Magisterarbeit, 2005
100 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Mobbing unter Schülern
2.1.1 Mobbing: Definitionen und Begriffsabgrenzung
2.1.2 Die Prävalenz von Mobbing
2.1.3 Mobbing als kollektiver Prozess
2.1.4 Die Geschlechterverteilung in den Mobbingrollen
2.1.5 Die Dynamik von Mobbingprozessen
2.1.6 Die Folgen von Mobbing
2.1.7 Wie nehmen die Lehrer Mobbing war?
2.2 Lehrer, Teamklima und Schulklima
2.2.1 Der Einfluss der persönlichen Einstellungen (Individualfaktoren)
2.2.2 Der Einfluss des Schulumfeldes (Kontextfaktoren)
3 Methoden
3.1 Stichprobe
3.2 Durchführung
3.3 Erhebungsinstrument
3.3.1 Persönliche Orientierung („über mich als Lehrer“)
3.3.2 Teamklima („über mein Kollegium“)
3.3.3 Schulklima („ in unserer Schule“)
3.3.4 Ressourcenwahrnehmung bei Mobbing / Bullying unter Schülern („wenn mir Schüler über Mobbing / Bullying berichten:“)
3.4 Das Mehrebenenmodell von Cronbach und Webb
4 Ergebnisse
4.1 Die persönliche Orientierung und die Ressourcenwahrnehmung der Lehrer
4.2 Das Teamklima in Verbindung mit der Ressourcenwahrnehmung der Lehrer
4.3 Der Einfluss des Schulklimas auf die Ressourcenwahrnehmung der Lehrer
4.3.1 Die Korrelationen der Subskalen
4.3.2 Mehrfach gestufte Regressionsanalysen
4.3.3 Die Mehrebeneanalyse von Cronbach und Webb
5 Diskussion
5.1 Die Mobbingunterstützung und die persönliche Einstellung der Lehrer
5.2 Die Mobbingunterstützung und das Teamklima
5.3 Die Mobbingunterstützung und das Schulklima
5.4 Praktische Implikationen und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss persönlicher Einstellungen von Lehrern sowie Aspekte des Arbeitsumfelds (Team- und Schulklima) auf deren Ressourcenwahrnehmung im Umgang mit Mobbing unter Schülern. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit Lehrer bei der Konfrontation mit Mobbing durch diese individuellen und kontextuellen Faktoren beeinflusst werden.
2.1.1 Mobbing: Definitionen und Begriffsabgrenzung
Seit Mobbing Anfang der siebziger Jahre in Schweden von Heinemann (1969, 1972) und Olweus (1973, 1978) erstmals beschrieben und systematisch untersucht wurde, erfreut sich das Thema eines stetig steigenden Forschungsinteresses (vgl. Smith, Morita, Junger-Tas, Olweus, Catalano & Slee, 1999).
Bei Durchsicht der drei großen pädagogisch- psychologischen Datenbanken PsycINFO, PSYNDEXplus und ERIC kann man diese Entwicklung übereinstimmend feststellen (siehe Abbildung 1). Während in den Jahren 1970 bis 1979 in allen drei Datenbanken unter den Stichworten Bullying oder Mobbing gerade mal 26 Veröffentlichungen erschienen sind, sind es in den zehn Jahren darauf bereits 90. Exponentiell steigen die Zahlen über die 90er (717 Veröffentlichungen) bis hin zur Hälfte der ersten Dekade nach dem Jahrtausendwechsel (bereits 1335 Veröffentlichungen).
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Mobbing als kollektives Phänomen im Schulkontext und der Zielsetzung, den Einfluss von Individual- und Kontextfaktoren auf Lehrer zu untersuchen.
2 Theoretischer Hintergrund: Erläuterung des Mobbing-Phänomens, der Rollenverteilung, der Folgen für Beteiligte sowie der theoretischen Einbettung von Lehrer-Einstellungen und Schulklima.
3 Methoden: Beschreibung der Stichprobe von 157 Lehrern, des entwickelten Fragebogens „QUIS“ sowie der statistischen Verfahren einschließlich des Mehrebenenmodells nach Cronbach und Webb.
4 Ergebnisse: Analyse der Korrelationen zwischen Lehrer-Einstellungen, Team- sowie Schulklima und der wahrgenommenen Unterstützung im Umgang mit Mobbing, untermauert durch Regressionsanalysen.
5 Diskussion: Interpretation der Befunde, wonach das Schulklima den stärksten Einfluss auf die wahrgenommene Unterstützung ausübt, sowie Ableitung praktischer Implikationen für die Schule.
Mobbing, Bullying, Lehrer, Schule, Schulklima, Teamklima, Schüler, Mehrebenenanalyse, persönliche Einstellung, Identifikation, Engagement, Ressourcenwahrnehmung, Lehrerbelastung, Schulleitung, Interventionsversuche
Die Arbeit beleuchtet die Rolle von Lehrern als zentrale Akteure bei Mobbing unter Schülern und untersucht, welche Faktoren (individuelle Einstellungen oder das Klima an der Schule) ihre Wahrnehmung und ihr Handeln in diesem Kontext beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Dynamik von Mobbing in Schulklassen, die Bedeutung von Lehrer-Einstellungen gegenüber ihrem Beruf sowie der Einfluss von kollegialer Zusammenarbeit (Teamklima) und institutionellen Rahmenbedingungen (Schulklima).
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob und wie Lehrer sich unterstützt fühlen, wenn sie mit Mobbing konfrontiert sind, und in welchem Verhältnis dabei individuelle Einstellungen zu den Kontextfaktoren der Schule stehen.
Es wurde eine empirische Untersuchung mit 157 Lehrern durchgeführt. Die Daten wurden mittels Korrelationsanalysen, mehrfach gestufter Regressionsanalysen sowie des speziellen Mehrebenenmodells von Cronbach und Webb ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Mobbing-Begriffs, die methodische Vorgehensweise bei der Erhebung und eine detaillierte Ergebnisanalyse sowie Diskussion der empirischen Daten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mobbing, Lehrer, Schulklima, Teamklima, Identifikation, Engagement und Mehrebenenanalyse charakterisiert.
Die Studie zeigt, dass ein konstruktives Schulklima den mit Abstand größten Einfluss auf die wahrgenommene Unterstützung der Lehrer bei Mobbingproblemen ausübt, noch stärker als ihre individuellen Einstellungen.
Die Studie offenbart ein Defizit: 85 % der befragten Lehrer geben an, in ihrer Ausbildung keine Kompetenzen für den Umgang mit Mobbing erworben zu haben, was die Bedeutung der Schule als Lernort für den Umgang mit diesen Konflikten unterstreicht.
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