Magisterarbeit, 2005
103 Seiten, Note: 1,7
1. EINFÜHRUNG
1.1 EINORDNUNG UND BEGRÜNDUNG DER ARBEIT
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2. VON DER VERTEIDIGUNGS- ZUR EINSATZARMEE
2.1 NEUE AUFGABEN DER BUNDESWEHR
2.2 ZUR ANPASSUNG AUF DER MAKROEBENE
2.3 ZUR ANPASSUNG AUF DER MIKROEBENE
3. ZUR MILITÄR- UND ORGANISATIONSSOZIOLOGIE
3.1 MILITÄRSOZIOLOGIE – EIN ÜBERBLICK
3.2 ZUR SUBJEKTPERSPEKTIVE IN DER ORGANISATIONSSOZIOLOGIE
3.3 DIE BUNDESWEHR ALS ORGANISATION
3.4 ZUM BÜROKRATISCHEN CHARAKTER DER BUNDESWEHR
4. DIE ABHÄNGIGE VARIABLE: DAS BERUFLICHE SELBSTVERSTÄNDNIS
4.1 ZUM BEGRIFF DER EINSTELLUNG
4.2 DREI EBENEN DES BERUFLICHEN SELBSTVERSTÄNDNISSES
4.3 ZUR IDENTITÄTSFUNKTION DES BERUFES
4.4 DREI TYPEN DES BERUFSVERSTÄNDNISSES
5. EINFLUSSFAKTOREN
5.1 ZWISCHENMENSCHLICHE BEZIEHUNGEN
5.2 LOHN
5.3 ANERKENNUNG
5.4 SELBSTVERWIRKLICHUNG
5.5 BEFÖRDERUNGEN
5.6 INHALT DER ARBEIT
5.7 ARBEITSPRINZIPIEN
5.8 BEWERTUNG DES BUNDESWEHR
5.9 WERTEBEWUßTSEIN
5.10 IDENTIFIKATION MIT DER ROLLE
6. EMPIRISCHE ERGEBNISSE
6.1 ENTWICKLUNG DES FRAGEBOGENS
6.2 EIGENSCHAFTEN DER ANTWORTGRUPPEN
6.3 ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESEN
6.3.1 Zwischenmenschliche Beziehungen
6.3.2 Lohn
6.3.3 Anerkennung
6.3.4 Selbstverwirklichung
6.3.5 Beförderungen
6.3.6 Inhalt der Arbeit
6.3.7 Arbeitsprinzipien
6.3.8 Bewertung der Bundeswehr
6.3.9 Wertebewußtsein
6.3.10 Identifikation mit der Rolle
6.4 ZUR BERUFSZUFRIEDENHEIT
6.5 ZUR AKTIONALEN EBENE DES BERUFLICHEN SELBSTVERSTÄNDNISSES
6.6 ARBEITSMOTIVATION
6.8 JOB ODER BERUFUNG
7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Auslandseinsätze auf das berufliche Selbstverständnis von Bundeswehrsoldaten haben. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Einsatzerfahrungen auf die kognitive Einstellung zum Soldatsein auswirken und inwieweit sie das Selbstbild sowie die Berufszufriedenheit der Soldaten prägen.
3.4 Zum bürokratischen Charakter der Bundeswehr
Je größer eine Organisation ist, desto wichtiger ist es, dass die Handlungen der einzelnen Mitglieder weithin berechenbar sind, damit die Funktionssicherheit der Organisation als Ganzes gewährleistet werden kann. Traut man Max Weber, so gibt es genau eine Strukturform, die diese Funktionssicherheit am besten gewährleistet: Die Bürokratie. In seinen Ausführungen über die Bürokratie beschreibt Weber bürokratische Strukturen aus der dimensionalen Perspektive. Das heißt, er zählt eine Reihe von Organisationsmerkmalen auf, die die bürokratische Organisation ausmachen und entwirft somit in der für ihn typischen Weise einen Idealtypus der Bürokratie.
Im Anschluss an Weber haben zahlreiche Soziologen sich in ihren Erörterungen über die Bürokratie entweder direkt auf die Weberschen Formulierungen berufen, oder sie haben von ausgewählten Dimensionen Gebrauch gemacht, die auf dem Weberschen Modell beruhen. Sechs Merkmale von bürokratischen Organisationen sind bei fast allen Autoren zu finden: 1. Eine Arbeitsteilung, die auf funktioneller Spezialisierung beruht. 2. Eine genau fixierte Autoritätshierachie. 3. Ein System von Regeln, das die Rechte und Pflichten der Positionsinhaber festlegt. 4. Ein System von Verfahrensweisen zur Bewältigung von Arbeitssituationen. 5. Unpersönlichkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen. 6. Beförderung und Auslese, die auf fachlicher Kompetenz beruhen.
1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert die neue Rolle der Bundeswehr im internationalen Krisenmanagement und begründet die Notwendigkeit, das berufliche Selbstverständnis der Soldaten in diesem Kontext zu untersuchen.
2. VON DER VERTEIDIGUNGS- ZUR EINSATZARMEE: Dieses Kapitel beschreibt die geostrategischen Veränderungen nach 1990 und die daraus resultierenden strukturellen und organisatorischen Anpassungen innerhalb der Bundeswehr.
3. ZUR MILITÄR- UND ORGANISATIONSSOZIOLOGIE: Hier wird der theoretische Rahmen gesteckt, indem die Bundeswehr als bürokratische Organisation aus militärsoziologischer und subjektorientierter Perspektive analysiert wird.
4. DIE ABHÄNGIGE VARIABLE: DAS BERUFLICHE SELBSTVERSTÄNDNIS: In diesem Teil wird der Einstellungsbegriff definiert und als Basis für die Identitätsfunktion des Berufs sowie für drei grundlegende Berufsverständnistypen genutzt.
5. EINFLUSSFAKTOREN: Dieses Kapitel leitet aus verschiedenen theoretischen Ansätzen Hypothesen über Faktoren ab, die das berufliche Selbstverständnis von Soldaten mit und ohne Auslandseinsatz beeinflussen könnten.
6. EMPIRISCHE ERGEBNISSE: Hier werden die Ergebnisse der Fragebogenstudie präsentiert, die Hypothesen überprüft und die Auswirkungen der Einsatzerfahrung auf das Selbstverständnis und die Arbeitsmotivation detailliert dargelegt.
7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Studie zusammen und diskutiert Anknüpfungspunkte für künftige militärsoziologische Forschung.
Bundeswehr, Auslandseinsatz, Berufsverständnis, Organisationssoziologie, Militärsoziologie, Arbeitszufriedenheit, Einsatzarmee, Identität, Bürokratie, Motivation, Soldaten, Einstellungsforschung, Kameradschaft, Selbstverwirklichung, Reformprozess.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Teilnahme an Auslandseinsätzen auf das berufliche Selbstverständnis und die Einstellung zum Dienst bei Soldaten der Bundeswehr auswirkt.
Zentral sind der Wandel zur Einsatzarmee, organisationssoziologische Merkmale der Bundeswehr sowie psychologische Einstellungsfaktoren wie Berufszufriedenheit und Identität.
Die Studie zielt darauf ab, zu klären, ob Soldaten mit Auslandseinsatzerfahrung eine andere Einstellung zu ihrem Beruf haben als Soldaten ohne eine solche Erfahrung, und ob diese Erfahrung zur Entwicklung eines ausgeprägteren beruflichen Selbstverständnisses beiträgt.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen Forschungsansatz, basierend auf einer schriftlichen Befragung mittels standardisierter Fragebögen innerhalb eines Pionierbataillons.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Bürokratie, Einstellungstheorien) und einen empirischen Teil, der die Auswertung der Fragebögen hinsichtlich verschiedener Einflussfaktoren wie Gehalt, Anerkennung und Sinnhaftigkeit enthält.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Berufung, Job, Profession, bürokratische Organisation, Einsatzerfahrung und Arbeitszufriedenheit.
Die Autorin betrachtet die Bundeswehr als hochbürokratische Organisation, deren starre Regeln und Hierarchien das Handeln der Soldaten in der Heimat prägen, während der Auslandseinsatz diese bürokratische Sichtweise durch Notwendigkeiten der Improvisation und Zweckorientierung teilweise aufbricht.
Es zeigt sich, dass Soldaten mit Einsatzerfahrung die Bundeswehr im Vergleich zu anderen NATO-Armeen positiver bewerten, was mit einer exklusiveren Identifikation durch den Einsatz zu erklären ist.
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