigung
4.5 Beurteilung der Effekte durch ADI
5. MIGRATION
5.1 Entwicklung der Migration aus den MOEL
5.2 Determinanten der Migration aus den MOEL
5.2.1 Lohn- und Einkommensdifferenz
5.2.2 Erträge auf Humankapital
5.2.3 Asymmetrische Information und Netzwerke
5.2.4 Diskriminierung und Risikoaversion
5.3 Schätzungen der künftigen Migration
5.4 Wirkung auf Einkommen und Beschäftigung
5.5 Übergangsregelungen
5.6 Beurteilung der Immigrationseffekte
6. WACHSTUM
7. FISKALISCHE KOSTEN
7.1 Folgen der Osterweiterung für den Haushalt der Europäischen Union
7.2 Kosten des Beitritts nach der Agenda 2000
7.3 Finanzierung der Erweiterung bis 2006
7.3.1 Kosten der Erweiterung nach Beitragsquoten
7.3.2 Kosten durch Neuverteilung der Zuwendungen
7.4 Kosten der Erweiterung nach 2006
7.5 Beurteilung der fiskalischen Effekte
8. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Diese Diplomarbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen der EU-Osterweiterung, insbesondere unter Berücksichtigung der Wohlfahrts- und Verteilungseffekte auf die bisherigen Mitgliedsstaaten. Ziel ist es zu prüfen, ob die zu erwartenden ökonomischen Gewinne die fiskalischen Kosten einer Erweiterung rechtfertigen und wie sich diese auf verschiedene sozioökonomische Gruppen und Regionen verteilen.
1.1 Relevanz der Untersuchung
Die Osterweiterung der Europäischen Union wird die politische Architektur Europas grundlegend verändern. Bei der geplanten Erweiterung der EU um bis zu zwölf neue Staaten steht nicht weniger auf dem Spiel als eine bisher in der Geschichte nie da gewesene politische und ökonomische Einheit Europas. Mit einem Beitritt aller Kandidaten würde die Bevölkerung der EU um mehr als 105 Millionen Menschen zunehmen (Hall und Quaisser 2002, S. 4) und damit um mehr als ein Viertel anwachsen; die Zahl der Mitgliedsstaaten würde sich fast verdoppeln. Die Osterweiterung ist also die größte Herausforderung der EU in den kommenden Jahren.
Die Europäische Union führt seit Februar 2000 Beitrittsverhandlungen mit den Kandidaten Bulgarien, Zypern, Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Malta, Polen, Rumänien, Slowenien, Slowakei und bezeichnet die Osterweiterung inzwischen als „unumkehrbar“ (Europäischer Rat von Göteborg, 2001, S.2). Die Bedingungen für eine Aufnahme sind in den Kopenhagener Kriterien von 1993 formuliert. Diese verlangen institutionelle Stabilität als Garantie für demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, die Wahrung von Menschenrechten und den Schutz von Minderheiten; außerdem müssen die neuen Mitglieder eine funktionierende Marktwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Fähigkeit zur Übernahme ihrer Verpflichtungen als Mitglieder nachweisen (Baldwin 1997, S. 73).
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der EU-Osterweiterung, Darstellung der Relevanz, der Fragestellung und des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Herleitung der ökonomischen Theorie der regionalen Integration, inklusive Allokations- und Akkumulationseffekten sowie der Wirkung von Handelsbarrieren.
3. AUSSENHANDEL: Analyse der bisherigen Handelsbeziehungen zwischen EU und MOEL, der Spezialisierungsmuster sowie des künftigen Außenhandelspotenzials.
4. AUSLÄNDISCHE DIREKTINVESTIONEN: Untersuchung der Motive, Bestimmungsfaktoren und Wirkungen von Direktinvestitionen im Kontext der EU-Integration.
5. MIGRATION: Analyse der Ursachen und Folgen der Arbeitsmigration von den MOEL in die EU sowie der Auswirkungen der geplanten Übergangsregelungen.
6. WACHSTUM: Darstellung der theoretischen und empirischen Wachstumseffekte durch die ökonomische Integration.
7. FISKALISCHE KOSTEN: Untersuchung der finanziellen Belastungen für den EU-Haushalt durch die Osterweiterung und der Finanzierungsmechanismen.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Synthese der Ergebnisse zur Kosten-Nutzen-Analyse der EU-Osterweiterung und abschließende politische Bewertung.
EU-Osterweiterung, Europäische Union, MOEL, Wohlfahrtsökonomie, Außenhandel, Direktinvestitionen, Migration, Arbeitsmarkt, Wirtschaftswachstum, Fiskalische Kosten, Strukturpolitik, Agrarpolitik, Handelsintegration, Faktorwanderung, Konvergenz.
Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die EU-15, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob der ökonomische Nutzen die fiskalischen Kosten übersteigt.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Außenhandel, der Migration von Arbeitskräften, ausländischen Direktinvestitionen (ADI) sowie den fiskalischen Folgen für den EU-Haushalt.
Die Hauptfrage ist, ob die Erweiterung zu Wohlfahrtsgewinnen für die EU führt und wie sich diese sowie die Lasten der Integration auf verschiedene Wirtschaftsbereiche und Mitgliedsstaaten verteilen.
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Deduktionen der Außenhandelstheorie sowie auf die Auswertung existierender empirischer Untersuchungen, ökonometrischer Berechnungen und Simulationsmodelle.
Der Hauptteil analysiert schrittweise die allokativen und distributiven Effekte der Erweiterung, unterteilt in die Bereiche Außenhandel, Kapitalmobilität, Migration, Wachstum und fiskalische Belastungen.
Wichtige Begriffe sind EU-Osterweiterung, Wohlfahrtsgewinne, fiskalische Kosten, Außenhandelsintegration, Arbeitskräftemobilität und Strukturkonvergenz.
ADI werden als ein zentraler Motor für die Modernisierung und das Wachstum in den MOEL angesehen, wobei das Motiv der Markterschließung in den untersuchten Studien meist das Kostenmotiv dominiert.
Der Autor stuft die Befürchtung einer massenhaften Zuwanderung nach Einführung der Freizügigkeit auf Basis der vorliegenden Studien als unrealistisch ein, betont jedoch die Notwendigkeit von Übergangsregelungen zur politischen Akzeptanzsicherung.
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