Diplomarbeit, 2001
178 Seiten, Note: 1,3
1. Bedingungs- und Problemdarstellungen
1.1 Bedingungen der Alzheimer Krankheit
1.1.1 Epidemiologie
1.1.2 Allgemeine Grundlagen
1.1.3 Pathophysiologische Grundlagen
1.1.4 Psychosoziale Grundlagen
1.1.5 Phasen des Demenzprozesses
1.1.6 Fazit
1.2 Ausgewählte Pflegeprobleme
1.2.1 Das Problem der Alltags- und Lebenswelt
1.2.1.1 Alltagswelt
1.2.1.2 Lebenswelt
1.2.1.3 Das Handeln der dementen Menschen
1.2.1.4 Reflexion für die Pflege
1.2.2 Das Problem des therapeutischen Nihilismus
1.2.2.1 Chronizität und Heilung
1.2.2.2 Perspektiven
1.2.2.3 Gewalt
1.2.2.4 Reflexion für die Pflege
1.2.3 Das Problem der Professionalität pflegerischer Handlungsprozesse
1.2.3.1 Pflegehandeln
1.2.3.2 Pflegeprozess
1.2.3.3 Wissenskompetenz
1.2.3.4 Reflexion für die Pflege
1.2.4 Fazit
1.3 Verstehen als Problemlösungsversuch
2. Ansätze des Verstehens in der Pflege
2.1 Wissenschaftstheoretische Ansätze des Verstehens
2.1.1 Der hermeneutische Ansatz
2.1.2 Der phänomenologische Ansatz
2.1.3 Reflexion für die Pflege
2.2 Verstehende Diagnostik in der Pflege
2.2.1 Erklärende und Verstehende Diagnostik nach Jantzen
2.2.1.1 Grundzüge des Konzeptes
2.2.1.2 Das Aufsteigen im Abstrakten
2.2.1.3 Das Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten
2.2.1.4 Das Aufsteigen im Konkreten
2.2.2 Reflexion der Erklärenden und Verstehenden Diagnostik für die Pflege
2.2.2.1 Das Aufsteigen im Abstrakten in der Pflegediagnostik
2.2.2.2 Das Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten in der Pflegediagnostik
2.2.2.3 Das Aufsteigen im Konkreten in der Pflegediagnostik
2.2.2.4 Erklärende und Verstehende Pflegediagnostik
2.2.2.5 Erklärende und Verstehende Diagnostik in der Pflege sogenannter dementer Menschen
2.3 Fazit
3. Inhaltliche Annäherung an die Pflege sogenannter dementer Menschen unter dem Ansatz des Verstehens oder das Aufsteigen im Abstrakten
3.1 Ausgewählte Aspekte des Menschenbildes
3.1.1 Der Mensch in seiner Entwicklung in reziprokem Austausch zur Umwelt
3.1.2 Das sinnvolle Handeln des Menschen
3.1.3 Der Mensch als tätige Persönlichkeit
3.1.4 Die menschliche Psychodynamik in der Tätigkeit
3.1.5 Die Bedürfnisse des Menschen
3.1.6 Störungen in der Dynamik des menschlichen Handelns
3.1.7 Gesundheit und Krankheit
3.1.8 Das Menschenbild in der Psychiatrie
3.1.9 Das Menschenbild in der Begegnung mit sogenannten psychisch gestörten Menschen
3.1.10 Soziale Isolation und menschliche Entwicklung
3.1.11 Das Menschenbild und menschliche Behinderung
3.1.12 Menschliche Kommunikation
3.1.13 Reflexion
3.2 Konsequenzen für die Pflege
3.2.1 Ausgewählte Aspekte der Pflege
3.2.1.1 Qualität und Philosophie
3.2.1.2 Professionelles Handeln
3.2.1.3 Merkmale Professioneller Beziehungsgestaltung in der Pflege
3.2.1.4 Erklärende und Verstehende Pflegediagnostik bei Personen mit sogenannter geistiger Behinderung
3.2.1.5 Gesundheitsförderung
3.2.2 Ausgewählte Aspekte psychiatrischer Pflege
3.2.2.1 Psychiatrieverständnis
3.2.2.2 Psychiatrisches Pflegeverständnis
3.2.2.3 Problem- und Konfliktlösung
3.2.2.4 Beziehungsgestaltung als gemeinschaftliche Tätigkeit
3.2.3 Ausgewählte Aspekte gerontopsychiatrischer Pflege
3.2.3.1 Alter und Gesundheit
3.2.3.2 Alter und Biographie
3.2.3.3 Alter und Verluste
3.2.3.4 Alter und Demenz
3.2.4 Ausgewählte Aspekte spezieller Pflege sogenannter dementer Menschen
3.2.4.1 Das Handeln der Menschen unter den Bedingungen der Alzheimer Krankheit
3.2.4.2 Isolierende Bedingungen
3.2.4.3 Auswirkungen isolierender Bedingungen
3.2.4.4 Bedürfnisse
3.2.4.5 Vertrauen, Vertrautheit, Geborgenheit
3.2.4.6 Gesundheit
3.2.4.7 Alltags- und Lebenswelt
3.2.4.8 Rehistorisierung
3.2.4.9 Alltagspraktische Fähigkeiten
3.2.4.10 Beziehungsgestaltung als Begegnung
3.2.5 Reflexion
3.3 Das Denken, Fühlen und Handeln sogenannter dementer Menschen oder die Syndromanalyse
3.3.1 Das System Denken-Fühlen-Handeln
3.3.2 Das System Denken-Fühlen-Handeln unter den Bedingungen der Alzheimer Krankheit
3.3.3 Konsequenzen für die Handlungsprozesse im Pflegealltag
3.4 Fazit
4. Affektlogik, Isolation und Krise sogenannter dementer Menschen oder das Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten
4.1 Die Konzeptebene
4.1.1 Das Konzept der Affektlogik
4.1.2 Das Konzept der Isolation
4.1.3 Das Konzept des Krisenprozesses
4.1.4 Synthese und Reflexion der Konzepte der Affektlogik, der Isolation und des Krisenprozesses
4.1.5 Affektlogik, Isolation und Krise sogenannter dementer Menschen
4.2 Schlussfolgerungen für die Pflege
4.2.1 Zusammenfassung und Definition der Pflege von Menschen, die unter den Bedingungen der Alzheimer Krankheit leben
4.2.2 Konsequenzen für die pflegetheoretische Ebene
4.2.3 Konsequenzen für pflegepraktische Handlungsprozesse
4.2.3.1 Pflege zum alltags- und lebensweltlichen Erleben
4.2.3.2 Pflege zur alltagspraktischen Tätigkeit
4.2.3.3 Pflege in Krisensituationen
4.2.3.4 Qualitätskriterien der Pflege dementer Menschen
4.2.4 Ziele der pflegerischen Handlungsprozesse oder das Aufsteigen im Konkreten
4.3 Ansätze zur Problemvermeidung und -lösung
4.4 Fazit
5. Praktische und theoretische Lehr- und Lernziele zur verstehenden Begegnung mit sogenannten dementen Menschen in der Pflege
5.1 Philosophie
5.1.1 Pflegephilosophie
5.1.2 Bildungsphilosophie
5.1.3 Kompetenzentwicklung
5.2 Lehr und Lernziele
5.2.1 Lehr- und Lernziele für den theoretischen Unterricht zur Pflege dementer Menschen
5.2.2 Lehr- und Lernziele für die praktische Anleitung in der Pflege dementer Menschen
5.3 Anregungen für die theoretische und praktische Lernbegleitung
5.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die spezielle Pflege von Menschen, die unter den Bedingungen der Alzheimer-Krankheit leben, neu zu fundieren. Im Zentrum steht die Überwindung eines therapeutischen Nihilismus durch einen verstehenden, subjektorientierten Ansatz, der die Lebenswelt und das Erleben der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt, anstatt nur biologische Defizite zu betrachten.
Die Pflege dementer Menschen
Die Pflege sogenannter dementer Menschen wird in der Literatur und Praxis häufig als eine der schwersten Pflegesituationen bzw. -aufgaben beschrieben (vgl. z.B. Schnepp, 1997). Hier sollen einige Probleme, die die Pflegepraxis und -theorie beeinflussen, thematisiert und theoretisch erläutert werden. Speziell bei dementen Menschen werden in der Literatur u.a. Aspekte wie Alltag, Lebenswelt, Gesundheit und Selbstbestimmung wichtig (Schnepp, 1997). Diese Gesichtspunkte sind also auch wichtige Aspekte und mögliche Problempunkte für Praxis und Theorie. Deswegen sollen anhand ausgesuchter Beispiele Probleme bezüglich der Pflege sogenannter dementer Menschen beschrieben werden, die sich u.a. auf diese Aspekte beziehen.
Im Rahmen dieser Einführung ins Thema können die aufgeführten Aspekte leider nicht hinreichend aufgearbeitet werden. Deswegen sei zur Vertiefung auf die angeführte Literatur verwiesen.
Alltag oder Alltagswelt stellen die selbstverständliche und vertraute gesellschaftliche Wirklichkeit eines jeden Menschen dar. Die Alltagswelt wird in der Interaktion der Menschen geprägt und verstanden. Sie wird als gegeben vorgefunden und reflektiert. Im gesellschaftlichen Kontext einer Kultur kann der Mensch davon ausgehen, dass die ihn umgebenden Menschen die gleiche Auffassung von Alltagswelt haben, wie er selbst. Dies ist in Form des Alltagsbewusstseins Voraussetzung für eine innergesellschaftliche Erwartungssicherheit und eine berechenbare sowie stabile Interaktion.
1. Bedingungs- und Problemdarstellungen: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen und psychosozialen Grundlagen der Alzheimer-Krankheit und diskutiert pflegerische Probleme wie den therapeutischen Nihilismus und die Herausforderungen der Alltagsbewältigung.
2. Ansätze des Verstehens in der Pflege: Es werden wissenschaftstheoretische Grundlagen wie Hermeneutik und Phänomenologie vorgestellt und auf eine verstehende Pflegediagnostik übertragen, um professionelles Handeln zu fundieren.
3. Inhaltliche Annäherung an die Pflege sogenannter dementer Menschen unter dem Ansatz des Verstehens oder das Aufsteigen im Abstrakten: Hier werden das Menschenbild und die daraus resultierende Pflegephilosophie detailliert dargelegt, insbesondere unter Berücksichtigung von Selbstorganisation und Lebenswelt.
4. Affektlogik, Isolation und Krise sogenannter dementer Menschen oder das Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten: Dieses Kapitel synthetisiert die Konzepte der Affektlogik, Isolation und Krise, um daraus evidenzbasierte Konsequenzen für die pflegepraktische Handlungsebene und Qualitätskriterien abzuleiten.
5. Praktische und theoretische Lehr- und Lernziele zur verstehenden Begegnung mit sogenannten dementen Menschen in der Pflege: Abschließend werden didaktische Konzepte sowie konkrete Lehr- und Lernziele für die professionelle Pflegeausbildung formuliert, um die geforderte Handlungskompetenz zu vermitteln.
Pflege, Alzheimer-Krankheit, Demenz, Verstehen, Affektlogik, Pflegediagnostik, Lebenswelt, Isolation, Krise, Subjektorientierung, Beziehungsgestaltung, Pflegepädagogik, Kompetenzentwicklung, Salutogenese, Psychiatrische Pflege
Die Arbeit befasst sich mit der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Alzheimer-Demenz. Dabei wird ein verstehender Ansatz propagiert, der sich von einer rein defizitorientierten Betrachtungsweise abwendet.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Lebenswelten bei Demenz, die Anwendung von Pflegediagnostik, die Bedeutung von Affektlogik für das Handeln sowie die pädagogische Umsetzung dieser Ansätze in der Pflegeausbildung.
Das Hauptziel besteht darin, für Pflegekräfte einen theoretisch fundierten Rahmen zu schaffen, der es ermöglicht, das Handeln dementer Menschen besser zu verstehen und professionell, wertschätzend sowie effektiv darauf zu reagieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf geisteswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Methoden des Verstehens, namentlich der Hermeneutik und der Phänomenologie, ergänzt durch die Theorie der Affektlogik.
Im Hauptteil wird eine „Syndromanalyse“ für die Pflege entwickelt, die den Übergang vom abstrakten Wissen über die Erkrankung zum konkreten, individuellen pflegerischen Handeln in Krisensituationen beschreibt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pflegediagnostik, subjektorientierte Pflege, Affektlogik, Krisenintervention und Kompetenzentwicklung im Pflegealltag definiert.
Während die medizinische Diagnostik primär auf die Identifikation von Defiziten und Symptomen fokussiert, zielt die verstehende Pflegediagnostik darauf ab, die subjektive Bedeutung dieser Symptome innerhalb der Lebensgeschichte und aktuellen Lebenswelt des Menschen zu entschlüsseln.
Angehörige werden als wichtige Partner in der Beziehungsgestaltung und als wesentliche Informationsquelle für die Biographiearbeit betrachtet; ihr Beratungs- und Begleitbedarf wird dabei als ein integraler Bestandteil der professionellen Pflegeaufgaben definiert.
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